Donnerstag, 27. Oktober 2011

Michael Grewe bei Stern-TV

Als am 12.01.2011 Stern-TV über den Angriff eines Rottweilers auf einen Jungen aus Köln berichtete, waren das Opfer und der Innenminister aus Sachsen-Anhalt, Holger Hövelmann eingeladen.


Das Thema wurde von Stern-TV am 26.10.2011 noch einmal aufgegriffen und diesmal wurde neben dem Opfer auch der Hundetrainer und Sachverständige Michael Grewe eingeladen.

Er hat den Rottweiler, der mittlerweile weitervermittelt wurde, getestet. Die Ursache für den Angriff sieht er im fehlgeleiteten Jagdverhalten des Hundes, das wahrscheinlich durch einen Stock ausgelöst wurde, den das Opfer bei sich hatte.

Vor dem Gespräch zeigte Michael Grewe in einem Beitrag, dass der Rottweiler, selbst bei aufdringlicher Berührung im Bauchbereich, keine Aggression zeigt.

Der Hund blieb entspannt und gelassen.

Dieses Verhalten stimmte auch mit der Aussage des Vorbesitzers überein, der gegenüber Stern-TV erklärte:
"Mein Hund hat in den letzten zwei Jahren nie ein anderes Tier oder einen Menschen verletzt."
Das harmonische Bild wurde leider etwas getrübt, als der Hund plötzlich die Hühner in der Umgebung jagte und Michael Grewe vergeblich versuchte ihn zu stoppen.

Der Moment, wo sich der Hund von der Leine befreite wurde im Beitrag nicht gezeigt. Michael Grewe sagte aber im späteren Studiogespräch, er habe einen Fehler gemacht.

Ein totes Huhn später, war das positive Bild vom Rottweiler nun leider etwas angekratzt.

Bei der Diskussion über die Gefährlichkeit von Hunden sollte es aber nicht um eine positive oder negative Darstellung gehen, sondern um eine realistische Einschätzung.

Zahlreiche Hunde können von ihrem Halter nicht kontrolliert werden, wenn das Jagdfieber sie gepackt hat. Entscheidend ist aber, was ein solches Jagdverhalten beim Hund auslösen kann.

Die Familie des Opfers sprach sich für das Einschläfern des Hundes aus und sahen in der Hühnerjagd einen weiteren Beweis dafür, dass der Hund nicht sicher gehalten werden kann. Diese Position der Familie des Opfers ist verständlich und nicht sehr überraschend.

Michael Grewe erklärte, dass der Hund an einen verantwortungsvollen Halter vermittelt wurde. Der Hund wird in der Öffentlichkeit nur noch mit Leine und Maulkorb geführt! Selbst beim versehentlichen Lösen von der Leine, ist der Hund weiter durch den Maulkorb gesichert.


Sehr offen und mutig sprach Michael Grewe das Risiko an, mit dem wir leben müssen, wenn wir uns für ein Leben mit Hunden entscheiden. Ob Menschen, die sich nicht für ein Leben mit Hund entschieden haben, dieses Risiko wirklich tragen wollen, sollte aber auch hinterfragt werden. Der Hinweis auf ein Restrisiko darf aber trotzdem nicht fehlen, wenn keine Augenwischerei betrieben werden soll.

Ich halte es für eine gute Entscheidung, mit dem Hund vor die Kamera zu gehen. Gerade weil der Hund keine Aggression gegenüber Menschen zeigt und deshalb nicht dem typischen Medienbild eines gefährlichen Hundes entspricht. Der Hund knurrt nicht, bellt nicht, zeigt keine Zähne und wurde trotzdem gefährlich. Auf diesen Weg, kann auf versteckte Gefahren hingewiesen werden und der Bestialisierung des Hundes entgegengewirkt werden.

Der ungewollte Zwischenfall mit dem Huhn zeigt aber auch, dass wir alle im Umgang mit Hunden Fehler machen. (TV Hundeexperten sind ja sonst grundsätzlich unfehlbar und können alle Probleme sofort lösen.)

Sinnvoll wäre, wenn sich durch die Sendung von Stern-TV mehr Hundehalter mit dem Thema “fehlgeleitetes Jagdverhalten“ beschäftigen und potentielle Gefahren rechtzeitig erkennen.

Einen guten Beitrag zum Thema:
Falscher Hase
Von Michael Grewe

Quellen: Stern-TV

Freitag, 7. Oktober 2011

Heimwerker in Hundesachen

Die Webseite Dogityourself stellt kreative Ideen von Hundehaltern vor.

Hier finden Sie Bau-, Näh-, Koch- und Baselanleitungen aber auch Anregungen für neue Tricks, die Sie Ihrem Hund beibringen können!

Ein Auszug aus dem Angebot von Dogityourself:

Blumenkisten Spiel (Ein Suchspiel für den Hund)

Das Fallrohr

Thunfisch-Käse-Cracker

Futternapfständer aus Weinkiste

Trick Rückenkratzen

Hundebett aus Kaffeesack


Zahlreiche weitere Ideen auf http://www.dogityourself.com/

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Retten wir Hunde aus dem Ausland?

In einem Interview mit Einzelfelle fragte ich die Tierärztin Sophie Strodtbeck und Dr. Udo Gansloßer nach möglichen Problemen durch den zunehmenden Import von Hunden aus dem Ausland.

Einzelfelle wies in dem Interview auf Krankheiten hin, die zum Teil bereits in Deutschland durch den Import von Auslandshunden ansässig geworden sind. Diese Krankheiten können zur Gefahr für hiesige Hunde aber auch Menschen werden.

Mögliche Probleme für Halter und Hund entstehen, laut Einzelfelle, auch durch andere Lebensraum- und Futterprägung, fehlende Menschenprägung und eine ganz andere Spezialisierung des Hundes.

Einzelfelle betont, dass sich diese Hunde in Deutschland oft ein Leben lang nicht wohlfühlen.

"Tierschutz kennt keine Grenzen", ist ein häufig vorgebrachtes Argument.

Was manchmal im Namen des Tierschutz geschieht, scheint tatsächlich keine Grenzen zu haben!

Selbstverständlich kann auch der Tierschutz im Ausland eine sehr gute Sache sein!
Damit es eine gute Sache wird, ist neben der Liebe zum Tier auch ein enormes Fachwissen erforderlich.


Organisationen, die Hunde zur Vermittlung nach Deutschland importieren, sollten die Tauglichkeit des Hundes berücksichtigen und zukünftige Besitzern ehrlich über mögliche Schwierigkeiten aufklären.

Meist werden die Hunde aus dem Ausland nur über Mitleid an den neuen Besitzer gebracht, der sich dann schnell über das problematische Verhalten des Hundes wundert.

Mit freundlicher Genehmigung von Sophie Strodtbeck veröffentliche ich hier ihren Artikel "Der Canis autisticus" aus dem Buch "Hunde aus dem Ausland".

Das Buch bietet eine gute Möglichkeit sich vor der Anschaffung eines Hundes aus dem Ausland über mögliche Probleme zu informieren.

CANIS AUTISTICUS

Vor mittlerweile 10 Jahren kreuzten sich unsere Wege das erste mal. Zehn Jahre sind eine lange Zeit, und damals war ich noch der Meinung, dass so ein Hund mit Migrationshintergrund doch bestimmt dankbar ist, wenn man ihn in eine Wohnung in der Großstadt steckt, regelmäßig für Nahrung sorgt, mit ihm spazieren geht und ihn mit Liebe überschüttet. Wie naiv mein Denken war, zeigt mir das Dönertier sehr schnell.

Der Canis autisticus war ursprünglich in türkischen Mülltonnen beheimatet, legte einen Zwischenstopp beim „Tierschutz“ ein und wurde mit einem halben Jahr („ist ja noch ein junger Hund“) von mir zwangsexportiert, und genießt seither in hiesigen Gefilden Asylstatus.

Den Wechsel vom "Lebensraum Mülltonne" zum "Lebensraum Couch" hat der Canis autisticus ohne größere Schäden überstanden und fühlt sich seither auf seiner Couch so heimisch, dass er sie nur sehr ungern verlässt. Denn im Gegensatz zu einem eigenen Frauchen und einem Leben in der Zivilisation, fand der Autisticus die Annehmlichkeiten einer Couch und einer Wohnung ganz passabel. Das Leben in der Stadt allerdings nicht, so musste der Autisticus selbst zum täglichen Spaziergang - notfalls unter Androhung von Gewalt!- überredet werden. Dies gelang allerdings nicht immer.

Hat sich der Autisticus dann doch überreden lassen, so lebt er draußen in der ständigen Angst, der Himmel könnte ihm auf den Kopf fallen. Dass das der Himmel in den letzten 10 Jahren nicht mal ansatzweise getan hat, beruhigt den Autisticus nicht im Geringsten - man kann da nie vorsichtig genug sein, Himmel sind einfach unberechenbar!!!

Aber nun Spaß beiseite, denn Spaß machen ihre Panikattacken weder ihr noch mir. Physiologischer weise trägt der Canis Autisticus seine Rute zwischen den Beinen und läuft sich ständig in alle Richtungen absichernd durch die Gegend. Ausgelassen ist er sehr selten – und nie lange. So können zB ein vibrierendes oder mit ungewohntem Klingelton ausgestattetes Handy, ein Schuß aus dem Wald, oder sonstige unerwarteten und unbekannten Geräusche dafür sorgen, dass der Autisticus komplett in sich zusammen fällt, zittert und schreit, und durch nichts zu beruhigen ist. Ansprechbar ist sie in solchen Situationen überhaupt nicht mehr, ohne Leine würde sie monoton und stereotyp schrill bellend kilometerweit einfach geradeaus laufen. Wohin ist ihr egal, manchmal ist sie dann auch in den Wald gelaufen, dem Schuß entgegen. Das soll einer verstehen... Aber damit nicht genug, nach solchen Vorfällen dauert es meist mindestens ein bis zwei Wochen, bis sie wieder ganz die Alte ist und auf der Couch entspannt, in dieser Zeit bringt sie jede Kleinigkeit völlig aus dem Konzept, selbst Dinge, die eigentlich mittlerweile kein Problem mehr darstellen, und die ersten paar Tage verweigert sie dann komplett jede Nahrung. Außerdem kann ich mir sicher sein, dass sie danach wieder Stereotypieen zeigt und mindestens wieder ein handflächengroßes Stück Fell darunter leiden muss, weil sie dann anfängt, sich aufzubeissen und – zuschlecken.

Ein weiteres großes, und im Alltagsleben nicht unerhebliches Problem stellte das Autofahren dar. Was heißt Auto fahren? So weit kamen wir selten, denn die ersten vier(!) Jahre erbrach sie schon beim Anblick des stehenden Autos in 20 m Entfernung. Man muss aber zu ihrer Entschuldigung dazu sagen, dass sie das erste Auto ihres Lebens auf dem Weg zum Flughafen sah. Der Flug trug dann sein übriges dazu bei, dass zwischen Günes und den Autos wohl nie mehr eine dicke Freundschaft entstehen wird. Ich bin ja schon froh, dass sie nun, mit 10 Jahren, zwar immer noch deutlich zeigt, wie suspekt ihr das alles ist, aber immerhin die Autoputz-Aktionen seltener
geworden sind.

Zu erwähnen ist auch, dass sie, wie so viele ihrer südländischen Mitbürger/innen, massive Gelenkschäden, vermutlich durch die Mangelernährung im Welpenalter, davon getragen hat. Bereits mit 10 Monaten musste sie wegen einer OCD am Ellbogen operiert werden, inzwischen ist ihr nicht vorhandenes Hüftgelenk durch eine Denervation schmerzfrei gestellt worden. Die anderen Gelenke sehen auch nicht besser aus.
Die OCD im Junghundealter wiederum verstärkte ihre sowieso vorhandene Panik vor anderen Hunden, die sie bedrängen. Leider hat sie nämlich offenbar nicht „hier“ geschrien, als die viel gerühmte Sozialverträglichkeit an die Südhunde verteilt wurde. Kein Wunder, denn zwischen Mülltonne und Flug war sie in einem Gehege von „Tierschützern“ untergebracht, zusammen mit Hunden jeden Alters, und wurde ordentlich gemobbt. Das hinterließ in der Prägephase deutliche Spuren und es gab Zeiten, da hatte ein Chihuahua in einem Kilometer Entfernung ein ähnliches Panikverhalten zur Folge wie Autos, Himmel oder Schüsse.

Der Besuch diverser Hundeschulen half leider auch nicht weiter, ich bekam aus heutiger Sicht haar- und fellsträubende Ratschläge. Angefangen bei einem relativ harmlosen „den Hund kann man nicht ändern, den müssen Sie so nehmen, wie er ist - oder abgeben“, bis hin zu einer Liste mit sogenannten
„Dominanzregeln“, die ich mir an den Kühlschrank heften sollte, um sie auch wirklich zu verinnerlichen. Dort hingen sie auch eine Zeit lang, aber zum Glück sagte mir damals schon recht schnell mein gesunder Menschenverstand, dass das nicht der richtige Weg im Umgang mit einem zutiefst verunsicherten Hund sein kann. Warum soll ich einen Hund, der endlich anfängt Vertrauen zu zeigen und meine Nähe auf der Couch sucht, von dieser verbannen? Warum soll ich einen Keks essen, bevor ich dem Hund seinen Napf hinstelle, obwohl ich doch nur froh bin, wenn mein norektischer Hund ein paar Bröckelchen Futter zu sich nimmt? Wie soll ich meinen Status dadurch festigen, vor dem Hund durch die Türe zu gehen, wenn dieser sich sowieso monatelang weigert, seine sichere Wohnung zu verlassen? Und warum soll ich ständig darauf bestehen, dass der tief schlafende Hund mit völlig kaputten Gelenken aufsteht und mir Platz macht, obwohl er dabei jedes mal Schmerzen erleidet und ich eigentlich sehr froh bin, dass er mir inzwischen vertraut und nicht jedes mal hysterisch aufspringt, wenn ich in seine Nähe komme. Natürlich braucht ein solcher Hund klare Regeln und Strukturen, die ihm Sicherheit geben, aber bitte auf der Basis verhaltensbiologischer Erkenntnisse, und nicht durch pauschale und schlichtweg falsche an den Kühlschrank geheftete Kochanleitungen.
So schäme ich mich bis heute furchtbar, dass ich einen anderen „Tipp“ aus Unwissenheit ausprobiert habe. Und zwar, die Ängste des Hundes (die ja angeblich ein Fehlverhalten sind!) zu ignorieren. Was heißt Angst? Im Falle meines Dönertieres war es die pure Panik. Schon der oben erwähnte Chihuahua in einem Kilometer Entfernung reichte aus, dass dieser Hund schreiend, zitternd, mit schneeweißen Schleimhäuten und dem Schock nahe in der Schleppleine hing, während ich auf der Leine stand, den Hund seinem Schicksal überließ und Wolken zählte, um ja nicht auf die Ängste einzugehen und diese zu bestärken. Glücklicherweise war mir auch da schnell klar, dass das nicht zielführend sein kann, und inzwischen weiß ich, dass Gefahrenabwehr Leittiersache ist und versuche stets für meine Hunde ein verlässlicher Partner zu sein.

