Montag, 19. Juli 2010

Qual der Wahl - Die passende Hundeschule

Im Hund steckt haufenweise Gold und Hundeschulen entfernen gerne diese Haufen.

In Deutschland darf sich jeder Hundetrainer nennen und das macht den Beruf für Goldgräber besonders reizvoll!
Solche Träume vom schnellen Geld werden schnell zum Problem für Hund und Halter.

Fragen Sie sich bitte: Arbeitet in meiner Hundeschule ein Experte oder ein Goldgräber?

Aufwendige Webseiten, schöne Broschüren und Auftritte in den Medien, können jeden wie einen Hundeprofi aussehen lassen. Die Werbung einer Hundeschule sagt aber nichts über die Qualität der Schule aus.

Die Hundeexpertin Nadin Mathews teilte (in ihrem Vortag "Das Geschäft mit der Hoffnung") Hundeschulen in drei Kategorien ein:

*Hundeschulen, wo jeder Hund ein Problem mit der Rangordnung hat.
*Hundeschulen, wo jeder Hund unter Streß leidet.
*Hundeschulen, wo jeder Hund unterbeschäftigt ist.

Mit diesen Pauschaldiagnosen arbeiten einige Hundeschulen. Kritische Kunden, bekommen zusätzlich noch pseudowissenschaftliche Erklärungen geliefert, dessen Wahrheitsgehalt nur Experten überpüfen können.

Der bekannte Hundeexperte Günther Bloch schreibt in seinem Buch "Die Pizza Hunde":

Ob Laie oder Profi, jedermann ist gut beraten, Hundetrainer zu meiden (oder ihnen zumindest deutlich zu widersprechen), die sowohl Menschen- als auch Canidenverhalten generalisieren und aus Gründen des reinen Marketings versuchen, jedem Kunden ihr „einmaliges, selbst entwickeltes und patentiertes Hundeerziehungsystem“ schmackhaft zu machen. Schauen Sie sich nach Alternativen um, und legen Sie im Notfall eine weitere Wegstrecke zurück, wenn unbewiesene Behauptungen im Raum stehen.


Erfahrungsgemäß verfügen längst nicht alle Hundetrainer über subtanziell nachweisbare Erfahrungswerte, auch wenn sie redegewandt über Wolfs- und Hundeverhalten schwadronieren.
Wenn ein Profi behauptet, unter Wölfen, mit Dingos oder Wildhunden gelebt und eigene Forschungen betrieben zu haben, prima, lassen Sie sich zwecks neutraler Überprüfung Video- und Fotomaterial, Untersuchungsergebnisse oder Veröffentlichungen zeigen. Wenn nichts Nachweisbares vorhanden ist: Ärgern Sie sich nicht, fahren Sie unbeeindruckt nach Hause!


Weder gesunder Menschenverstand, noch das viel zitierte „Bauchgefühl“ sind schlechte Ratgeber, deshalb hören Sie ruhig drauf! Sie sollten sich keinesfalls beirren lassen und auch nicht planlos jeder Modeströmung hinterherlaufen, nur weil sie gerade „superhip“ ist. Wenn Sie mit der angewandten Erziehungsmethode (um welche auch immer – mit Ausnahme tierschutzrelevanten Maßnahmen – es sich handeln mag) Erfolg haben, sollten Sie unbedingt dabei bleiben!


Nicht jeder Hund ist „chronisch unterbeschäftig“, nur weil man ihn primär als reines Familienmitglied behandelt und seitens des Menschen auf angepriesene Sportaktivitäten verzichtet. Individualität heißt das Stichwort!Vorsicht auch vor dem monotonen Einüben von einseitigem Beschäftigungstraining, denn viele unüberlegt trainierte Hunde enden oftmals als „Konditionierungsjunkies“, die auf Spielzeug nur noch dauergestresst reagieren und ungewollte Übermotivationen zeigen.
Halten Sie Abstand von gewaltbereiten „Hardlinern“, die Hunde schlagen, verprügeln, treten oder ständig ideenlos über primitive Leinenruckverfahren ausbilden. Genauso wenig sollten Sie glauben, dass ausnahmslos jeder Hund allein über positive Verstärkung und Verhaltensmanagement erziehbar ist, besonders wenn der Hund der stets „netten“ Hundetrainerin sich unter Ablenkungen in der Öffentlichkeit völlig hemmungslos gibt. Die dogmatische „Schwarz-Weiß-Welt“ existiert nur in der Fantasie, pädagogisch sinnvoll ist hingegen meistens der „gesunde“ Kompromiss.

Quelle:
Textauszug aus dem Buch "Die Pizza Hunde", mit freundlicher Genehmigung von Günther Bloch


Zu den Marketingstrategien vieler Hundeschulen gehört es, alle Kurse und Weiterbildungen zu listen, die besucht wurden. Leider ist der Schüler nicht immer so gut, wie der Lehrer! Theoretisches Wissen, kann Können und Erfahrung nicht ersetzen. Selbst bei einer "geprüften" Schule - um welche Prüfung es sich auch immer handelt - kann der Kunde nicht blind vertrauen.
Das von Günther Bloch erwähnte Bauchgefühl ist ein guter Ratgeber! Dieses Gefühl kann aber auch schnell beeinflusst werden! Die Werbeindustrie lebt davon, Kunden ein gutes Gefühl zu vermitteln. Nicht tragisch, wenn es um den Kauf von Waschmitteln geht. Tragisch wird es, wenn es um Hunde geht, die dann leiden müssen.

Ich sehe nur eine sichere Lösung: Der Hundehalter muß sich ein gutes Grundwissen aneignen, um eine Hundeschule beurteilen zu können.

Bestenfalls macht er das noch vor dem Kauf eines Hundes!

Gutes Grundwissen bekommen Sie besipielsweise, durch das Buch "Wölfisch für Hundehalter" von Günther Bloch.
Das Buch klärt über viele Irrtümer in der Hundeerziehung auf. Es ist sehr übersichtlich aufgebaut und kann wie ein Nachsclagwerk genutzt werden. Sollte Ihre Hundeschule eine bestimmte Theorie vertreten oder Ihnen zu einer bestimmten "Methode" raten, dann haben sie durch dieses Buch, eine gute Möglichkeit, sich zu informieren.
Falls sie dann sehen, dass die Theorien oder Methoden der Hundeschule, zu den von Bloch gelisteten Irrtümern in der Hundeerziehung gehört, dann sollten Sie auf jeden Fall das klärende Gespräch mit Ihrer Hundeschule suchen.