Freitag, 12. Februar 2010

Gericht kippt Leinenzwang?

In jüngster Zeit wurde in den Medien über ein Gerichtsurteil berichtet, durch das ein Hundehalter aus Mönchengladbach ein Bußgeld erlassen bekam.

Der Halter hatte seinen Hund unerlaubt in einem Park ohne Leine laufen gelassen und wurde vom Ordnungsdienst aufgefordert ein Bußgeld zu zahlen.

Dieses Urteil wurde in den Medien teilweise als Urteil gegen die generelle Leinenpflicht gefeiert.

Tatsache ist, dass es schon lange Urteile gibt, die klar aussagen, dass es gegen das Tierschutzgesetz verstößt, wenn Hunde nicht genügend Freilaufmoglichkeiten haben.
Im Konflikt steht dies mit der Abwehr möglicher Gefahren, die von Hunden ausgehen können. Aus diesem Grund, werden die Gerichte immer wieder aufgefordert, individuell einzelne Fälle zu beurteilen. Es entstehen Urteile, die sich Für aber auch Gegen eine Leinenpflicht aussprechen.

Das Urteil über den Hundehalter in Mönchengladbach wurde wie folgt begründet:

"Zur artgerechten Hundehaltung gehöre es einfach dazu, den Hund frei laufen zu lassen. Im übrigen sei der Hundehalter weit genug weg von jeder Wohnbebauung gewesen, und sein Tier habe niemanden gefährdet."

Zitat: Rheinische Post Mönchengladbach Online


Es wurde hier also berücksichtigt, dass der Hundehalter weit genug weg war von jeder Wohnbebauung und der Hund niemanden gefährdet.

Wo kein Kläger, da kein Richter! So könnte man das auch formulieren!

Der Ordnungsdienst hat in diesem Fall versucht für öffentliche Ordnung zu sorgen, obwohl diese nicht gefährdet war.

Das Urteil ist erfreulich für den Hundehalter und ärgerlich für die Stadtkasse aber kein gekippter Leinenzwang, wie getitelt wurde.

Erwähnenswert ist das Urteil, weil die Richterin den Freilauf erwähnt, der zur artgerechten Hundehaltung gehört.
Dies zeigt, dass sich die Juristin informiert hat und Wissen über Tiere ist erforderlich, wenn über Tierschutz und sinnvoller Schutz der Bevölkerung entschieden werden soll.

Um nicht weiter die Gerichte für jeden Einzelfall bemühen zu müssen, ist eine klare Gesetzgebung auf Landesebene erforderlich!

Eine solche Gesetzgebung wird schon lange gefordert und Experten haben bereits Konzepte vorgelegt, die Tierschutz mit dem Schutz der Bevölkerung vor möglichen Gefahren in Einklang bringen.
Leider werden die Argumente der Menschen, die sich sachlich und wissenschaftlich mit Hunden beschäftigen, immer mehr von Hundehaltern übertönt, denen manchmal einfach das nötige Fachwissen und die erforderliche Sachlichkeit fehlt.

Da aber schon so viele Jahre bei der Gesetzgebung ignoriert wurde, was führende Experten sagen und Verordnungen erlassen werden, die kein wirklicher Schutz vor mögliche Gefahren sind, ist es auch verständlich, wenn die Stimmen lauter werden und die Diskussionen emotionaler.