Inzwischen zählen meine Hunde entspannt Wolken, während ich versuche brenzlige Situationen zu regeln. Na ja, Günes zählt keine Wolken, sondern behält den Himmel im Auge, aber ich habe weit mehr Erfolg, indem ich mich vor meine Hunde stelle, als durch das Kekse essen vor meinen Hunden! Anderen Hunden gegenüber wird sie wohl ihr Leben lang misstrauisch bleiben, aber sie hat mit den Jahren gelernt, dass sie sich auf mich
verlassen kann.

Der Autisticus lebt aber bis heute meist in seiner eigenen Welt, kann Stunden damit verbringen, den Himmel im Auge zu behalten (sicher ist sicher!) oder Regenwürmer auf charmanteste Art und Weise zum Spiel aufzufordern. Dass die Regenwürmer sich auf das Spiel nicht einlassen wollen, kann der Autisticus bis heute nicht verstehen... wie so vieles andere auch...

Beim täglichen Spaziergang- wenn er denn stattfindet!- läuft der Autisticus aus Prinzip mindestens 100 Meter hinter seinem Frauchen (bzw seiner Couch- Mitbewohnerin, denn ein "Frauchen" hat der Autisticus nicht (nötig)!). Das einzige, was ihn dann aus der Reserve locken kann sind, abgesehen von Regenwürmern, vermeintliche alte Bekannte, sprich völlig unbekannte Menschen, die vom Autisticus begrüßt werden, als würde sie ihre besten alten Freunde nach 20 Jahren wieder treffen, was meist sehr erstaunte Blicke bei den betroffenen Personen erzeugt. Das diese begeisterte "Wiedersehens"freude von den meist nicht sehr Hunde-begeisterten Auserwählten nur sehr selten erwidert wird, stößt den Autisticus vor den Kopf und er fällt danach wieder in stundenlange
Depressionen.

Für meine Beagles allerdings ist der Autisticus eine große Bereicherung, denn während die planlosen Beagles öfters an Büschen vorbei strahlen, in denen sich ganze Rudel von Rehen befinden, fängt der Autisticus, der Rehe annähernd so spannend findet wie Regenwürmer, unvermittelt an das Gebüsch anzuspielen. Während das Frauchen in diesen Fällen noch erstaunt reinschaut (obwohl einen mit den Jahren eigentlich nichts mehr, was der Autisticus tut, verwundert), springt das Rudel Rehe aus dem Gebüsch, die Beagles hinterher, und zurück bleibt ein schreiendes Frauchen und ein zu Tode beleidigter Autisticus, der überhaupt nicht verstehen kann, dass Rehe solche Spielverderber sind.

Im Vergleich zu vielen Südhunden, die ich kenne, habe ich da wohl richtig Glück gehabt, denn einen ausgeprägten Jagdtrieb hat Günes nicht. Na ja, dafür habe ich ja noch zwei Beagles...

Der Autisticus hat es aber auch oft nicht leicht, manchmal verschwört sich die ganze Welt (und der Himmel?) gegen ihn. So kam es, dass der arme Autisticus eines Tages an der Isar aus heiterem Himmel (nein, der böse Himmel schon wieder!) anfing wie am (Döner-)Spieß schrill zu schreien und völlig hysterisch durch die Gegend zu rennen. Alle Versuche ihn einzufangen scheiterten kläglich, der Autisticus war dermaßen durch den Wind, als wäre ihm soeben der Himmel persönlich erschienen. Langsam kam auch in mir die Panik hoch, denn es hörte sich an, als befände sich der Autisticus gerade im Todeskampf. Es blieb mir aber nichts anderes übrig, als den gesitteten Rückzug nach Hause anzutreten- in der Hoffnung, dass der Autisticus mir folgen würde, um in Ruhe auf der Couch zu sterben. Nach gefühlten Stunden wurde es dem Autisticus draußen tatsächlich zu bedrohlich, weil sich inzwischen besorgte Menschenmassen eingefunden hatten, die sich dieses Naturschauspiel nicht entgehen lassen wollten. Zu Hause war es dann endlich möglich den Autisticus, der inzwischen nur noch leise vor sich hin wimmerte, eingehend zu untersuchen- um festzustellen, dass ihm ein KAUGUMMI zwischen den Ballen klebte...!!!

Der Autisticus fühlte sich nach dieser prägenden Erfahrung übrigens in seinem prinzipiellen Misstrauen gegen die Welt bestätigt.

Eine andere Bedrohung sucht den Autisticus allmorgendlich heim. Es ist sein tägliches Yoga-Ritual jeden Tag mit ausgiebigen Streckübungen zu beginnen, wenn er sich denn endlich mal dazu durch gerungen hat wirklich die Couch zu verlassen. Einer Katze gleich wird der Autisticus dabei fast drei Meter lang und jeden Morgen entweicht seinem Popöchen dabei ein ganz leises "Pffffffft". Und auch jeden Morgen erschreckt sich der Autisticus dabei furchtbar vor sich selbst, schreit, nimmt den Schwanz zwischen die Beine, so dass er vorne wieder raus kommt und rennt entsetzt ins nächste Eck, um von dort aus misstrauisch jeden Winkel des Zimmers zu beäugen. Danach wird wieder der Himmel abgesucht...

Auch das Freßverhalten des Autisticus ist erwähnenswert: der „ach so dankbare Straßenhund“ verweigerte jegliche Nahrung (ich wusste bis dato nicht einmal, wie viele verschiedene Hundefuttersorten es gibt) und magerte immer mehr ab. Das Hungerzentrum scheint zugunsten des Angstzentrums zurück gedrängt worden zu sein und ist nur sehr rudimentär ausgebildet. So erntet man vom Autisticus nur angewiderte Blicke, wenn man versucht ihn mit Wienerle oder Ähnlichem aus der Reserve zu locken - während die Beagles daneben versuchen neue Rekorde in der Länge der
Sabberfäden aufzustellen. Der Autisticus fängt auf der Stelle das peicheln und Schmatzen an, verzieht die Nase und tut gerade so, als wolle man ihn vergiften. Mit einem Autisticus kann es auch passieren, dass einem wildfremde Leute mitleidig Geld für Hundefutter in die Hand drücken und man übelst als Tierquäler beschimpft wird, was bei einem Hund in Schäferhundgröße mit einem Kampfgewicht von 11 kg auch nicht weiter verwundert... Von Futterprägung hatte ich bis dahin noch nie etwas gehört -inzwischen weiß ich, dass sie für einen Döner alles stehen und liegen lässt und sogar vorübergehend ihre Angst vor dem Himmel vergisst. Aber nur vorübergehend!

Dafür lernt man mit solch einem Hund, sich über Kleinigkeiten, die für viele selbstverständlich sind (und es bis dahin für mich auch waren) riesig zu freuen. Niemals werde ich vergessen, wie der Autisticus mit ca. vier Jahren in eine Brombeerhecke gelaufen ist und sich einen Dorn in die Pfote eingetreten hat. Ich rechnete schon mit dem Schlimmsten, siehe Kaugummi, aber was machte Günes? Sie kam zu mir, hielt mir ihre Pfote hin und schaute mich mit einem „mach das weg Blick“ an – und mir kullerten vor Rührung die Tränchen über's Gesicht. Das war das erste mal, dass sie auf mich zukam und mir vertraute! Wie toll doch so eine matschige Hundepfote sein kann...

Lange habe ich gezweifelt, ob es damals richtig war, sie aus ihrem Lebensraum zu reißen und sie hier einzubürgern, in eine Welt, die ihr vollkommen fremd war und die sie komplett überforderte.
Einen Gefallen habe ich ihr damals sicherlich nicht getan, auch wenn ich, wie so viele andere auch, nur die besten Absichten hatte. Aber ich habe sie mitgebracht und da blieb nur, das beste daraus zu machen und zu versuchen, ihr die Angst zu nehmen, und das Leben hier so angenehm wie möglich zu machen. Dafür musste sie viel lernen - ich aber auch. Und zwar, mich mit dem Verhalten von Hunden auseinanderzusetzen (danke, Günes!), auch kleine Fortschritte schätzen zu lernen, und zu akzeptieren, dass man vieles nicht ändern kann, sondern es hinnehmen muss. Ich habe meine Ansprüche runter gefahren und eingesehen, dass sie niemals der Kumpelhund sein wird, der mit mir durch dick und dünn geht, und dadurch sehr viel Druck von uns beiden genommen. Sie ist anders, aber das ist für mich in Ordnung. Sie lebt bei uns, und selten auch mit uns. Aber sie wird im Kopf immer ein unabhängiger und zutiefst traumatisierter Straßenhund bleiben. Klar, hätte ich sie nicht mitgenommen, dann würde sie sicherlich längst nicht mehr leben – aber im Hinterkopf bleibt die Frage nach der Lebensqualität, denn die Lebensquantität ist sicher nicht alles. Doch inzwischen hat sie eine Lebensqualität, da bin ich sicher. Nicht immer, aber immer öfter! Hat ja auch fast 10 Jahre gedauert...

Aber – und zwar großes ABER! - ich halte es mit dem kleinen Prinzen: man ist zeitlebens für das verantwortlich, was man sich vertraut gemacht hat. Und so war für mich immer klar, dass ich alles geben muss, um diesem Hund ein möglichst angenehmes Leben zu bieten, denn ich war ja schließlich Schuld an seinem neuerlichen Elend. Und „alles“ war wirklich alles! Angefangen beim verzweifelten Versuch, mein Auto in gesellschaftsfähigem Zustand zu halten, über immense Kosten für die diversen Operationen, für den meist nicht sehr hilfreichen, aber trotzdem teuren Besuch vieler Hundeschulen, für den Kauf unzähliger verschmähter Futtersäcke, bis hin zu Unmengen an Zeit, die ich zwar gerne investiert habe, die aber sehr viele Nerven und Tränen gekostet haben.

Und da stellt sich mir die durchaus berechtigte Frage, wie viele Menschen bereit gewesen wären, all das mit zu machen. Viele Leute, die einen „ach so dankbarer und sozialverträglicher Straßenhund“ versprochen wird, wären bestimmt nicht bereit gewesen, all das auf sich zu nehmen, bzw. hätten sie
gar nicht die Möglichkeiten. Günes' Weg wäre, wie der vieler Südhunde, vorprogrammiert gewesen.
Sie wäre zwar bestimmt schnell vermittelt worden, denn sie ist ein sehr hübsches Unikum, aber genauso schnell wäre sie vermutlich im nächsten Tierheim gelandet. Das Spiel hätte sich wahrscheinlich noch ein paar mal wiederholt, und dann wäre der Hund an seinem Streß, bzw. dem daraus resultierenden Organversagen, gestorben.

Die Tierschutzorganisationen, mit denen ich in all den Jahren zu tun hatte, kümmern sich nämlich nach der Vermittlung in den seltensten Fällen um die Tiere, sondern lassen sie, gemeinsam mit den dazugehörigen Besitzern, im Regen stehen.
Hauptsache der Hund ist „gerettet“, ob er will oder nicht. Günes stellt bestimmt ein Extrembeispiel dar, aber trotzdem ist sie symptomatisch für viele Hunde aus dem Ausland mit ungewisser Vergangenheit. Viele Hunde, die, wenn man sie fragen würde, sicherlich nicht begeistert ihre Koffer packen würden, um hier Asyl zu beantragen. Tierschutz sollte, wie schon das Wort sagt, im Sinne der Tiere sein. Und genau da ist der Haken beim derzeit oft praktizierten Auslandstierschutz – und an der Situation der Tiere dort ändern auch die großzügig verteilten Flugtickets nach Deutschland nichts, denn das ist nichts anderes als der Tropfen auf dem
heißen Stein. Solange die Strategie nicht geändert, und endlich angefangen wird, zu sterilisieren und die dortige Bevölkerung aufzuklären, ändert sich auch an der Situation der Hunde nichts.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Giftködermeldungen auf hund-moenchengladbach

Zahlreiche Internetportale berichten über Giftköder.

Auch hund-moenchengladbach.de hat sich zur Aufgabe gemacht, über Gift zu informieren.

Um aktuell und schnell die Leser zu informieren, ist es aber notwendig, alle möglichen Quellen ständig zu beobachten. Umgekehrt ist es auch notwendig Giftfunde möglichst vielen Plattformen mitzuteilen.

Der Aufwand ist sehr hoch!

Wünschenswert und sinnvoll wäre es, wenn zumindest die großen Portale, wie Giftköder-Alarm.de und Giftwarnung.info immer genutzt werden.

So können zentrale Internetportale entstehen, wo über Gefahren durch Giftköder aktuell und schnell informiert wird.

(Darüber hinaus können selbstverständlich auch andere Internetplattformen und die klassischen Medien informiert werden.)

Giftwarnungen im Internet:


Giftköder-Alarm.de

Giftköder-Alarm (NRW)

Giftköder-Alarm veröffentlicht Meldungen auf einer Webseite und verschickt einen wöchentlichen Newsletter.

Auf google Map können hier Giftmeldungen aus Mönchengladbach eingesehe werden!


Giftwarnung.info

Giftwarnung.info


Informiert über Giftmeldungen aus Österreich, Deutschland, Schweiz und Luxenburg.

Alle Giftwarnungen sind über eine Google Maps Karte einsehbar

Giftwarnungen Raum Mönchengladbach


Es gibt zusätzlich eine mobile Giftwarnkarte für Smartphones.


Die Karten von "Giftköder-Alarm" und "Giftwarnkarte" werde ich hier im Blog fest einbinden. Über aktuelle Meldungen aus Mönchengladbach werde ich so schnell wie möglich berichten!

Dienstag, 27. September 2011

Wandern mit Hund in Mönchengladbach

Die Hundewiesen alleine sind nicht geeignet, um den meisten Hunden den nötigen Auslauf zu bieten.

