Montag, 20. Dezember 2010

Hunde in den Medien

Der niederländische Fernsehsender ZEMBLA sendete am 11. Dezember 2010 eine Dokumentation mit dem Titel Ende des Rassehundes (Original: "Einde van de rashond").

Mit dieser Dokumentation klärte der niederländische Sender umfassende über Missstände in der Hundezucht auf. Der niederländische Zuchtverband hat sofort reagiert und will sich für eine Wende in der Zucht einsetzen. Der englische Sender BBC brachte 2008 eine umfassende Dokumentation über Qualzuchten und löste dadurch in England eine Wende in der Zucht aus.

Dokumentation "Einde van de rashond" ZEMBLA


Weitere Info über die Reportage der BBC


2010 brachten in Deutschland die Sendungen Stern-TV (RTL) und markt (WDR) Beiträge über Qualzucht und Hundehandel.

Niederlande und England zeigen, dass es notwendig ist, sehr umfassend über das Thema zu berichten, damit sich etwas bewegt.

Viele Fernsehsender scheinen in Deutschland an investigativen Journalismus wenig interessiert, wenn es um den Hund geht.

Selbstverständlich sind Hunde aber im Fernsehen immer willkommen, wenn sie Quote bringen. Deutschlands beliebteste Hunderassen werden in einer Chartshow präsentiert, kleine Verhaltensprobleme bekommt Martin Rütter blitzschnell in den Griff und Krankheiten behandelt der Tierarzt Dr. Wolf.

Alles Sendungen, die leicht verständlich sind, Quote bringen und vor allen Dingen keine Probleme aufdecken und deshalb auch keine Probleme machen.

Mit Blick auf den großen Zuchtverband VDH in Deutschland, erahnen die Medien wahrscheinlich, wie problematisch eine kritische Berichterstattung über Zucht sein kann. Der VDH ist ein sehr großer Verband. Wer will sich schon mit Goliath anlegen, wenn er nicht gerade David heißt?

Auch nach der Ausstrahlung der BBC kritisierte der britische Zuchtverband die Sendung und beschwerte sich bei der britischen Medienaufsichtsbehörde über den Inhalt. Die Reaktion der Bevölkerung, brach aber letztendlich den Widerstand des Zuchtverbandes und führte zu einer Wende in der Hundezucht in England.

Ob ein vergleichbares Projekt auch in Deutschland erfolgreich sein wird? Erfolg wird auch bei den öffentlich rechtlichen Medien zunehmen an Quote gemessen. Die Sender werden wahrscheinlich erst einmal Testen, wie positiv die Reaktionen der Zuschauer auf kleine Beiträge zum Thema sind.

Reaktion ist der Schlüssel zur Sendezeit! Reaktionen in Form von Mails, Briefen oder Internetbeiträgen. Erst wenn die Reaktionen stärker sind, als der Einfluss derer, die dieses Thema nicht in den Medien sehen wollen, werden die "Meinungsschaffenden" reagieren.

Vergleichen Sie auch:

Petwatch Blog: http://petwatch.blogspot.com/2010/12/ende-des-rassehundes.html


Als ich diesen Beitrag schrieb, hörte ich, dass die Rheinische Post in Mönchengladbach zur Wahl des schönsten Hundes aufgerufen hat.

Hier eine Betrachtung zu dieser Hundewahl

RP Mönchengladbach wählt den schönsten Hund

Die Rheinische Post ruft zur Wahl des schönsten Hundes aus Mönchengladbach auf.

Fragen wir hundert Hundehalter, welcher Hund der schönste sei, werden wir hundert Zettel mit der Aufschrift "Meiner" bekommen.

Die alleinige Zucht auf Aussehen bringt uns ja immer mehr kranke Hunde, die Qualen leiden und häufig sehr früh sterben müssen.

Aussehen alleine ist nicht wichtig!

Das werden wahrscheinlich auch die Verantwortlichen der Rheinischen Post wissen! Deshalb soll auch über lustige Angewohnheiten des Hundes berichtet werden.

