Mittwoch, 8. Dezember 2010

Fressnapf vergibt den 3. Platz für die hundefreundlichste Stadt an Mönchengladbach

Kunden des Unternehmens Fressnapf wählten Mönchengladbach zu einer der hundefreundlichsten Städte in Deutschland. Nach München (Platz 1) und Hamburg (Platz 2) wurde Mönchengladbach auf Platz 3 gewählt.

Es wurden nur 40 Städte mit über 200.000 Einwohnern bewertet, da Fressnapf in den Großstädten die größten Probleme für Hundehalter sieht.

Das Unternehmen möchte natürlich möglichst viele Hundehalter in die Städte bekommen. Die Diskussionen über hohe Hundesteuern, Leinenpflicht und schlechte Lebensbedingungen für Hunde in den Städten steigert aber nicht die Zahl der Fressnapfkunden.

Im Rahmen einer Foren-Diskussion erklärte Fressnapf, dass es nicht um den Verdienst der Stadt selbst geht, sondern um das, was Hundefreunde aus der Stadt machen.

So wurden die Freilaufflächen in Dortmund beispielsweise nicht von der Stadt, sondern von einem privaten Tierschutzverein geschaffen und finanziert. Die Initiative für die Freilaufflächen in Mönchengladbach ging von der Hundelobby MG aus, einer Interessensgemeinschaft der Hundehalter in MG.

Neben der Abstimmung der Teilnehmer bewertete das Team von Fressnapf auch die "harten" Fakten, wie Höhe der Hundesteuer, Anzahl von Einrichtungen für Hunde etc.

Nach Angaben der Rheinischen Post Mönchengladbach punktete Mönchengladbach durch die kostenlose Beförderung von Hunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln und durch die 17 Freilaufflächen.

Das Fressnapf-Team hat scheinbar nicht mitbekommen, wie konsequent Behörden in Mönchengladbach auch Hundehalter verfolgen, dessen Tiere außerhalb der ausgewiesenen Flächen, ohne Leine laufen. Die Größe, Lage und Gestaltung der vorhandenen Hundewiesen, war scheinbar auch kein wichtiges Kriterium für das Fressnapf-Team. Die wieder neu entfachte Diskussion innerhalb der Bevölkerung, um diese kleinen Flächen wird auch ignoriert. Die angekündigte Erhöhung der Hundesteuer, aber auch die Hundezählung, die illegale Hunde in Mönchengladbach aufspüren soll, ist dem Expertenteam des Fressnapfs scheinbar nicht so wichtig.

Hat Mönchengladbach wirklich den Platz 3 verdient?

Es ist schon erstaunlich, wie sehr auf eine Werbeaktion eines Unternehmens reagiert wird und wie wenig Menschen die Aussagen von Kynologen beachten.

Achim Schütz (Fressnapfs Unternehmenssprecher) erklärt:
Unser Anliegen ist es, Deutschlands Städte und Gemeinden zu ermuntern, inmitten von Straßen und Plätzen eine Hundehaltung zu ermöglichen, die die Bezeichnung artgerecht und lebenswert verdient.

Dies ist positiv, wenn die Bewertung dann auch mit Sorgfalt durchgeführt wird. Dazu gehört es, erst einmal klar zu sagen, was artgerecht in Bezug auf Auslaufmöglichkeiten bedeutet.

Nach Aussage der Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. braucht ein Hund mindestens eine Stunde Auslauf ohne Leine am Tag.
Als artgemäß sei ein Auslauf anzusehen, wenn der Hund freilaufend Tempo und Richtung seiner Bewegung bestimmen und die Umgebung erkunden könne.,
sagt die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.

Quelle: http://212.87.35.103/focus/pages/FText2.cfm?focus_id=27&text_select=149&farbe=ts


Frau Dr. Dorit Feddersen-Petersen spricht von zwei bis drei Stunden und unterstreicht, dass dies stark vom Hundeindividuum abhängt.

Erst wenn eine Stadt den Hundehaltern viele Möglichkeiten bietet, diese Kriterien der artgerechten Haltung zu erfüllen, sollte eine Stadt als hundefreundliche Stadt bezeichnet werden. Die Höhe der Hundesteuer oder die Anzahl der Einrichtungen für Hunde in einer Stadt sind aus kynologischer Sicht nicht wichtig.

Für Mönchengladbach wünsche ich mir die Möglichkeit einer Leinenbefreiung, wie sie in Hamburg möglich ist. Nach Paragraph 9 des Hundegesetzes (Hamburg) ist eine Befreiung möglich, wenn durch eine Prüfung nachgewiesen wird, dass man seinen Hund unter Kontrolle hat und keine Gefahr von ihm ausgeht. Eine alte fast gelähmte Dackeldame würde dann problemlos ohne Leine "laufen" dürfen.

Darüber hinaus könnte Mönchengladbach mit einem Konzept, wie das in Österreich durchgeführte http://www.platzfuerhunde.at/ sehr vielen Hunden einen artgerechten Freilauf ermöglichen. Das Konfliktpotential wäre hier auch geringer, als bei den häufig zentral gelegenen kleinen Hundewiesen.

Abschließend möchte ich mit den Worten von Günther Bloch sagen:

Ein Hund hat sich draußen zu benehmen und dann soll er auch ohne Leine laufen dürfen.

So einfach sollte es sein aber auch nicht einfacher!

Weitere Quellen:

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-12/18762268-pressemitteilung-ddp-direct-goldener-fressnapf-2010-geht-an-muenchen-mit-bildern-015.htm


http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Platz-drei-bei-Hundefreundlichkeit_aid_939505.html