Dafür sind die Flächen einfach zu klein und die Gestaltung nicht hundegerecht. Mancher Hund ist auch mit dem ständigen Kontakt zu Fremdhunden einfach überfordert.

So mancher Hund wird auf der Hundewiese zum Mobbingopfer und so mancher Halter, hält dies dann für fröhliches Spiel.

Dem Hund sollte Auslauf geboten werden! Der Hund sollte auch mit anderen Hunden regelmässig Kontakt haben.

Optimal wäre, wenn sich Hundehalter in kleinen Gruppen treffen und Wanderungen mit ihren Hunden unternehmen.

Auf der Suche nach geeigneten Wanderstrecken im Raum Mönchengladbach, habe ich eine wunderbare Webseite gefunden.

Auf www.gpsies.com sind hier Wanderstrecken aus dem Raum MG vorgestellt:

Wanderstrecken im Raum MG


Aus rechtlichen Gründen möchte ich noch darauf hinweisen, dass dies keine reinen Hundefreilaufgebiete sind. Sie müssen also Ihre Hunde auf den Strecken teilweise oder sogar vollständig anleinen. In diesem Zusammenhang sollte Mönchengladbach einmal überlegen, ob bestimmte Strecken nicht vollständig für den Hundefreilauf freigegeben werden können!

Dienstag, 20. September 2011

Hund ist Hund - Eine Demo in Mönchengladbach

Am 22.10.11 um 11:00 Uhr sind alle Hundehalter eingeladen mit Ihren Hunden über die Hindenburgstraße zum alten Markt und zurück zum Stadttheater zu laufen, um für die Abschaffung der Rasselisten im Hundegesetz NRW zu demonstrieren.

Die mögliche Gefährlichkeit eines Hundes ist keine Frage der Rasse. Die Pauschalverurteilung bestimmter Rassen schadet den betroffenen Hunden und Hundehaltern und bringt absolut keinen praktischen Nutzen.

Die Veranstalter wünschen sich rege Teilnahme aller Hunde und nicht nur der Listenhunde. Getreu dem Motto der Demonstration: Hund ist Hund!

Dadurch soll auch das verschobene öffentliche Bild vom fälschlich als Kampfhunde bezeichneten Hunderassen korrigiert werden.

Am Stadttheater werden Redner und Infostände das Thema weiter vertiefen.

Weitere Informationen und Kontakt zum Veranstalter finden Sie hier: www.hundisthund-mg.de

Montag, 12. September 2011

Einzelfelle

Mittlerweile scheint sich herumgesprochen zu haben, dass das Verhalten unserer Hunde das Produkt zahlreicher Faktoren ist. Viele Hundeschulen werben deshalb mit der ganzheitliche Betrachtung des hündischen Problemverhaltens.

Es ist fraglich, ob dieses Werbeversprechen immer eingehalten werden kann!

Der Betreiber einer Hundeschule ist häufig mit Welpenspiel-, Junghundegruppe und Büroarbeit schon völlig ausgelastet. Für die Arbeit mit “Problemhunden“ fehlt häufig die Zeit aber auch das nötige Wissen. Trotzdem wird versucht, den Kunden zu beraten, denn auch mit falschem Rat kann Geld verdient werden!

Die “Überweisung“ an den Spezialisten, wie es beispielsweise in der Humanmedizin normal ist, bleibt im Hundebereich die Ausnahme.

Wie soll aber der problematische Hund ganzheitlich Betrachtet werden, wenn kompetente Ansprechpartner fehlen?

Mit dem Projekt “Einzelfelle“, bieten die Tierärztin Sophie Strodtbeck und der Zoologe Dr. Udo Gansloßer eine Beratung für Halter, Züchter, Tierärzte und Trainer aus verhaltensmedizinischer Sicht an.

Einzelfelle möchte Hundeschulen und Tierarztpraxen dabei unterstützen, Lösungsansätze für ihre Kunden zu finden.

Ein Fallbeispiel
Frau S. lebt mit dem kastrierten vierjährigen Rüden Tom, der einjährigen Hündin Susi und dem intakten Jungrüden Jack in Mönchengladbach.

Der Einzug des 5monatigen Jack in die Familie führte zu einer Störung in der Gruppe.

Als die Hündin Susi bei einem Spaziergang von einem anderen Hund angegriffen und verletzt wurde, veränderte sich die soziale Struktur in der Hundegruppe.

Der erwachsene Rüde Tom übernahm verstärkt die Rolle des Gefahrenabwehrers, was nun häufiger zu Konflikten bei Hundebegegnungen führt.

Dr. Udo Gansloßer bewertete in Kooperation mit Sophie Strodtbeck die Situation aus verhaltensmedizinischer Sicht und sprach Empfehlungen aus.

Vor der Bewertung erfolgte eine Wesenseinschätzung aller Hunde. Grundlage für die Einschätzung waren Auskünfte der Halterin, zum Verhalten der Hunde in bestimmten Situationen.

Verhaltensmedizinischen Empfehlung durch Einzelfelle

Beziehungen, Kastration und Hormone


Beziehungsgefüge unter Hunden oder in gemischten Mensch-Hund Teams sind nach dem Hereinkommen eines weiteren neuen Hundes oftmals über mehrere Monate instabil. Zudem ist Tom als kastrierter Rüde möglicherweise in dieser Situation noch zusätzlich prolaktingesteuert. Das sogenannte Elternhormon Prolaktin, dass insbesondere bei kastrierten Rüden auch in Anwesenheit von Junghunden oder Welpen ausgeschüttet wird, regelt u.a. die Jungtierverteidigungsaggression. Dazu kommt, dass die „Eifersuchtsaggression“, also die Verteidigung der Halterin bei entsprechend gut funktionierender Paarbindung, durch das Vasopressinsystem ebenfalls testosteronunabhängig gesteuert wird, so dass auch hier die Kastration keine besonderen Auswirkungen hat.

Stabilisierung der Gruppe und Gefahrenabwehr durch die Halterin

Zielstellung ist es, die Verhältnisse in dieser Gruppe so zu stabilisieren, dass Tom die Rolle des gefahrenerkennenden und gefahrenabwehrenden Leittiers an die Halterin abgibt, und dadurch, nebenbei bemerkt, auch selbst ein entspannteres Dasein haben wird. Es ist klar ersichtlich, dass er mit dieser sich selbst auferlegten Rolle des Gefahrenabweheres und Beschützers überfordert erscheint.

Ernährung und Verhalten

Tom, der eine Stabilisierung seines Verhaltens vertragen könnte, sollte zukünftig zuverlässig
maisfrei gefüttert werden, wobei zu beachten ist, dass die Bezeichnung Getreide in der
Deklaration meistens Mais bedeutet. Mais enthält ein Enzym, dass den Aufbau des
Serotonins im Gehirn behindert, und Serotonin ist ein wichtiger Gegenspielers des passiven
Stresshormons Cortisol. Zudem sollte, ebenfalls um die Serotoninbildung zu verbessern, die
Aminosäure Tryptophan bei Tom zugefüttert werden, am besten in Form des Produkts Relax Plus der Firma VET Concept, dass auch noch zusätzlich verhaltensstabilisierende B-Vitamine enthält

Die Hündin Susi, die sich als extrem extrovertierte, aber emotional instabile A-Typ Hündin darstellt, sollte dagegen Mais erhalten, um etwas beruhigt zu werden. Zusätzlich sollte bei ihr die Aminosäure Phenylalanin möglichst wenig im Futter vertreten sein, was bedeutet, dass vorwiegend Schwein, Lamm, Schaf, und ggf. ab und zu Pferd oder selten Geflügel im Futter vorhanden sein sollte. Rind, Herz und Innereien sind in dieser Hinsicht kontraindiziert. Als Kohlenhydratträger neben dem genannten Mais wäre für Susi vorwiegend Kartoffeln und Getreideprodukte, etwa Nudeln, anzuregen. Diese enthalten auch sehr wenig Phenylalanin.


Beziehungsbildung und Beziehungsneubildung

Wie bereits erwähnt, ist die Beziehungsneubildung offensichtlich noch nicht abgeschlossen.
Dies liegt einerseits am Status der beiden jüngeren Hunde, die beide noch als Junghunde und wenig stabile Gruppenmitglieder zu betrachten sind. Andererseits ist ohnehin bei Integration eines neuen Hundes in ein bereits eingespieltes Team mit einer mehrmonatigen
Übergangszeit zu rechnen, da in diesen Situationen der Beziehungsneubildung bei allen
Beteiligten das Stresshormon Cortisol leicht ansteigt, ist dies zusammen mit den oben für
Tom dargelegten Verhältnissen nochmals verstärkend im Sinne einer Abwehraggression.
Ganz offensichtlich ist es notwendig, die Führungskompetenz der Halterin deutlich zu stärken. Der Rest der Hunde orientiert sich an Tom, es ist also notwendig, zunächst Tom in diese neue Rolle einzuweisen.


Langer Weg zum Ziel

Um die neuen Spielregeln zu etablieren, wird es nötig sein, die Hunde zunächst einzeln und dann in wechselnder Kombination auf die Spaziergänge mitzunehmen. So empfehlen wir dringend, zunächst mit Tom alleine zu gehen und dann die unten genannten Vorschläge umzusetzen. Ist die Führungskompetenz der Halterin gegenüber Tom eindeutig geklärt, sollte Tom mit Jack zusammen geführt werden, und auch dann wieder ähnliche Regelungen
exerziert werden. Danach kommt die Kombination Tom und Susi, und erst wenn auch diese zuverlässig im Sinne der Halterin geführt werden können, sollten die drei Hunde wieder zusammen ausgeführt werden. Während der Ausgänge mit Tom und einem der Junghunde sollten die Junghunde auch auf Erlaubnis der Halterin durchaus mit anderen, freundlichen Hunden Kontakt aufnehmen und auch spielen dürfen, während Tom eindeutig klargemacht wird, dass er diese Situationen nicht zu unterbrechen oder zu regeln hat. Die Regelung zunächst nur mit zwei Hunden statt gleich mit allen dreien zu laufen, trägt auch der Tatsache Recht, dass Dreierbeziehung mindestens 4x so viel Zeit zur Stabilisierung brauchen wie Zweierbeziehungen.

Zur Regelung der neuen Führungsverteilung muss die Halterin selbst glaubhaft signalisieren und kommunizieren, dass sie problematische Situationen im Griff hat. Dazu gehört, wie die beiliegenden Texte zeigen, z.B. ein klares sich positionieren zwischen potentiellen Gefahren und den Hunden und ein zuverlässiges Wegschicken aufdringlicher oder gar bedrohlich erscheinender Hunde auf diese Weise, ggf. schon auf Distanz. Tom selbst sollte mit einem Halti geführt werden, um schon im Ansatz jegliches Verhalten des Fixieren oder des sich aufbauens unterdrücken zu können. Zusätzlich sind klare Abbruchsignale, wobei diese z.B. durch eine Wasserflasche unterstützt werden sollten, Tom gegenüber notwendig. Die klare Kommunikation durch Abbruchsignal und die gleichzeitige Vermittlung der eigenen Fähigkeit zur Gefahrenabwehr, werden einen Hund wie Tom auch sehr schnell überzeugen, dass der die ungeliebte Anführerrolle wieder abgeben kann.

Im Zusammenhang mit den oben genannten Empfehlungen des getrennt Ausführens sei noch betont, dass auch ggf. eine geringeres Auslastungsprogramm bei den Spaziergängen und eine Verkürzung der Spaziergänge auch ausreicht, denn auch soziale Aktivitäten sind für Hunde kopfmässig anstrengend und können zur Auslastung beitragen. Es ist also nicht nötig, jeden Tag zwei Stunden mit Beutelspielen, Clickern und anderen Aktivitäten zu verbringen, wenn dafür die soziale Kompetenz der Hunde gefördert und unterstützt wird.


Interview


Hund-MG freut sich, an dieser Stelle ein Interview mit Dr. Udo Gansloßer
Und Tierärztin Sophie Strodtbeck veröffentlichen zu können, in dem wir Fragen zur Verhaltensmedizin und das spezielle Angebot von Einzelfelle gestellt haben.

Hund-MG:
Herr Dr. Gansloßer, Frau Sophie Strodtbeck, welche Ziele verfolgen Sie mit Einzelfelle?

Einzelfelle:
Zunächst einmal möchten wir vorab betonen dass wir das Besondere an den Einzelfellen in unserer Zusammenarbeit und dem interdisziplinären Ansatz von Tiermedizin und Verhaltensbiologie sehen. Daher sind auch nicht nur unsere Beratungen sondern auch die Antworten auf die folgenden Fragen immer gemeinsam erstellt und nicht auf eine/n von uns zurückführbar!!

Wir verstehen unsere Tätigkeit als Brückenschlag zwischen Tiermedizin und Trainertätigkeit auf medizinischer und zoologisch/verhaltensbiologischer Grundlage.


Hund-MG:
Könnte der Hundehalter nicht einfach auch seinen Tierarzt fragen, wenn es um die verhaltensmedizinische Beurteilung des Hundes geht?

Einzelfelle:
Zunächst muss man bedenken, dass sich ein Tiermediziner bei sehr vielen Tierarten gut auskennen muss, ohne dafür wesentlich länger zu studieren als ein Humanmediziner. Und dann sind wir mit unserer Tätigkeit ja in Gebieten, die im Humanbereich noch mal von anderen Berufsgruppen, also zB Psychologen, Pädagogen und Neurophysiologen abgedeckt würden. Gerade das Verhalten kommt im Tiermedizin- wie auch im Humanmedizinstudium viel zu kurz, und daher ist ein Ansatz unter Einbeziehung anderer Forschungsdisziplinen hier sehr wichtig. Deshalb arbeiten wir eben auch mit niedergelassenen Tierärzt/in/en genauso zusammen wie mit Trainer/innen.


Hund-MG:
Wie wird das Angebot von Einzelfellen derzeit von Tierärzten, Trainern, Haltern und Züchtern angenommen?

Einzelfelle:
Sehr gut. Man hat das Gefühl dass wir hier durch unseren neuen Ansatz eine Lücke gefunden haben und viele auf dieses Angebot gewartet haben.


Hund-MG:
Die Hundehalter geben Ihnen vorher Informationen über den Hund. Dazu verschicken Sie einen Fragebogen. Durch die Auswertung dieser Fragen können Sie die Persönlichkeit des Hundes bestimmen. Das finde ich spannend! Können Sie uns mehr Informationen zu diesen “Wesenstest“ geben?