Vergleichbar ist das mit der Miss Wahl, wo immer auch ein Interview mit der Miss geführt wird. Im Interview erzählt sie uns etwas über Erdbeeren, ihre Lieblingsschuhe und über den Weltfrieden. Werden wir aus der Rheinischen Post demnächst auch erfahren, ob der schönste Hund aus Mönchengladbach Pansen mag? Kann er vielleicht sogar seine Leine holen, wenn sein Besitzer den Befehl "KOS" gibt?

Auf dem Jahrmarkt der kynologischen Eitelkeiten wird meine Stimme der "Under Dog" bekommen. Under Dogs sind für mich beispielsweise die Hunde, dessen Schönheit für uns nicht mehr sichtbar ist, weil sie von Politik und Medien künstlich zu Bestien gemacht wurden. Was wäre das für eine Überraschung, wenn der schönst Hund in Mönchengladbach zu den Kampfhunden gehören würde!

Es ist positiv, dass es beim Wettbewerb der Rheinischen Post, um das schönste Foto von einem Hund geht!

Hier kann das Aussehen des Hundes in den Hintergrund rücken.

Ein Foto kann auch Lebensfreude ausdrücken, die Partnerschaft zum Menschen und andere positiven Aspekte der Hundehaltung.

Wir können also wirklich gespannt sein, nach welchen Kriterien die Rheinische Post den Gewinner auswählt.

Montag, 13. Dezember 2010

Silvester - Angst unserer Hunde

Auf der Seite der PetGroup hat Dr. Udo Gansloßer eine sehr gute Abhandlung über die Angst unserer Hunde vor Silvesterfeuerwerk geschrieben.

Er erklärt in diesem Artikel:

Weshalb Medikamente das Problem nicht unbedingt lösen
Weshalb eine Desensibilisierung über Geräusche von CD nicht immer erfolgreich ist
Weshalb Ignorieren der Angst des Hundes nicht pauschla das beste Verhalten ist
Weshalb Hunde im Alter plötzlich Angst entwickeln können

Lesen Sie hier: Silvester - Geräuschangst bei Hunden (von Dr. Udo Gansloßer)

15 Prozent - Erhöhung der Hundesteuer in MG

Mönchengladbach plant eine Erhöhung der Hundesteuer um 15 Prozent.

Dies soll 200.000 Euro mehr in die Stadtkasse bringen.

Für einen Hund zahlen Hundehalter in MG dann 138 EURO.
Für zwei Hunde 165 EURO
Für drei Hunde 207 EURO

pro Hund

(Alle Angaben ohne Gewähr)

Quelle: rp Online

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Fressnapf vergibt den 3. Platz für die hundefreundlichste Stadt an Mönchengladbach

Kunden des Unternehmens Fressnapf wählten Mönchengladbach zu einer der hundefreundlichsten Städte in Deutschland. Nach München (Platz 1) und Hamburg (Platz 2) wurde Mönchengladbach auf Platz 3 gewählt.

Es wurden nur 40 Städte mit über 200.000 Einwohnern bewertet, da Fressnapf in den Großstädten die größten Probleme für Hundehalter sieht.

Das Unternehmen möchte natürlich möglichst viele Hundehalter in die Städte bekommen. Die Diskussionen über hohe Hundesteuern, Leinenpflicht und schlechte Lebensbedingungen für Hunde in den Städten steigert aber nicht die Zahl der Fressnapfkunden.

Im Rahmen einer Foren-Diskussion erklärte Fressnapf, dass es nicht um den Verdienst der Stadt selbst geht, sondern um das, was Hundefreunde aus der Stadt machen.

So wurden die Freilaufflächen in Dortmund beispielsweise nicht von der Stadt, sondern von einem privaten Tierschutzverein geschaffen und finanziert. Die Initiative für die Freilaufflächen in Mönchengladbach ging von der Hundelobby MG aus, einer Interessensgemeinschaft der Hundehalter in MG.

Neben der Abstimmung der Teilnehmer bewertete das Team von Fressnapf auch die "harten" Fakten, wie Höhe der Hundesteuer, Anzahl von Einrichtungen für Hunde etc.

Nach Angaben der Rheinischen Post Mönchengladbach punktete Mönchengladbach durch die kostenlose Beförderung von Hunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln und durch die 17 Freilaufflächen.

