Donnerstag, 25. März 2010

Drum prüfe, wer auf ewig spendet...

Grausame Fotos leidender Tiere, Sammlungen an der Haustür und große Werbeprojekte im Namen großer Tierschutzorganisationen verfolgen das Ziel, den Menschen klar zu machen, dass Geldspenden notwendig sind, um zu helfen.

Jüngste Medienberichte lassen Zweifel an der Seriosität einiger Tierschutzorganisationen aufkommen.

Das ist tragisch, denn am Ende spendet keiner mehr und auch seriöse Organisationen sind die Leidtragenden.

Auch in Mönchengladbach wurde in jüngster Zeit kontrovers über einen hiesigen Tierschutzverein berichtet. Man redete über Verstöße gegen das Vereinsrecht und hinter vorgehaltener Hand wurde sogar über Veruntreuung von Geldern gesprochen. Konkretes kam aber bis heute nicht ans Tageslicht! Vielleicht auch, weil keine Beweise vorhanden waren.

Jede Organisation, die Spenden nimmt und sich um den Tierschutz kümmert, sollte bemüht sein, so transparent wie möglich zu sein.

Dazu gehört, dass Spenden und deren Verwendungszwecke von unabhängigen Stellen kontrolliert werden.
Dazu gehört auch, dass demokratische Prozesse eingehalten werden! Wichtige Entscheidungen sollten immer demokratisch von einer gewählten Gruppe getroffen werden.
Damit Mitgliedern einer Tierschutzgruppe auch die Möglichkeit haben auf die Entwicklungen in der Organisation Einfluss zu nehmen, sollte in regelmäßigen Abständen auch eine Neuwahl der Entscheidungsträger anstehen.

Skepsis ist sicherlich da angebracht, wo Vorstände sich gegenseitig kontrollieren und bestimmen, wer Vorstandsmitglied oder stimmberechtigtes Vereinsmitglied werden kann. Die Gefahr besteht, dass es hier zu internen Freundschaftsdiensten innerhalb des Vorstands kommt.

Besonders sensibel sollte eine Gruppe sein, wenn es durch ein Vorstandsmitglied zu Interessenskonflikten kommen kann. Gerade, wenn demokratische Prozesse fehlen, kann, im Namen des Tierschutzes, der Verein / die Organisation für persönliche, kommerzielle oder politische Interessen missbraucht werden.

Wie kann der engagierte Tierschützer vermeiden, auf eine unseriöse Organisation hereinzufallen?

Vorher informieren ist sicherlich angebracht!

Dies ist sogar auch dann empfehlenswert, wenn die Mitgliedschaft kein Geld kostet und nur eine Unterschrift erforderlich ist!
Organisationen handeln im Namen Ihrer Mitglieder und viele Mitglieder sind nötig, um die Interessen durchzusetzen. Mit Ihrer Unterschrift stärken Sie eine Organisation und geben ihr mehr Macht. Prüfen Sie vorher, ob und wie sie als Mitglied dieser Gruppe mitentscheiden können.

Noch wichtiger ist Information, wenn Geld im Spiel ist!

Hier ist guter Rat aber auch nicht teuer. Sprechen Sie direkt mit dem Verein/der Organisation und hinterfragen Sie vereinsinterne Prozesse. Dabei bekommen Sie schon einen guten Eindruck davon, wie transparent und wie willig Auskunft gegeben wird.

Die Webseite: http://www.charitywatch.de/ informiert über Missstände mancher Hilfsorganisationen und gibt bereitwillig Auskunft.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen bemüht sich auch um Aufklärung und vergibt ein Spendensiegel.

Diese Organisationen, die Licht in den Wohltätigkeitsdschungel bringen wollen, fordern schon lange von Politikern mehr Verpflichtungen zur Transparenz bei wohltätigen Organisationen, Vereinen und Interessensverbänden.

Wer sich noch ein wenig durch diesen Dschungel kämpfen will, der bekommt hier genügend Lesestoff:

http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/ethik_journalismus/spenden124.html
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67153489.html