Einzelfelle:
Zunächst mal, das ist kein „Wesenstest“. Der Fragebogen den wir zur Einschätzung der Persönlichkeit nutzen wurde in der Budapester Forschungsgruppe von Prof. Miklosi entwickelt, und ist Bestandteil mehrerer sehr hochrangiger wiss. Veröffentlichungen. Wir verwenden ihn auch nicht für die Problemanalyse – dafür haben wir Zusatzfragen, sondern nur für die Einschätzung der Grundpersönlichkeit. Und es ist immer wieder erstaunlich dass die Ergebnisse, obwohl ja die Fragen sehr speziell gestellt sind, in der Gesamtbewertung dann sehr gut das Bild des Halters vom Hund im breiten Perönlichkeitstest widerspiegeln.


Hund-MG:
Einzelfelle sieht sich auch als unterstützendes Angebot für Hundeschulen.
Ihre medizinische Beratung ergänzen Sie auch mit Hinweisen zum Umgang mit dem Hund. Ihre Kunden bekommen zusätzlich lesenswerte Texte kompetenter Hundetrainer. Befürchten Sie nicht den Unmut, der Hundeschulen, wenn in den Artikeln Empfehlungen ausgesprochen werden, die nicht mit der Trainingsphilosophie der Hundeschule im Einklang zu bringen sind.

Einzelfelle:
Wir arbeiten primär immer im Sinne des Hundes. Und wenn ein renommierter Trainerkollege schon zu einem Thema etwas Erklärendes geschrieben hat, was dem Halter hilft, warum soll man das nicht nutzen??
Wir arbeiten ideologie- und philosophiefrei und individuell, und daher können wir eigentlich schon definitionsgemäß nicht irgendjemandes Ideologie oder Trainingsphilosophie widersprechen.


Hund-MG:
In unserem Fallbeispiel sprechen Sie sich im Falle von Tom für eine maisfreie Ernährung aus. Susis Futter sollte Mais enthalten und zusätzlich viel Schwein, Lamm, Schaf gefüttert werden, da diese Fleischsorten sehr phenylalaninarm sind. Für andere Hunde, würden Sie sicher wieder ganz andere Empfehlungen aussprechen! Entstehen die Probleme nicht überwiegend durch eine zu einseitige Ernährung des Hundes? Würde es nicht häufig auch ausreichen, verschiedene Küchenabfälle und täglich verschiedene Fleischsorten zu füttern?

Einzelfelle:
Eine Ration sollte immer bedarfsdeckend sein, wenn das der Fall ist, kann man einem Hund natürlich auch das füttern, was bei der menschlichen Ernährung übrig bleibt, solange es nicht stark gewürzt ist!
Aber meist ist es ja umgekehrt. Fälle bei denen eklatante Fehlfütterungen das Verhaltensproblem erzeugen sind ja zum Glück recht selten. Wir denken da etwa an Trennkost, oder zu hohen Eiweißgehalt oder unausgewogene Rationen. Meist aber hat der Hund ein Problem durch andere Bereiche einer nicht verhaltensgerechten Haltung oder Aufzucht, zB als Tierschutzhund, vom Billigvermehrer produziert, oder durch mangelnde Führkompetenz des Halters/in. Und dann kann eine Futteränderung helfen ihn für die weitergehende Trainings- und Erziehungsarbeit ansprechbarer zu machen. Letztlich vertreten wir auch in Bezug auf Fütterung KEINE Philosophie oder Ideologie, außer eben der Bedarfsdeckung. Leider ist aber eben genau die bei vielen selbst zusammengestellten Rationen nicht gegeben, so dass wir hier auf jeden Fall eine Rationsberechnung empfehlen würden.


Hund-MG:
Sie beschreiben einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Verhalten. Im Bereich der Hundeernährung gibt es viele unterschiedliche Ansichten und auch viel Streit. Die Verwirrung ist groß, wie der Hund denn nun ernährt werden soll. Können Sie zur Ernährung des Hundes etwas Grundsätzliches sagen?

Einzelfelle:
Eigentlich nur, dass der Hund, ideologiearm und bedarfsdeckend ernährt werden sollte. Zuviel Protein ist schädlich, und viele Leute glauben immer noch, weil der Hund von einem Carnivoren abstammt, muss man ihm massenweise Fleisch reinschieben. Daraus resultieren viele Verhaltensprobleme. Kohlenhydrate sind ja oft sehr umstritten, stellen aber für den Hund eine wichtige schnelle Energiequelle dar. Ansonsten, wenn der Hund ein spezielles Problem hat, muss man auf ihn individuell zugeschnitten eine Lösung suchen und ggf berechnen lassen.


Hund-MG:
Verhalten und Ernährung, Verhalten und Entwicklung, Verhalten und Genetik. Was macht das Verhalten des Hundes aus und welche Gewichtung haben die einzelnen Faktoren?

Einzelfelle:
Da gibt es in Bezug auf Gene und Umwelt ein schönes Beispiel des britischen Verhaltensökologen Richard Dawkins: Die Frage, wie viel die Gene, und wie viel die Umwelt am Verhalten eines Tieres ausmacht, sei etwa so sinnvoll wie die Frage wie viel Prozent am Gelingen eines Kuchens das Rezept und wie viel Prozent die Qualität der Zutaten betragen würden. All die genannten Faktoren wirken zusammen, beeinflussen sich gegenseitig, und erzeugen letztlich ein Individuum.


Hund-MG:
Ich wurde mal gefragt, weshalb der Labrador ständig auf der Suche nach Futter ist. Eine Frage, die ich gerne an Sie weitergeben möchte! Gibt es einen Zusammenhang zwischen Fressverhalten und Rasse?

Einzelfelle:
Es gibt natürlich solche Zusammenhänge. Um zwei als besonders verfressen verrufene Rassen dafür zu verwenden: Wer als Meutehund, etwa Beagle, mit mehreren Dutzend Artgenossen auf engem Raum gefüttert wird, muss schnell alles reinschaufeln, und das ohne Futterneid. Und wer als Labrador (er heißt ja nicht umsonst so, Labrador liegt nicht gerade in den Tropen) im Winter geschossene Enten aus dem Eiswasser holen muss, verbraucht dabei zunächst mal viel Energie, die er hinterher in relativ kurzer Zeit wieder anfressen muss, und tut auch gut daran eine Speckschicht zur Isolation zu haben.


Hund-MG:
Gibt es eine Futterprägung? Was würden Sie im Hinblick auf die Welpenfütterung empfehlen?

Einzelfelle:
Gibt es. Daher sollten gerade Welpen und Junghunde sehr abwechslungsreich gefüttert werden, damit sie hier keinen Tunnelblick bekommen. Ansonsten: Weder Turbomast noch großhungern sind sinnvoll. Wichtig ist auch hier, ein Futter zu wählen, dass den Bedarf eines Hundes im Wachstum deckt.


Hund-MG:
Es wird empfohlen den Hund auch einmal hungern zu lassen, weil das der natürlichen Ernährung des Hundes entspricht oder weil über das Hungern lassen die Wertigkeit des Futters für mögliche Futterbelohnung erhöht werden soll. Wie kann Fasten sich auf das Verhalten des Hundes auswirken und kann es zu Problemen im Zusammenhang mit
Belohnung über Futtergabe kommen?

Einzelfelle:
Zunächst mal: Hungern lassen ist nicht nötig. Diese, aus der Großraubtierhaltung im Zoo stammende Empfehlung verkennt die völlig andere Nahrungssuchstrategie des Hundes und wohl auch seiner unmittelbaren Vorfahren, die eben nicht mehr Großwildjäger waren. Wichtig ist bei Nutzung von Futter zur Motivation: Erpressung schadet nur. Selbst ein Hund von > 1 Jahr sollte sich nie ALLES, also nicht seine gesamte Tagesration erarbeiten müssen. Und für Hunde unter 12 Monaten ist diese Vorgehensweise, den Hund nur für „Wohlverhalten“ und Kooperation mit dem Menschen zu belohnen und sonst hungern zu lassen, unbiologisch, hochgradig schädlich und bisweilen auch gefährlich.


Hund-MG:
Der Trend geht zur Mehrhundehaltung! In unserem Fallbeispiel waren drei Hunde im Haushalt. Wo sehen Sie die besonderen Schwierigkeiten bei der Mehrhundehaltung und was ist zu beachten, wenn ein neuer Hund in eine bestehende Hundegruppe aufgenommen wird?

Einzelfelle:
Man kann da nicht viel Allgemeines sagen, man muss das jeweilige Rudel und die beteiligten Persönlichkeiten kennen. Nur soviel: Der Mensch soll zwar klar das Leittier sein und klare Regeln vorgeben, aber wenn er sich in die Beziehungen der Hunde untereinander einmischt in dem er z B ein Tier bei Ärger mit den anderen ständig bevorzugt oder schützt, muss er damit rechnen, dass er instabile Beziehungen schafft, die irgendwann in seiner Abwesenheit umgedreht werden.


Hund-MG:
Ein weiterer Trend ist der Import von Hunden aus dem Ausland! Unsere Susi, aus dem Fallbeispiel, ist auch ein Auslandsimport. Welche Probleme kann der zunehmende Import mit sich bringen?

Einzelfelle:
Viele. Von importierten Krankheiten, die z T schon bei uns ansässig geworden sind, eine Gefahr für heimische Hunde und als Zoonoseerreger zT auch für Menschen dar (es gibt mittlerweile Leishmaniose- und Babesiose-positive Hunde, die noch nie im Ausland waren. Dank der Klimaerwärmung steigt die Gefahr einer Endemisierung der übertragenden Erreger in Deutschland). Ein oft großes Problem für die Hunde und ihre Halter ist die andere Lebensraum- und Futterprägung, fehlende Menschenprägung, die oft ganz andere Spezialisierung der Hunde im Herkunftsgebiet…. Oft sind diese Hunde keineswegs dankbar dafür, dass sie zwangsadoptiert wurden, und wohlfühlen tun sie sich auch oft ein Leben lang nicht.


Hund-MG:
Die Hundeszene ist voller Informationen von kynologischen Bauernfängern und Märchenerzähler! Sie leisten mit Ihren Büchern, Vorträgen und natürlich auch mit Einzelfelle einen Beitrag zur Aufklärung des Hundehalters.
Wird das Ursprüngliche Team Lanzerath, Baumann, Bloch und Gansloßer auch ohne die PetGroup gemeineinsam für Aufklärung sorgen?

Einzelfelle:
Zunächst sind die Einzelfelle ja von P-G völlig unabhängig, und werden weiterhin für Hund & Mensch tätig sein. Was das ursprüngliche Team betrifft – wir werden alle in wechselnden Kombinationen und unterschiedlichen Bereichen, durch Seminare und Projekte tätig bleiben. So schnell kriegt man uns nicht los! ;-)


Vielen Dank für das Interview!

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite: www.einzelfelle.de

Für eine Beratung nehmen Sie bitte direkt mit Sophie Strodtbeck oder Dr. Udo Gansloßer Kontakt auf.

Fress-Kultur sucht Mitarbeiter

Wer Freude an der alternativen Ernährung von Hunden und Katzen hat und einen Job sucht, kann sich jetzt bei fress-kultur bewerben.

Fress-Kultur ist ein Laden in Mönchengladbach Eicken, der Frischfleisch für Hunde und Katzen anbietet. Dieser Laden sucht noch eine Verkäuferin bzw. einen Verkäufer.


Kontaktdaten:

Sylvia Werner

eMail: info@fress-kultur.de

Telefon: 02161 - 182483


(Angaben ohne Gewähr, Richten Sie bitte Ihre Bewerbung oder Fragen an den Anbieter)

Mittwoch, 10. August 2011

Dem Bürger durch Aktionen die Angst vor Hunden nehmen

Die Berichterstattungen in den Medien, über den Beißunfall mit einem Staffordshire Terrier in Mönchengladbach versetzen einige Bürger unserer Stadt in Angst und Schrecken.

Wie gefährlich sind diese Hunde wirklich? Wie sicher sind wir und unsere Kinder, wenn solche Hunde in Mönchengladbach frei rumlaufen?

Die Medien klären kaum über die tatsächlichen Gefahren auf, denn zu lukrativ ist das Geschäft mit der Angst!

Dabei wäre es doch gerade nach einem solchen Unfall angebracht, den Menschen die unnötige Angst vor bestimmten Hunderassen wieder zu nehmen!

Das geht nur, wenn Möglichkeiten geboten werden, sich eine eigene Meinung zu bilden. Die eigene Meinung kann aber nur das Produkt eigener Erfahrung sein!

Ich halte in diesem Zusammenhang Aktionen für sinnvoll, bei denen Menschen auch eigene Erfahrungen mit den angeblich gefährlichen Hunderassen machen können.

Für solche Aktionen in Mönchengladbach werden Hundefreunde gesucht!

Wer hier aktiv werden möchte oder sich einfach nur informieren möchte, kann sich per eMail an Bodo Venten wenden.

Montag, 8. August 2011

Hundangriff nach Streit in Mönchengladbach

Am 04.08.2011 wurden in Mönchengladbach zwei Menschen von einem Staffordshire Terrier verletzt.

Die Halterin des Hundes feierte ihren Geburtstag, als es zwischen ihr und ihrem Freund zum Streit kam. Der Hund biss dabei den
Freund der Halterin und verletzte die Halterin schwer, als sie eingreifen wollte.

Die Halterin flüchtete auf den Balkon der Wohnung. Der Freund und ein weiterer Besucher flüchteten in Küche und Bad, wo sie von
der Polizei befreit werden konnten, nachdem die Polizisten das Tier durch die geschlossene Balkontür erschossen hatten.

Quelle:

Pressestelle
Polizei Mönchengladbach



Ein Kommentar:

Dieser Angriff wird von den Medien, als einer der schwersten Hundeangriffe in Mönchengladbach gewertet.

Die RP erinnert in diesem Zusammenhang noch einmal an den Angriff eines Schäferhundes und den Angriff eines Rottweilers in
Mönchengladbach. Dies sind Ereignisse aus den Jahren 2009 und 2004.

(RP Online)


Da das jüngste Ereignis in keinem Zusammenhang mit den früheren Unfällen steht, sollte das Geschehen auch gesondert betrachtet
werden.

Hunde und Menschen bilden - wie auch Menschen untereinander - sehr komplexe Beziehungen. In menschlichen Beziehungen kann es zu
Streit und Gewalt kommen. Durch das immer enger werdende Zusammenleben von Mensch und Hund, sind Hunde immer häufiger bei menschlichen Auseinandersetzungen dabei.

Hunde, die nicht gelernt haben, sich beim Menschenstreit nicht einzumischen, können zur Gefahr werden.