Das Fressnapf-Team hat scheinbar nicht mitbekommen, wie konsequent Behörden in Mönchengladbach auch Hundehalter verfolgen, dessen Tiere außerhalb der ausgewiesenen Flächen, ohne Leine laufen. Die Größe, Lage und Gestaltung der vorhandenen Hundewiesen, war scheinbar auch kein wichtiges Kriterium für das Fressnapf-Team. Die wieder neu entfachte Diskussion innerhalb der Bevölkerung, um diese kleinen Flächen wird auch ignoriert. Die angekündigte Erhöhung der Hundesteuer, aber auch die Hundezählung, die illegale Hunde in Mönchengladbach aufspüren soll, ist dem Expertenteam des Fressnapfs scheinbar nicht so wichtig.

Hat Mönchengladbach wirklich den Platz 3 verdient?

Es ist schon erstaunlich, wie sehr auf eine Werbeaktion eines Unternehmens reagiert wird und wie wenig Menschen die Aussagen von Kynologen beachten.

Achim Schütz (Fressnapfs Unternehmenssprecher) erklärt:
Unser Anliegen ist es, Deutschlands Städte und Gemeinden zu ermuntern, inmitten von Straßen und Plätzen eine Hundehaltung zu ermöglichen, die die Bezeichnung artgerecht und lebenswert verdient.

Dies ist positiv, wenn die Bewertung dann auch mit Sorgfalt durchgeführt wird. Dazu gehört es, erst einmal klar zu sagen, was artgerecht in Bezug auf Auslaufmöglichkeiten bedeutet.

Nach Aussage der Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. braucht ein Hund mindestens eine Stunde Auslauf ohne Leine am Tag.
Als artgemäß sei ein Auslauf anzusehen, wenn der Hund freilaufend Tempo und Richtung seiner Bewegung bestimmen und die Umgebung erkunden könne.,
sagt die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.

Quelle: http://212.87.35.103/focus/pages/FText2.cfm?focus_id=27&text_select=149&farbe=ts


Frau Dr. Dorit Feddersen-Petersen spricht von zwei bis drei Stunden und unterstreicht, dass dies stark vom Hundeindividuum abhängt.

Erst wenn eine Stadt den Hundehaltern viele Möglichkeiten bietet, diese Kriterien der artgerechten Haltung zu erfüllen, sollte eine Stadt als hundefreundliche Stadt bezeichnet werden. Die Höhe der Hundesteuer oder die Anzahl der Einrichtungen für Hunde in einer Stadt sind aus kynologischer Sicht nicht wichtig.

Für Mönchengladbach wünsche ich mir die Möglichkeit einer Leinenbefreiung, wie sie in Hamburg möglich ist. Nach Paragraph 9 des Hundegesetzes (Hamburg) ist eine Befreiung möglich, wenn durch eine Prüfung nachgewiesen wird, dass man seinen Hund unter Kontrolle hat und keine Gefahr von ihm ausgeht. Eine alte fast gelähmte Dackeldame würde dann problemlos ohne Leine "laufen" dürfen.

Darüber hinaus könnte Mönchengladbach mit einem Konzept, wie das in Österreich durchgeführte http://www.platzfuerhunde.at/ sehr vielen Hunden einen artgerechten Freilauf ermöglichen. Das Konfliktpotential wäre hier auch geringer, als bei den häufig zentral gelegenen kleinen Hundewiesen.

Abschließend möchte ich mit den Worten von Günther Bloch sagen:

Ein Hund hat sich draußen zu benehmen und dann soll er auch ohne Leine laufen dürfen.

So einfach sollte es sein aber auch nicht einfacher!

Weitere Quellen:

http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-12/18762268-pressemitteilung-ddp-direct-goldener-fressnapf-2010-geht-an-muenchen-mit-bildern-015.htm


http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Platz-drei-bei-Hundefreundlichkeit_aid_939505.html

Freitag, 3. Dezember 2010

Giftköder in Mönchengladbach Menrath - Wickrath

Auf der Internetseit giftkoeder-alarm.de wird vor Giftködern in einem Waldstück zwischen Menrath und Wickrath gewarnt.

Zwei Hunde sind bereits verstorben, ein weiterer schwebt noch in Lebensgefahr.