Montag, 6. September 2010

Angst vor dem Tierheimhund

Vorurteile über Tierheimhunde verhindern erfolgreich die Vermittlung der Tierheimhunde.

In den Köpfen der Bevölkerung sind die Bilder fest verankert; die armen geschundenen Kreaturen, die einsam hinter Gittern sitzen. In der Realität sieht ein Hundeleben im Tierheim aber anders aus. Die verständliche Angst, im Tierheim ausschließlich verhaltensgestörte Hunde zu finden, ist daher unbegründet!

Im Tierheim Mönchengladbach verweilen die Hunde durchschnittlich nur drei Monate. Das Tierheim versucht, die Hunde in Gruppen zu halten. Das verhindert Verhaltensauffälligkeiten und Krankheiten im Vorfeld, die durch die dauerhafte soziale Isolation eines Hundes entstehen können.

Nicht immer werden Hunde wegen Verhaltensproblemen im Tierheim abgegeben. Die Hunde kommen auch nicht grundsätzlich aus schlechter Haltung. Abgabegründe wegen Geldmangel oder wegen Erkrankung des Besitzers kommen häufiger vor. Diese Hunde zeigen dann in der Regel keine Verhaltensauffälligkeiten und können einfach in einer neuen Familie untergebracht werden.

Auf der Suche nach dem problemfreien Hund gehen viele zum Züchter, um einen Rassewelpen zu kaufen. Aber ein Welpe vom Züchter garantiert dem Hundehalter auch keinen problemlosen Hund.

Welche Neigungen dem Welpen vererbt wurden und was er alles in seiner Entwicklung erlebt, nimmt Einfluss auf sein späteres Verhalten. Diese Dinge können nicht oder nur teilweise kontrolliert werden. Deshalb haben auch zahlreiche Hundebesitzer kleinere oder größere Probleme mit ihrem Hund. Das ist ganz normal, denn völlig unproblematische Hunde gibt es so selten, wie völlig unproblematische Kinder. Mit einem Hund, als Teil einer sozialen Gruppe, kann es immer auch mal Probleme und Konflikte geben.

Der Vorteil beim Hund aus dem Tierheim ist, dass schon viel über den Hund gesagt werden kann. Dadurch kann der Besitzer im Vorfeld erkennen, welche Stärken und Schwächen sein zukünftiger Hund hat.

Gerade die Hunde mit Macken sind es, die das Tierheim in Mönchengladbach besonders gerne vermittelt.

Manchmal ist die größte Schwäche des Hundes aber auch nur seine Rasse! Im Landeshundegesetz werden Rassen gelistet, die vom Gesetzgeber als potentiell gefährlich eingestuft werden. Eine ganze Hunderasse unter den Generalverdacht der Gefährlichkeit zu stellen, führte dazu, dass immer mehr dieser Rassehunde im Tierheim festsitzen.

Viele Tierheimhunde haben Schwächen! Dies sind aber häufig Schwächen, die andere Hunde auch haben. An vielen dieser Auffälligkeiten kann gemeinsam mit erfahrenen Hundetrainern gearbeitet werden und mit manchen dieser Problemchen kann der zukünftige Hundehalter auch sehr gut leben.

Selbstverständlich hat das Tierheim auch Hunde, die nur an sehr verantwortungsvolle und erfahrene Hundehalter abgegeben werden können.

Der Tierheimhund kann eine sinnvolle Alternative zum Welpenkauf sein. Im Fachgespräch mit dem Personal findet sich schnell ein Hund, der den persönlichen Wünschen entspricht.
Im Tierheim ist der dynamische Sportler aber auch der ruhige Hund, der Hund für Anfänger aber auch Hunde für erfahrene Hundekenner.