Der Hund kann unsere Worte nicht verstehen. Er ist auf die Deutung unseres Stimmklangs, unserer Körpersprache und unseres Körpergeruchs angewiesen. Hier kann es schnell zur Fehleinschätzung der Situation kommen.

Alle Hunderassen können aggressiv auf Auseinandersetzungen zwischen Menschen reagieren. Dieses Verhalten ist deshalb unabhängig von der Rasse des Hundes zu sehen.

Weshalb ein Sprecher des Umweltministeriums NRW, die Schaffung einer Rasseliste im Landeshundegesetz, gerade mit dem Unfall in
Mönchengladbach untermauert, ist mir unverständlich!

Ob die Intensität des Angriffs vielleicht auch durch bestimmte typische Eigenschaften der Rasse Staffordshire Terrier gefördert wurde, darf sicherlich diskutiert werden. Allerdings wäre dafür eine vorherige genaue Analyse notwendig, die Beziehung, Erziehung, Herkunft, Erfahrungen und eventuelle Krankheiten des Hundes berücksichtigt.

Weshalb ein Hund seinen eigenen Besitzer angreift, mag auf den ersten Blick ein Rätsel sein! Auf dem zweiten Blick ist dieses Verhalten aber mit Menschenverhalten vergleichbar; Schlägereien, bei der Freunde den Angreifer zurückhalten wollen, enden gelegentlich auch mit verletzten Freunden. Es ist doch wahrscheinlich, dass ein Tier sich noch weniger kontrollieren kann, als der Mensch.

Der Hund hatte auch einen für diese Rasse vorgeschriebenen Wesenstest gemacht und bestanden. Damit wurde bestätigt, dass von diesem Hund keine gesteigerte Gefährlichkeit ausging. Allerdings geht die Kritik an Wesenstests, wie sie aktuell in NRW durchgeführt werden, in beide Richtungen. Es werden Gefahren gesehen, wo keine sind und es werden Gefahren nicht erkannt.

Unabhängig von der Halterin des Hundes, wurde mir aber bestätigt, dass der Hund sich im normalen Umgang mit Menschen immer positiv, unauffällig und kontaktfreudig gezeigt hat.

Laut Medienberichten verfügte die Hundehalterin über einen Sachkundenachweis. Der Hund war angemeldet, hatte eine Haftpflichtversicherung und übermäßig Alkohol war auch nicht im Spiel. Das zeugt zumindest von einer verantwortungsvollen Hundehalterin! Bei der Suche nach einer möglichen Ursache, kann nicht einfach von einer schlechten Hundehaltung im asozialen Milieu ausgegangen werden.

Streit kommt bekanntlich auch in den besten Familien vor!

Der Hund soll gerne mit uns in Konflikt treten aber Konflikte zwischen Menschen, hat der Mensch und nicht der Hund zu regeln. Schon der Ansatz sich bei einem Streit einzumischen, sollte unterbunden werden. Ist bei einem Hund bereits bekannt, dass er aggressiv reagiert, wenn Menschen streiten, ist in solchen Situationen erhöhte Vorsicht geboten!

Beziehungen sind komplex und manchmal kann eine Beziehung auch gefährlich werden! Dies gilt für Menschen untereinander, für Hunde untereinander und noch mehr für Beziehungen zwischen Mensch und Hund.

Wir minimieren mögliche Risiken, wenn wir unsere Hunde wieder ernst nehmen, ihnen nötige Freiheiten geben aber auch klare Grenzen setzen.

Dieser schreckliche Unfall, bei dem zwei Menschen verletzt wurden und ein Hund getötet wurde, ist erst einmal als Einzelfall zu sehen, bei dem wir über Ursachen nur spekulieren können.

Jede Woche kommt es in Mönchengladbach zu Schlägereien, bei denen Menschen verletzt werden. Das sind keine Einzelfälle! Der seltene Fall eines Hundes, der Menschen angegriffen hat, findet schneller den Weg in die Zeitung.

Die Zeitungen scheinen zu wissen: Der Mensch fürchtet nur, was er nicht kennt und Angst belebt das Geschäft!

Sachliche Aufklärungen über mögliche Gefahren, sind kaum zu finden.

Hunde können beißen

Zeitungslesen macht schlau, sagt der Volksmund. Ich wollte unbedingt schlauer werden! Deshalb verfolgte ich für ein Jahr die Internetmeldungen verschiedener Zeitungen über Unfälle zwischen Mensch und Hund. Nun weiß ich, dass Zeitungslesen alleine wirklich nicht schlau macht!

Die Artikel verunsichern und beunruhigen, weil eine angemessene Betrachtung der möglichen Unfallursache fast immer fehlt.

In 44 Unfallberichten die ich in meinem Blog gelistet habe, wurden folgende Hunderassen als angreifende Hunde genannt:

10 Rottweiler
7 Rasse nicht genannt
6 Berner Sennenhunde
4 Schäferhunde
3 Staffordshire-Mix
3 Pitbull
2 Rottweiler-Schäferhund-Mix
2 Mischlinge ohne Rassenangabe
2 Staffordshire
1 Deutsch-Kurzhaar
1 Schäferhund-Collie
1 Schäferhund-Husky-Mix
1 Sennenhund Mix
1 Dogo Canario
1 Terrier
1 Dogge-Boxer-Mischling
1 Bordeauxdogge
1 Dogge
1 Dobermann
1 Labrador

(Bei Angriffen einer Hundegruppe, wurde jeder Hund einzeln als angreifender Hund gezählt.)


Wer nun glaubt, der Rottweiler sei ein besonders gefährlicher Hund, weil er in dieser Liste ganz oben steht, hat sich bereits von den Schreckensmeldungen der Medien täuschen lassen.

Getäuscht wurden auch zahlreiche Politiker in Deutschland, die gefordert haben, bestimmte Hunderassen unter den Generalverdacht der Gefährlichkeit zu stellen. Erklärtes Ziel war der Menschenschutz.

Untermauert wurden diese Forderungen durch Statistiken, die mehr als rhetorische Krücke dienten, als der sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Die Stellungsnahmen kompetenter Wissenschaftler über die Gefährlichkeit bestimmter Hunderassen, wurden scheinbar völlig ignoriert.

Denn Fachleute sind sich einig:

Es gibt keine gefährlichen Hunderassen!

Umgekehrt gibt es aber auch keine ungefährlichen Rassen!

Einige vererbbare Wesensmerkmale, können tatsächlich bei falscher Erziehung, zu einer erhöhten Gefährlichkeit des Hundes führen. Auch von Hunden mit bestimmten Erbkrankheiten kann eine erhöhte Gefahr ausgehen.

Wird mit diesen Hunden weiter gezüchtet, können innerhalb einer Zucht vermehrt auffällige Hunde entstehen. In einem solchen Fall kann von einer problematischen Zucht gesprochen werden. Dies betrifft aber nicht die gesamte Hunderasse, sondern einzelne Zuchtlinien!

Das Wesen und die Gesundheit unserer Hunde sollten als Zuchtziele wieder verstärkt berücksichtigt werden.

Der schönste Hund kann zur Belastung werden, wenn seine Wesensmerkmale mit den Bedürfnissen des Halters im ständigen Konflikt stehen.

Hören wir die Beschreibungen mancher Züchter, bekommen wir den Eindruck, alle Hunderassen wären ideale Familienhunde. Das ist aber nicht so!

Unsere Hunderassen wurden für bestimmte Aufgaben gezüchtet und besitzen deshalb auch unterschiedliche Wesensmerkmale. Nicht jeder Mensch passt automatisch zu jeder Rasse und nicht jede Rasse passt automatisch in jede Umwelt. Passt es nicht, sind stärkere Konflikte vorprogrammiert!

Der Halter eines Jagdhundes wird unter Umständen mehr Schwierigkeiten mit seinem Hund haben, als der Halter eines sogenannten Kampfhundes. Obwohl beim Kampfhund das Gesetz eine Gefährlichkeit vermutet.

Diese Vermutung kann nur widerlegt werden, wenn der Halter mit seinem Hund einen sogenannten Wesenstest macht. Je nach Bundesland und Prüfer wird beim sogenannten Wesentest selbst normales hündisches Verhalten, als potentiell gefährlich eingestuft. Die artgerechte Haltung des Hundes ist dann durch den verordneten Leinenzwang kaum noch möglich.

Die Angst in der Bevölkerung vor diesen Hunderassen steigt! Menschen reagieren angespannt, gestresst oder aggressiv bei einer Begegnung. Durch die Stimmungsübertragung auf den Hund, wird das Risiko künstlich erhöht.

Der Begriff “Kampfhund“ wurde von fast allen Medien immer wieder reißerisch und falsch gebraucht. Dieser Begriff wird meist von Bildern drohender Hunde begleitet. Die Versuche, eine Gegenkampagne zu starten, sind bisher kläglich im blutrünstigen Ozean der Medien versunken.

Nach vielen Jahren Stimmungs- und Meinungsmache ist es schwierig, die Bevölkerung darüber aufzuklären, dass es keine gefährlichen Hunderassen gibt.

Wie sollen durch eine solche Politik, die ihren Blick fast nur auf bestimmte Rassen richtet, Gefahren minimiert werden?

Um den Hundehandel in Deutschland macht sich kaum einer Gedanken! Auf den ersten Blick scheint hier ja auch keine Gefahr zu lauern.

"Wo gibt es Rassehunde zum halben Preis", fragt die Familie und wird schnell im Internet fündig. Im Gespräch mit dem Züchter verschwinden alle Zweifel, denn laut seiner Beschreibung, jagt der Hund nicht, ist kinderlieb, mag Katzen und macht auch sonst keine Probleme.

Ein perfektes Verkaufsgespräch später, sitzt unser Welpe schon im Auto der frischgebackenen Hundehalter.

Von den wirklichen Wesensmerkmalen der Rasse hat der Züchter nichts gesagt. Auch über genetisch bedingte Krankheiten und mögliche Verhaltensauffälligkeiten wurde nicht gesprochen.

Die Erfahrung, die der Welpe in den ersten Wochen macht, entscheidet beinahe prägend über sein späteres Verhalten. Durch falsches Reizangebot, zu wenig Kontakt zu Eltern und Wurfgeschwistern, weitgehende Isolation vom Menschen, sind die Weichen für ein späteres Problemverhalten gestellt.

Beim schnellen Geschäft mit dem Hund sind moralische Bedenken nicht gefragt. Wer einen intakten Rüden hat und eine passende Hündin kennt, der kann schnell sein "Taschengeld" aufbessern. Als “Unfall“ ins Internet gebracht, findet der Rassehund ohne Papiere schnell seine Abnehmer.

Politiker nennen es freie Marktwirtschaft und schauen zu!

Hunde züchten ist eine zeitaufwendige und verantwortungsvolle Tätigkeit, die nicht ausschließlich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgeübt werden darf. Der Züchter muss immer wieder, ohne finanzielle Zwänge, zum Wohle der Zucht entscheiden können! Die Herstellung von Welpen in Großzuchtanlagen, der Handel mit Hunden über Zwischenhändler und eine Preisschlacht der Anbieter ist in meinen Augen eine zunehmende Kommerzialisierung des Hundehandels, die mit den hohen moralischen Anforderung an einen Hundezüchter nicht in Einklang zu bringen sind.

Aktuell plant das Zoofachgeschäft Zoo Zajac aus Duisburg, den Handel mit Hundewelpen.
Das “Hundekaufhaus“ wird Welpen von Züchtern ankaufen, durch Tierpfleger betreuen lassen und an den Endabnehmer verkaufen. Was mit Kartoffeln und Möhren funktioniert, kann selbstverständlich auch mit Hunden funktionieren!
Auf der Internetseite von Zoo Zajac, wird darauf hingewiesen, dass keine sogenannten Kampfhunde angekauft werden.
Wieder einmal wird der Eindruck erweckt, wir müssen nur auf einige Rassen verzichten und die Hundewelt sei wieder in Ordnung!

In den Zeitungsberichten über Unfälle mit Mensch und Hund, wurden einige Ursachen für den Unfall genannt, die unbedingt zu hinterfragen sind:

13 Hinweise auf plötzlichen, unerklärlichen Angriff
8 Keine Ursache genannt
8 Halter unter Alkoholeinfluss bzw. Aggression des Halters
8 Jagdverhalten/Ressourcenverteidigung etc.
7 Einmischen in Hundekampf
5 Fehlende Sicherungen des Grundstücks/Wohnung
3 Verletzte Aufsichtspflicht Hund/Kind
1 Hund schlafend angefasst
1 Schutzhundeausbildung

Wie kann es zu den zahlreichen plötzlichen Angriffen kommen?
Meist steigert der Hund seine Angriffsbereitschaft in kleinen Schritten. Das Stufenweise “Testen“ des Hundes, wie weit er gehen kann, wird vom Hundehalter nicht immer erkannt und rechtzeitig unterbunden. Deshalb wird schnell von einem plötzlichen Angriff des Hundes gesprochen, wenn es zu einem Zwischenfall kommt.
Möglicherweise handelt es sich dabei auch nur um eine Schutzbehauptung, die den Eindruck erwecken soll, der Hund wäre plötzlich außer Kontrolle geraten und stand deshalb nicht mehr im Einflussbereich des Halters.

Werden Geschichten von plötzlichen Hundeattacken nicht hinterfragt, kommt es zur falschen Einschätzung, der tatsächlichen von einem Hund ausgehenden möglichen Gefahr.

Die Bemühungen der Behörden, die wirkliche Unfallursache herauszufinden, halten sich leider meist in Grenzen!

Sehen wir von wirklichen krankhaften Verhaltensstörungen mal ab, ist ein plötzlicher Angriff ohne erkennbaren Grund und Vorwarnung sehr selten.

Um Risiken rechzeitig zu erkennen, sollte der Hundehalter die Stärken und Schwächen seines Hundes kennen und die volle Verantwortung für den Hund übernehmen.

Dies kann er aber nur, wenn er über das nötige Wissen und Können verfügt. Statt praktisches Wissen und Können, werden Methoden und Systeme für den Umgang mit dem Hund gewinnbringend verkauft.

Je nach Methode oder System führt das zu Hunden, die sich völlig grenzenlos verhalten und durch eine zu lasche Erziehung zur latenten Gefahr werden.

Von Gefahr wird meist in Verbindung mit Aggression gesprochen.
Doch der Hund, der spielenden Kindern einen Ball abjagen will ist nicht aggressiv! Trotzdem ist er in diesem Moment gefährlich, wenn sein Besitzer ihn nicht mehr kontrollieren kann.

Viele Gefahren haben ihren Ursprung im natürlichen Jagdverhalten des Hundes. Jogger oder Radfahrer kennen das Problem.

Durch das enge Zusammenleben von Mensch und Hund, sind die Anforderungen an das Verhalten unserer Hunde sehr hoch. Hündisches Verhalten wird nur noch in einem stark begrenzten Rahmen akzeptiert. Wir brauchen wieder klare Vorstellungen, wo ein Hund wirklich Hund sein kann und wo er sich an Regeln halten muss. Hunde die Regeln nicht gelernt haben, können unweigerlich zum Problem werden.

Doch in diesem Zusammenhang auf bestimmte Rassen zu schauen, geht völlig am Problem vorbei.

Die Fülle an unterschiedlichen Ratgebern über Hundeerziehung ist erschreckend.
Statt wieder zu einem normalen Umgang mit dem Hund zurückzukehren, werden Glaubenskriege geführt.

Erziehung und der dabei häufig notwendige Konflikt zwischen Hund und Halter ist völlig aus der Mode geraten. Diese Konflikte zu leben ist eine wichtige Maßnahme der Gefahrenvermeidung.

Wie schwierig oder wie einfach das wird, hängt von der Veranlagung des Hundes ab. Auch dem Setzen von Grenzen sind Grenzen gesetzt, wenn ein Hund zu sehr, in ein Regelwerk gepresst werden soll.

Leider gibt und gab es immer schon Menschen, die Tiere als Waffe missbrauchen. An der Leine eines gewaltbereiten Hundehalters, kann ein Hund zur Gefahr werden. Teilweise werden solche Hunde durch zielgerichtete Aufzucht und zielgerichtetes Training “scharf“ gemacht.

Es ist die Aufgabe von Polizei und Ordnungsbehörden hier konsequent zu reagieren. Es darf nicht sein, dass kriminelle Mitmenschen ihre Hunde, durch tierquälerische Haltung und Abrichtung zur Gefahr für die Gesellschaft machen. Vom Handeln einzelner krimineller Mitmenschen, darf aber weder das Normalverhalten aller Hunde, noch das Verhalten aller Hundehalter abgeleitet werden.

Ein Hund wird nicht nur zum Spiegel der Gefühle seines Halters, sondern auch zum Gesellschaftsspiegel.

In unserer Kultur sichern wir unsere Grundstücke durch Zäune, Mauern und Hecken. Schilder mit der Aufschrift “Privatgrundstück“, sollen Fremde fern halten. Nur dem Postboten wird erlaubt, unser Privatgrundstück zu betreten. Diese verständliche und menschliche Verhaltensweise führt zu einem verstärkt territorialen Verhalten unserer Hunde. Doch die territoriale Aggression alleine muss nicht gefährlich sein, wenn der Hund sich trotzdem an Regeln hält und sich an seinen Besitzer orientiert. Er muss lernen, zwischen willkommenen Gast und ungebetenen Eindringling zu unterscheiden. Ein zusätzliches Ausbilden des Hundes, zum Wachhund – mit welchen Methoden auch immer – halte ich, im modernen Zeitalter der Alarmanlagen, für unnötig!

In einer Gesellschaft, in der Menschen in soziale Isolation geraten und in jedem Fremden eine potentielle Gefahr sehen, werden auch Hunde, fremden Menschen gegenüber distanziert reagieren.

Durch die zunehmende Hundedichte in den Städten und die teilweise von Hundehaltern erzwungenen Fremdhundekontakten, kommt es gelegentlich zu Kämpfen zwischen den Hunden. Innerhalb eines kleinen Dorfes fällt es dem Hundehalter noch leicht, zwischen Kumpelhund und Erzfeind zu unterscheiden. Dies ist aber auf den Hundewiesen der Städte nicht mehr so einfach möglich, weil Hunde täglich vielen unbekannten Hunden begegnen. Verständlich ist, dass es da auch schneller mal zu einem Kampf zwischen Hunden kommen kann.

Grundsätzlich geht jeder, der sich in einen Kampf zwischen Tieren einmischt, ein hohes Risiko ein.

Bewerten wir die tatsächliche Gefährlichkeit unserer Hunde, müssen wir Unfälle, die durch risikofreudiges Handeln des Menschen passieren, gesondert betrachten. Stellt sich ein Mensch hinter ein Pferd und erschreckt es, sprechen wir ja auch nicht von einer höheren Gefahr, die vom Pferd ausgeht!

Vermeidbar sind auch viele der schrecklichen Unfälle mit Kindern, bei denen Kinder mit einem Hund alleine gelassen wurden! Viele Beißunfälle passieren im eigenen Haushalt mit einem Kind und einem dem Kind vertrauten Hund.

Da Kinder, bis zu einer gewissen Reife, im Umgang mit Hunden häufig Fehler machen, sollte Kind und Hund nicht unbeaufsichtigt miteinander spielen.

In der Praxis gibt es allerdings kaum eine Familie, die es schafft, ständig den Blick auf Hund und Kind zu richten. Deshalb sollte dem Hund zusätzlich der richtige Umgang mit dem Kind beigebracht werden. Aber auch das Kind sollte den richtigen Umgang mit dem Hund so früh wie möglich lernen.

Es wäre sinnvoll unseren Kindern, in Schule und Kindergärten wieder den richtigen Umgang mit Tieren zu vermitteln. Das sind sinnvolle Maßnahmen zur Unfallvermeidung!

Krankheiten können zum gefährlichen Verhalten des Hundes führen. Rechtzeitiges Erkennen einer Krankheit ist nur möglich, wenn der Halter Veränderungen des Verhaltens seines Hundes feststellt. Tierärzte sind gefordert, verstärkt das Verhalten des Hundes zu hinterfragen und bei der Diagnose nicht nur körperliche Symptome zu berücksichtigen.

Eine Zusammenarbeit der unterschiedlichen Experten im Hundewesen ist in diesem Zusammenhang schon lange wünschenswert.

Von gefährlichen Hunden wird viel gesprochen! Kaum einer fragt, was unter Gefährlichkeit zu verstehen ist! Die Gefahr kann nur situationsbedingt bewertet werden. Dabei ist das soziale Umfeld, wie auch der Lebensraum des Hundes zu berücksichtigen. Kennt der Hundehalter die Risiken und ist sein Hund weitgehend unter Kontrolle, dann geht vom Hund nur eine geringe Gefahr aus. Auch der harmlose Hund, kann in der Hand eines Halters, der ihn nicht kontrollieren kann, schon durch sein normales Hundeverhalten zur Gefahr werden.

Es gibt viele Hunde in Deutschland, deren Entwicklung, Haltung und Erziehung nicht vorbildlich sind und trotzdem kommt es nur ganz selten zu schweren Verletzungen, durch Hundebisse.

Ein Nichthundehalter wird ganz selten von einem Hund verletzt. Opfer eines Hundeangriffs werden häufig die Menschen, die mit Hunden leben. Diese Unfälle geschehen in den eigenen vier Wänden, fernab von der staatlich verordneten Leinenpflicht.

Die Gefahr, die von Hunden ausgehen kann, war und ist, im Vergleich zu anderen Lebensrisiken, sehr gering.
Autofahrer oder Freizeitsportler sind größeren Gefahren ausgesetzt. Aber in diesen Bereichen lebt der Mensch gerne mit der Gefahr und ist nicht bereit seinen Spaß für mehr Sicherheit aufzugeben!

Das kleine Risiko Hund, soll aber gefesselt und auf Hundefreilaufflächen verbannt werden!

Selbstverständlich ist jeder schwere Unfall mit einem Hund ein Unfall zu viel!

Die Ursachen lassen sich aber meist schnell finden, wenn der Blick einmal über den Tellerrand der Hunderassen mit vermuteter Gefährlichkeit hinaus geht.

Der gesellschaftliche Wandel, das enge Zusammenleben mit unseren Hunden, die Angebote unseriöser Züchter, die zunehmende Hundedichte, zahlreiche Hunde aus zweiter Hand aus Tierheimen oder importiert aus dem Ausland mit problematischen Lebensläufen aber auch der Trend zur Mehrhundehaltung stellen teilweise zu hohe Anforderungen an den Hundehalter.

Die gesteigerte Nachfrage nach billigen Hundewelpen lassen den Handel mit Hunden blühen. Die schon jetzt erkennbare mangelnde Beratung durch einige Züchter oder Händler wird sicherlich zukünftig verstärkt auftreten.

Missstände in Zucht und Hundehandel sollten durch die Zuchtverbände aber auch durch die Einführung unabhängiger Kontrollen beseitigt werden.

Zukünftige Halter sind vor dem Hundekauf über die möglichen Risiken zu informieren und sollten über die Verantwortung aufgeklärt werden, die ein Hundehalter hat.

Wo Halter ihrer Verantwortung nicht nachkommen sollten Ordnungsbehörden geeignete Maßnahmen ergreifen. Gleiches gilt für Fälle, in denen Hunde tierschutzrelevant gehalten oder abgerichtet werden.

Es ist für die Unfallvermeidung dringend erforderlich, unseren Kindern wieder mehr Wissen über den Umgang mit Hunden zu vermitteln.

Hundehalter sollten gemeinsam dafür zu sorgen, dass das Bild des Hundes in der Öffentlichkeit nicht noch mehr leidet. Gegenseitige Unterstützung bei der Erziehung, gemeinsame Spaziergänge mit kleinen Hundegruppen und gemeinsame Weiterbildung sind hier wünschenswert.

Hundehalter, dessen Hunde sich in der Öffentlichkeit rücksichtslos verhalten, sollten als “Einzeltäter“ mit Bußgeldern bestraft werden. Solche Vorfälle sollten auf keinen Fall zur Verallgemeinerung führen!

Wie nun solche oder andere Maßnahmen zur Gefahrenminimierung genau gestaltet werden, muss selbstverständlich erst diskutiert werden.

Bessere Aufklärung des Halters und Regeln für den Handel halte ich für erste wichtige Schritte.

Die bestehende Rassenverurteilung aber auch die zunehmende Einschränkung des Hundes durch immer mehr Gebiete in denen es eine Leinenpflicht gibt, bringt keinen Nutzen! Gut erzogene Hunde sollten unabhängig von ihrer Größe und Rasse frei laufen können, in Gebieten, in denen von ihnen keine Gefahr ausgeht!

Dienstag, 10. Mai 2011

Krefeld - Rottweiler verletzt Kleinkind

Beachten Sie bitte den Artikel:

Hunde können beißen


Die Meldung ist kurz und bündig - doch die Reaktionen sind gewaltig bis gewalttätig.

In Krefeld wurde am 09.05.11 ein zweijähriger Junge in einer Wohnung von einem Rottweiler in den Kopf gebissen. Der Junge wurde dabei schwer verletzt.

Quelle: RP Online

Die Reaktionen der Leser auf diese kurze Meldung sind gewaltig! Die Medien scheinen nur noch einen Köder auswerfen zu müssen und die blutigen Schlagzeilen liefern die Leser selbst. Dabei wird von der Redaktion auch kaum noch auf Sachlichkeit und Wahrheit geprüft. Journalistische Grenzen scheinen beim Leserkommentar nicht mehr bedeutsam zu sein.

Laut RP sagte ein Polizeisprecher zum Unfall:

"Nun muss geprüft werden, ob der Hundehalter die entsprechende Eignung zum Halten dieses Hundes nachweisen kann."

Das wird vermutlich das einzige sein, was geprüft werden kann, denn die Ursache für häusliche Unfälle mit Hunden können meist nicht umfassend aufgeklärt werden.

Häufig fördern dann auch noch Schutzbehauptungen der verantwortlichen Hundehalter das Bild der "Bestie Hund", die unvermittelt und ohne erkennbaren Grund kleine Kinder angreift.

Auf der Suche nach möglichen Ursachen, wird immer wieder über gefährliche Hunderassen diskutiert. Aktuell erleben wir im Kommentarbereich der RP eine sehr unsachlich Diskussion, bei der das Thema gefährliche Rassen auch wieder angesprochen wird.

Radikale Postionen und nur sehr wenig Diskussionsgrundlage!

Radikale Gegner bestimmter Rassen gegen radikale Hundefreunde, die von möglichen Gefahren nichts wissen wollen. Auf beiden Seite wird unsachlich argumentiert und die Welt in schwarz oder weiß gefärbt.

Eine realistische Betrachtung eines Hundes, sollte uns doch erkennen lassen, dass Hunde keine Bestien sind und trotzdem einen Menschen verletzen können.

Diese Möglichkeit haben aber auch andere Tiere!

Ein Pferdehalter würde hoffentlich nie auf den Gedanken kommen, ein Kleinkind hinter ein Pferd zu setzen, weil er die Gefahr einschätzen kann.

Die zunehmende Vermenschlichung von Hunden, wird eine Ursache sein, weshalb Hundehalter potentielle Gefahren, die es grundsätzlich im Umgang mit Tieren gibt, einfach übersehen.

Rassediskussionen, Leinen- oder Maulkorbsplicht helfen da genau so wenig, wie eine pauschale Verharmlosung, der von Hunden ausgehenden möglichen Gefahren!

Montag, 2. Mai 2011

Seminare und Vorträge im Mai 2011

Diese Ankündigung soll dem Hundehalter die Möglichkeit geben, eine weitere Informationsquelle zu nutzen. Einseitige Darstellungen, oberflächliche Betrachtungen und Pauschalisierungen sollten immer kritisch betrachtet und wissenschaftlich hinterfragt werden.


Richten Sie bitte alle Fragen und Ihre Anmeldung direkt an die entsprechenden Veranstalter.
Alle Angaben ohne Gewähr! Verantwortlich für diese Angebote sind die Veranstalter.


Animal Info


Tagesseminar mit Dr. Dorit Feddersen Petersen

Ausdrucksverhalten und Kommunikation:
Akustische Kommunikation - Lautäusserungsverhalten von Hunden
Samstag, 7. Mai 2011 von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr
Teilnahme: 80,- € incl. MwSt.

Tagesseminar mit Günther Bloch

Von “Kopfhunden”, Seelchen und geselligen Caniden
Die Dreiklassengesellschaft bei Hundeartigen aus verhaltensbiologischer Sicht
Mittwoch, 18. Mai 2011
Von 10 bis 18.00 Uhr - TN 80,- incl. MwSt.

Praxisworkshop mit Perdita Lübbe-Scheuermann
nicht nur für Hundetrainer....

Charaktereinschätzung, Hundeverhalten beobachten und Ausdruckverhalten unter Hunden erkennen und "lesen" lernen
Sa. 21. Mai 2011 von 10.00 - 16.30 Uhr
So. 22. Mai 2011 von 10 bis 16.00 Uhr
Teilnahme: 190,- € incl. MwSt.

Wochenend-Seminar mit Anita Balser & Michael Stephan


IN DER MUTTERSPRACHE DES HUNDES
Sa./So. 28. / 29. Mai 2011 von 10 – 16.30
TN.: mit Hund: 190,- € / ohne Hund: 170,- € ( incl. MwSt. )

D.O.G.S. Mönchengladbach


5.6. Körpersprache & Kommunikation Halbtagesseminar Theorie 69€

10.7. K&K Beobachtungsseminar 69€ (Begleiter eines aktiven Teilnehmers 20€, Passive Teilnehmer 25€)

5.5. Themenabend Jagdverhalten 19€

12.5. Themenabend Aggressionen 19€

Montag, 18. April 2011

Achtung Hundekäufer - Finger weg von solchen Welpen!

Leicht verständlich für alle zukünfitgen Welpenkäufer schreibt die Pet-Group auf ihrer Internetseite über Züchter, Welpen und Hundehandel in Deutschland.

Es dauert drei bis vier Minuten, diesen Artikel zu lesen und kann zukünftige Hundehalter vor Fehlentscheidungen schützen.

Kyritz Brandenburg - Zwei Hunde verletzen Mann

Wir berichten hier zukünftig über alle uns bekannten Beißunfälle mit Hunden, bei denen Menschen verletzt wurden. Diese Berichte sollen einen Überblick geben, wie es zu solchen Vorfällen kommen kann, welche Rassen beteidigt sind und wo die Ursachen liegen können. Hundehalter sollen dadurch auf mögliche Gefahren aufmerksam gemacht.



Beachten Sie bitte auch den Beitrag:

Hunde können beißen




Am 15.04.11 wurde in Kyritz ein Mann von zwei Rottweilern angegriffen und am Bein verletzt.

Die beiden Hunde konnten das Grundstück des Hundehalters verlassen, als er im Haus war um Futte zu holen.

Quelle:

Berliner Morgenpost

Donnerstag, 14. April 2011

18..04.11 Tierheimhund aus Köln verletzt Kind

Wir berichten hier zukünftig über alle uns bekannten Beißunfälle mit Hunden, bei denen Menschen verletzt wurden. Diese Berichte sollen einen Überblick geben, wie es zu solchen Vorfällen kommen kann, welche Rassen beteidigt sind und wo die Ursachen liegen können. Hundehalter sollen dadurch auf mögliche Gefahren aufmerksam gemacht.



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Hunde können beißen




Am 18.04.11 hat ein Rottweiler aus dem Tierheim Köln Zollstock ein Kind in einer Straßenbahn angegriffen und an der Hand verletzt.

Eine Frau wehrte den Rottweiler mit Fußtritten ab.

Der Hund wurde von einer ehrenamtlichen Gassigeherin des Tierheims ausgeführt und trug ein Halti, das ihm als Maulkorbersatz umgelegt wurde.

Quelle:

Kölner Stadtanzeiger online

Montag, 4. April 2011

April 2011 - Seminare / Vorträge / Workshops

Diese Ankündigung soll dem Hundehalter die Möglichkeit geben, eine weitere Informationsquelle zu nutzen. Einseitige Darstellungen, oberflächliche Betrachtungen und Pauschalisierungen sollten immer kritisch betrachtet und wissenschaftlich hinterfragt werden.

Animal-Info
Düsseldorf

Wochenendseminar mit Mirjam Cordt - Aggression
Themenabend mit Thomas Baumann und Dr. Udo Gansloßer - Beziehung und Bindung aus biologischer und verhaltenstherapeutischer Sicht
2 Tagesseminar mit Ina und Thomas Baumann - ZOS (Zielobjektsuche)

Einzelheiten im Kalender des Anbieters


*

D.O.G.S Krefeld

Seminar Körpersprache Komminikation
vortrag Angst und Trauma

*

D.O.G.S. Mönchengladbach

Vortrag Alltag mit Hund

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Teamfun Mönchengladbach

Seminar Hundefrisbee mit Karin Actun

Richten Sie bitte alle Fragen und Ihre Anmeldung direkt an die entsprechenden Veranstalter.
Alle Angaben ohne Gewähr! Verantwortlich für diese Angebote sind die Veranstalter.

03.04.2011 Thüringen - Hund greift Kind an

Wir berichten hier zukünftig über alle uns bekannten Beißunfälle mit Hunden, bei denen Menschen verletzt wurden. Diese Berichte sollen einen Überblick geben, wie es zu solchen Vorfällen kommen kann, welche Rassen beteidigt sind und wo die Ursachen liegen können. Hundehalter sollen dadurch auf mögliche Gefahren aufmerksam gemacht.


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Hunde können beißen




In Niederorschel (Thüringen) wurde ein neunjähriger Junge von einem Staffordshire-Mix angegriffen und schwer im Gesicht verletzt.

Die Medien berichten, dass das Kind auf einer Treppenstufe sass, als der Hund seiner Tante ihn angriff. Das Kind war zu diesem Zeitpunkt mit seinem Cousin und dem Hund alleine.

Quelle: http://www.mdr.de/thueringen/nord-thueringen/8423683.html

28.03.2011 Spaziergänger verletzt sich bei Hundeabwehr

Wir berichten hier zukünftig über alle uns bekannten Beißunfälle mit Hunden, bei denen Menschen verletzt wurden. Diese Berichte sollen einen Überblick geben, wie es zu solchen Vorfällen kommen kann, welche Rassen beteidigt sind und wo die Ursachen liegen können. Hundehalter sollen dadurch auf mögliche Gefahren aufmerksam gemacht.


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Hunde können beißen




Am 28.03.2011 stürzte ein Spaziergänger in Celle und verletzte sich, als er versuchte seinen Dackel vor den Angriffen eines Deutsch-Kurzhaar zu schützen. Der Halter des angreifenden Hundes entfernte sich vom Unfallort, ohne Angaben seine Personalien.

Die Polizei fandet nach dem Hundehalter.

Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/10195179/artid/13968906/compact/title/Ticker/true

27.03.11 Schäferhund greift an

Wir berichten hier zukünftig über alle uns bekannten Beißunfälle mit Hunden, bei denen Menschen verletzt wurden. Diese Berichte sollen einen Überblick geben, wie es zu solchen Vorfällen kommen kann, welche Rassen beteidigt sind und wo die Ursachen liegen können. Hundehalter sollen dadurch auf mögliche Gefahren aufmerksam gemacht.


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Hunde können beißen




Am 27.03.11 wurde in Hagen (NRW) ein Mann von einem Schäferhung verletzt. Der Mann befand sich mit seinem Hund auf dem Gehweg, als aus einer Hofeinfahrt ein Passant mit einem angeleinten Schäferhund kam. Der Hund konnte sich losreißen und griff den Mann an. Der Halter des Schäferhundes entfernte sich nach dem Angriff.

Nach Einschätzung des Opefers, war der Schäferhundhalter alkoholisiert und nicht mehr in der Lage, den Hund sicher zu führen.

Die Polizei in Hagen hat die Fahndung aufgenommen.

Quelle: http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/30835/2015990/polizei_hagen

26.03.11 Calbe - Rottweiler-Schäferhund-Mix beißt Mädchen

Wir berichten hier zukünftig über alle uns bekannten Beißunfälle mit Hunden, bei denen Menschen verletzt wurden. Diese Berichte sollen einen Überblick geben, wie es zu solchen Vorfällen kommen kann, welche Rassen beteidigt sind und wo die Ursachen liegen können. Hundehalter sollen dadurch auf mögliche Gefahren aufmerksam gemacht.


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Hunde können beißen




Am 26.03. wurde in Calbe ist ein neunjähriges Mädchen von einem Rottweiler-Schäferhund-Mix verletzt.

Laut Medien, war die Großmutter mit dem Mädchen und ihrem Hund unterwegs, als der Mischling durch ein geöffnetes Tor vom Grundstück des Halters entfliehen konnte und angriff.

Quelle: http://nachrichten.t-online.de/neunjaehrige-von-rottweiler-schaeferhund-mischling-gebissen/id_45330022/index

Donnerstag, 24. März 2011

Fun für Hunde und Menschen in Mönchengladbach

Am Sportpark West befindet sich das Trainingsgelände von Elke Storath, die sich in Mönchengladbach auf Funhundesport spezialisiert hat.

Elke bietet ganz bewusst keine Erziehung des Hundes an, sondern zeigt Hundehaltern, wie sie sich und ihren Hund beschäftigen können.
Zum Angebot gehören:

•Longieren
•Clickern / Trickdogging
•Doggie-Fit /Dog-Dance
•Apportieren
•Abenteuerspaziergänge

Hund-MG: Frau Storath, Sie verzichten bei TEAMFUN bewusst darauf Hundeerziehung anzubieten. Das ist ungewöhnlich, denn meistens machen Hundeschulen doch von Beschäftigung bis Erziehung alles. Weshalb spezialisieren Sie sich auch den Beschäftigungsbereich?

TEAMFUN: Ja Herr Gilka, das ist wohl eher selten, aber ich habe mich ganz bewusst zu diesem Schritt entschlossen. Zum einen denke ich , dass das Angebot an Hundeschulen im Erziehungsbereich in Mönchengladbach und Umgebung bereits groß genug ist. Da sollte sich, bei den verschiedenen Konzepten und Ansätzen, eigentlich für jeden Hundehalter die passende Einrichtung finden lassen. Zum anderen bin ich davon überzeugt, dass man sich bei seiner Arbeit Schwerpunkte setzen sollte, um auch noch qualitativ gut und authentisch arbeiten zu können. Tatsächlich war der "Spaßbereich" schon immer der Teil der Arbeit, der mir persönlich am meisten Freude bereitet hat. Insbesondere zu erleben wie die Kunden mit ihren Vierbeinern durch das gemeinsame Training zu echten Teams zusammenwachsen, finde ich jedes Mal besonders spannend. Sie auf ihrem Weg dahin optimal zu unterstützen, darin sehe ich für mich immer wieder aufs Neue die Herausforderung. Deshalb habe ich mich entschlossen mich auf genau diesen Bereich zu spezialisieren.

Hund-MG: Kann man Erziehung und Beschäftigung tatsächlich trennen? Wie gehen Sie damit um, wenn Konflikte zwischen Mensch und Hunde oder Hunden untereinander beim Training auftreten?

TEAMFUN: Nein, das lässt sich sicherlich nicht trennen, denn sowohl bei der Erziehung als auch bei der Beschäftigung befindet man sich ja in einem sozialen System mit seinem Gegenüber. Erfahrungsgemäß sind aber die Hundehalter bei der spielerischen Beschäftigung nicht so verbissen und verkrampft, wie im Erziehungsbereich, was ich persönlich auch als große Chance sehe. Für den Hundehalter geht es ja im Prinzip um "Nichts". Somit ist er auch innerlich nicht so auf bestimmte Vorstellungen festgefahren und viel schneller bereit auch einmal etwas Neues auszuprobieren. Das Schöne ist, dass der Erziehungseffekt sehr oft ganz beiläufig durch die Hintertür eintritt. Denn, was der Mensch oft fälschlicherweise für "Spiel" hält, ist für den Hund in Wirklichkeit eine auslastende Beschäftigung. Immer vorausgesetzt natürlich, dass das Training vernünftig konzipiert ist. Außerdem profitieren beide Seiten davon, dass sie sich bei der gemeinsamen Arbeit, ganz nebenbei, gegenseitig besser kennen und verstehen lernen. Zusätzlich dazu schweißen die gemeinsam erzielten Erfolge sie im Laufe der Zeit zu echten Teams zusammen. Ich möchte trotzdem ganz klar betonen, dass eine, wie auch immer geartete Beschäftigung allein, kein Allheilmittel für problematisches Verhalten sein kann. Die Basis zwischen Mensch und Hund muss grundsätzlich stimmen. Das Beschäftigungstraining mit dem Hund kann und will keine Erziehungsarbeit ersetzen, sondern sollte diese meiner Meinung nach sinnvoll unterstützen und ergänzen.
Wirkliche Konflikte zwischen Mensch und Hund habe ich in meiner bisherigen Zeit als Trainer nicht erlebt. Rangeleien zwischen Hunden natürlich schon, aber diese waren meist harmloser Natur. Als Trainer sehe ich mich in der Pflicht die Wahrscheinlichkeit für solche Konflikte nach Möglichkeit so klein wie möglich zu halten, was sich aber leicht durch Einhaltung bestimmter Regeln im Trainingsalltag umsetzen lässt. Natürlich versuche ich mir ein Bild von jedem Hund-Mensch-Team zu machen , bevor dieses zum Gruppen-Training erscheint. Wenn der Hund nicht sozialverträglich mit seinen Artgenossen auftritt, gibt es ja auch die Möglichkeit des Einzeltrainings. Sollte es dennoch einmal zu einem Konflikt kommen, gilt es ruhig, souverän und entschlossen zu reagieren und dann im richtigen Moment einzugreifen. Für so etwas gibt es keinerlei Patentrezepte, das mache ich immer von der jeweiligen Situation abhängig.

Hund-MG: Auf Ihrer Webseite steht geschrieben, dass Sie nicht trainieren, um an Wettkämpfen teilzunehmen. Wie ist ihre Einstellung zu Wettkämpfen im Hundesport?

TEAMFUN: Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, dass sich Hundehalter und ihre Hunde mit anderen Teams im sportlichen Wettkampf messen. Schließlich möchte man vielleicht ja auch mal ausloten, wo genau man im Vergleich zu anderen steht. Mir persönlich ist es halt wichtig, dass der Hund nicht, sobald der Leistungsaspekt dazu kommt, zu einer Art Sportgerät mutiert, was leider manchmal geschieht. Oft passiert das sogar zunächst sehr latent, ohne dass es dem Menschen immer bewusst wird. Für mich ist der Hund eben in erster Linie ein Hund mit ganz eigenen hundetypischen Bedürfnissen und auch eigenen Rechten. Solange man den Wettkampf so betreibt, dass man den Respekt vor seinem Hund nicht verliert und dessen Vertrauen nicht zur Befriedigung des eigenen Geltungsdranges missbraucht, ist gegen ein gesundes Maß an sportlichem Wettkampf überhaupt nichts einzuwenden. Weil ich den Leistungsaspekt aber von vorneherein nicht ins Zentrum meiner persönlichen Arbeit stellen wollte, habe ich mich dazu entschlossen, das auch ganz klar auf meiner Homepage zu formulieren.

Hund-MG: Die Hundeszene neigt ja gerne zu extremen Einstellungen. Aus der völligen Nichtauslastung eines Hundes wird schnell die Überlastung des Hundes. Wie würden Sie eine sinnvolle Auslastung beschreiben?

TEAMFUN: Es ist hier wie so oft im Leben von entscheidender Bedeutung, da das richtige Maß zu finden. Ein Hund ist in meinen Augen ein hochintelligentes und sehr soziales Wesen, dass es darum nicht verdient hat, tagein tagaus ein stumpfsinniges und freudloses Dasein zu fristen. Früher hatten Hunde immer auch einen bestimmten "Job" zu erfüllen, ob nun als Hofhund, zur Jagd oder als rechte Hand des Schäfers. Heute sind sie einfach zum Sozialpartner "degradiert" worden, werden vom Menschen viel zu oft wie Ihresgleichen behandelt und manchmal zusätzlich noch mit Aufmerksamkeit regelrecht überschüttet; leider häufig im völlig falschen Moment. Eine für das soziale Gefüge nicht selten tödliche Mischung. Um einen Hund sinnvoll auszulasten ist es zunächst einmal wichtig dieses "sinnvoll" präzise zu formulieren. Damit will ich sagen, dass dieses Ziel ja bei verschiedenen Hunden und Menschen völlig unterschiedlich ausfallen kann. Der eine möchte seinen quirligen Wirbelwind körperlich auslasten, der andere möchte seinem ängstlichen Vierbeiner durch die Beschäftigung mehr Sicherheit vermitteln und wieder ein anderer sucht einfach eine Beschäftigung, um gemeinsam mit seinem Hund etwas Spaßiges zu erleben. In meinen Augen ist es daher wichtig sich zu überlegen: "Was will ich erreichen?" . Aber auch andere Dinge gilt es herauszufinden: Für welche Objekte oder Aktivitäten interessiert sich der Hund von sich aus? Mit welchen Sinnen arbeitet er gern? Stöbert er gern oder liebt er es zu rennen? Womit lässt er sich gut motivieren? Je mehr man über diese Dinge herausfindet, desto schneller findet man eine Beschäftigung, die dann sowohl für den Menschen, als auch für den Hund einen Sinn machen. Und schließlich heißt es dann "Probieren geht über Studieren". Man muss einiges eben einfach mal in der Praxis austesten, um herauszufinden, ob es einem liegt und mancher Hundehalter hat so schon das ein oder andere verborgene Talent seines Vierbeiners entdeckt. Dabei sind es oft gar nicht die großen spektakulären Aktionen, die man machen muss, um den Alltag des Hundes interessanter zu machen. Kreative Beschäftigungsideen gibt es mehr als genug. Letztendlich ist es natürlich wichtig es nicht zu übertreiben. Die Dosis macht das Gift! Wenn man seinen Hund "dauerbespaßt" tut man sicher zu viel des Guten. Es muss auch immer noch genug Zeit für körperliche und geistige Regeneration bleiben. Übrigens ist gemeinschaftliches auf der Couch oder dem Teppich Entspannen nach dem Training, zwar nicht unbedingt auslastend, macht aber auch Spaß und tut auch der Hund-Mensch-Beziehung gut. *zwinkert*

Hund-MG: Im Bereich Beschäftigung begegnen Sie ja bestimmt immer wieder Rassen, die für bestimmte Aufgaben gezüchtet wurden und deshalb an Unterbeschäftigung leiden. Welche Rassen halten Sie für eine Familie in der Stadt geeignet und wo würden Sie sagen, dass diese Rasse nur etwas für Menschen ist, die sich sehr aktiv mit dem Hund beschäftigen wollen?

TEAMFUN: Wissen Sie Herr Gilka, bei solcherlei Empfehlungen bin ich immer sehr vorsichtig. Es gibt ihn nämlich meiner Erfahrung nach nicht, den allseits gerne zitierten "perfekten Familienhund" auch , wenn manche Züchterseiten etwas ganz anders vermuten lassen. Aus meiner Erfahrung im Erziehungsbereich, geht der Mensch an sich mit dreierlei Behauptungen oft zu naiv und unreflektiert um. Zu vielen als ach so lieben und ruhigen Familienhunden angepriesenen Vierbeinern bin ich schon begegnet, die ihre Besitzer wie auf Wasserskiern hinter sich her schleiften und andersrum habe ich auch schon Border-Collies getroffen mit dem Temperament einer Schlaftablette. Natürlich haben Rassen noch typische Eigenschaften, welche Ihnen aufgrund Ihrer Entstehungsgeschichte zu eigen sind, aber man sollte sich eben nie blind darauf verlassen und nicht vergessen, dass der Anteil, den der Mensch letztendlich an der Entwicklung des Welpen nimmt, von ganz entscheidender Bedeutung ist. Viele Hütehund-Rassen werden unter dem gleichen Vorzeichen schon als Welpe völlig überbeschäftigt, weil man ja gehört oder gelesen hat, dass die viel Beschäftigung brauchen. Leider werden solche Tiere dann oft über kurz oder lang wieder abgegeben, weil sich diese selbst angestoßene Beschäftigungsspirale ins scheinbar Unerträgliche geschraubt hat. Die Rechnung zahlt dann bedauerlicherweise , wie sooft mal wieder der Hund. Wer sich also vor dem Hundekauf informiert, sollte sich, wenn er sich für einen Rassehund entscheidet, natürlich auch gründlich über die jeweilige Rasse informieren. Aber er sollte sich vor allem auch mehrere leibhaftige Vertreter dieser Rasse mal im Original anschauen bzw. sich mit den Besitzern unterhalten. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind oft wesentlich wertvoller als blumige Rassebeschreibungen. Und selbstverständlich ist es mindestens genauso wichtig sich einen wirklich guten Züchter zu suchen und nach Möglichkeit auch die Elterntiere in Augenschein zu nehmen. Ein verantwortungsvoller Züchter wird genauso viel Sorgfalt auf die Auswahl seiner Welpenkäufer legen, wie Sie auf die Wahl ihres Welpen und sie sicher gerne intensiv beraten. Aber bitte nicht vergessen, dass es übrigens auch ganz tolle Mischlinge gibt . Bei allen vorbereitenden Aktivitäten darf man aber aus den Augen verlieren, dass man zu einem guten Teil immer ein Überraschungspaket kauft. Dessen muss sich der Erwerber eines Hundes generell stets bewusst sein, ganz egal ob Rassehund oder Mischling. Hunde fordern uns nun einmal viel Verantwortung ab und zwar nicht nur, wenn sie sich so entwickeln, wie wir es erwarten, sondern immer!

Hund-MG: Es gibt ja sehr viele Hunde, die nur noch die Taschen und die Hände ihres Besitzers beobachten, da hier die Belohnung zu holen ist. Im Longierkreis wird daran gearbeitet, dass der Hund auch auf Distanz den Menschen nicht aus den Augen verliert. Für einige Hundehalter ist das wahre Bindung. Erik Zimen kritisierte einmal die zunehmende Abhängigkeit des Tieres vom Menschen. Heute müssen wir einen Schritt weiter gehen und bei Klicker, Bällchen und Leckerchen sogar von einer Objektabhängigkeit sprechen. Besteht die Gefahr, dass schnell aus FUN der Fun wird, den ein Abhängiger bei der Drogeneinnahme hat? Wie kann man sich davor schützen, einen Hund zum Junkie zu machen?

TEAMFUN: Ja, bei unreflektiertem Gebrauch von Leckerchen , Clickern, Frisbee & Co. kann das leider schnell passieren. Leider sind viele Hundehalter diesbezüglich viel zu unbedarft. Zu verlockend ist ja auch das breite bunte Angebot an Spielsachen, Modetrends und Hilfsmitteln. Das typischste Beispiel für mich ist das allseits beliebte stereotype "Bällchenwerfen". Das hat meiner Meinung nach weder etwas mit Spiel noch mit Beschäftigung zu tun. Für Spiel gibt es wissenschaftliche Kriterien, die es nicht erfüllt und als Beschäftigung entbehrt es jedem niveauvollen Anspruch. Ich lege großen Wert darauf, dass beim Training der Mensch als Team-Partner und nicht das Objekt in den Fokus des Hundes gerückt wird. Der entscheidende Unterschied besteht meines Erachtens darin, dass der Mensch derjenige im Team ist, der die "Spielregeln" festlegt und auch die Kontrolle hat. Das stärkt ganz nebenbei auch seine Führungskompetenz gegenüber dem Hund und damit auch das soziale Gefüge. Wenn der Mensch den vom Hund wiederherbeigeschleppten Ball brav per Ballschleuder im hohen Bogen wieder ins Feld befördert, damit sein Vierbeiner im hinterherjagen kann, hat der Hund seinen Menschen doch gut erzogen und kann mit recht Stolz auf ihn sein, oder? Nur frage ich mich, wer da wen beschäftigt. *lächelt* Wer so handelt, muss sich darüber im klaren sein, dass er aus seinem Hund einen Junkie macht. Leider machen sich die meisten Menschen das nicht bewusst. Gerade deshalb tun Aufklärung und das Anbieten von vernünftigen Beschäftigungsalternativen Not.

Hund-MG: 2010 war in Mönchengladbach das Jahr der Freilaufflächen. Für wie wichtig halten Sie den Freilauf des Hundes für die Auslastung des Hundes? Wie sollte ein solcher Freilauf optimal gestaltet sein?

TEAMFUN: Als ich letztes Jahr erfuhr, wie es um die heißdiskutierten und vielgerühmten Freilaufflächen in Mönchengladbach bestellt ist, war ich sehr enttäuscht. Nicht nur das sie für die meisten Hundehalter gar nicht deutlich ausgewiesen sind, sie sind auch nicht eingezäunt. Die Möglichkeiten seinen Hund ohne Leine in unserem Stadtgebiet spazieren zu führen, sind leider wirklich mehr als überschaubar. Wer dabei noch mit dem Tatbestand leben muss, dass sein Hund nicht immer zuverlässig zurück kommt oder womöglich beim ersten in Sichtweite geratenden Hasen das Weite sucht, dem gehen hierzulande schnell die Alternativen aus, wenn er seinen Hund überhaupt mal von der Leine lassen möchte. Für mich ist Freilauf für einen Hund sehr wichtig und ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit für eine artgerechte Hundehaltung. Wenn ich mir einen idealen Freilauf für Hunde wünschen könnte, würde es eine ausreichend große Fläche sein müssen, mit unterschiedlichem Bewuchs (Wiese, Sträucher, Bäume), freien Flächen ,die zum Frisbee-Spielen oder Longieren geeignet sind, am liebsten noch ein kleines Gewässer und verwegener weise auch ein paar hundetauglichen Spielgeräten... na ja ein echter Hundespielplatz eben, schön eingezäunt natürlich, damit auch die oben erwähnten Hunde auf ihre Kosten kommen. Träumen darf man ja schließlich!

Hund-MG: Fünf Tage Langeweile und Samstag zu TEAMFUN? Wie kann der Hund so in den Alltag eingebunden werden, dass er auch außerhalb ihrer Trainingszeiten optimal beschäftigt ist?

TEAMFUN: Ich glaube das ist gar nicht schwer, denn man muss nicht zwangsweise viel Zeit, Aufwand oder Geld investieren, um einen Hund gut zu beschäftigen. Oft sind es gerade die kleinen Ideen und Veränderungen, die sich problemlos in den Alltag integrieren lassen und trotzdem für frischen Wind in der Beschäftigung sorgen. Nichts ist trostloser für einen Hund als täglich zur gleichen Zeit die immer wieder gleiche Runde zu drehen und nix passiert...Tristesse pur! Nicht falsch verstehen bitte. Ich meine nicht, dass Menschen für ihren Vierbeiner den ständigen Animateur geben müssen, aber ein paar nette kleine Highlights dürfte der Spaziergang schon haben. Verstecken sie doch einmal ein paar Leckerlis an verschiedenen (erreichbaren) Stellen in und an einer alten Baumwurzel und sehen ihrem Hund beim Suchen zu und ich betone : sehen sie zu! Bitte nicht aus Ungeduld hingehen und zeigen, wo sie versteckt sind oder fänden sie es als Kind spannend, wenn Oma ihnen Ostern schön mit dem Finger zeigen würde, wo die Ostereier versteckt sind? Machen sie aus den Spaziergängen kleine Abenteuer, die sie ganz bewusst mir ihren Hund zusammen genießen. Spielen sie doch mal mit ihren Hund fangen um ein paar Strohballen auf dem Feld. O.k. vielleicht wird ihr Hund sie zunächst etwas verdutzt angucken, aber wer weiß vielleicht gefällt es ihm ja. Mein Ansatz ist generell der, Angebote zu machen, bei denen das Hund-Mensch-Team gemeinsam trainieren kann und der Hund sich auf dem Platz auch mal körperlich austoben kann. Vor allem lernt der Mensch aber dabei, was er generell beim Training beachten muss, wie er seinen Hund besser "lesen" kann, wie er eindeutiger und klarer mit seinem Hund kommuniziert, und welche Tricks und Kniffe es in den einzelnen Beschäftigungssegmenten gibt. Ich lege dabei immer großen Wert darauf, dass die Menschen genügend Anregungen für den Alltag zuhause oder den Spaziergang bekommen. Trickdogging und Dog-Dance klappen prima auch im heimischen Wohnzimmer, Funility-Geräte lassen sich auch mit wenigen Aufwand im Garten nachbauen, Apportieren und Nasenarbeit ist ideal für den Spaziergang. Glauben sie mir, wenn es mir an einem nicht mangelt, sind es Ideen und diese gebe ich immer gerne weiter und freue mich sehr, wenn die Leute mir berichten, dass sie es erfolgreich umgesetzt haben. Nicht umsonst finden Sie auf meiner Seite auch den Spruch: "Langeweile war gestern!"

Hund-MG: Vielen Dank für dieses Gespräch! Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit TEAMFUN im Sportpark West.

TEAMFUN: Ich danke Ihnen Herr Gilka , für das interessante Interview und, dass Sie mir die Chance gegeben haben, etwas von meinem Konzept zu erzählen. Bleiben Sie neugierig und kritisch, denn ich finde es sehr wichtig, dass wir Menschen uns Gedanken machen über das was wir tun. Das sind wir unseren Hunden schuldig. Ihnen und Ihren Lesern und natürlich allen dazugehörigen Hunden wünsche ich alle Gute und natürlich ...viel Spaß!