Donnerstag, 20. Dezember 2012

Michael Grewe – Canis und die Schläge mit dem Futternapf

Über die sozialen Netzwerke wird aktuell ein Video verbreitet, auf dem zu sehen ist, wie einem Hund ein Futternapf gegen den Kopf geschlagen wird.


Die Empörung wäre wahrscheinlich nicht so groß, wenn auf dem Video nicht Michael Grewe zu sehen wäre.
Michael Grewe ist Hundetrainer, Sachverständiger in Hamburg und Schleswig Holstein, Buchautor und Ausbilder für Hundetrainer. Vor 10 Jahren hat er, gemeinsam mit Erik Zimen, Canis gegründet. Bei Canis bekommen angehende Hundefachleute das nötige Fachwissen vermittelt, um eine Prüfung bei der Tierärztekammer Schleswig-Holstein abzulegen.

Grewe ist eine wichtige und angesehene Persönlichkeit in der deutschen Hundeszene, die nun im Internet beschimpft, beleidigt und bedroht wird.
Die Drohungen sind massiv und richten sich nicht nur gegen Grewe, sondern auch gegen die Hundehalterin und den Schüler von Canis, der den Schlag ausgeführt hat.
Ich finde, in einer Gesellschaft, die Gewalt ablehnt, führen Gewaltandrohungen nur zu einer Gewaltspirale. Hier ist erst einmal Selbstkontrolle und Diskussionsbereitschaft gefragt, sonst ist die Kritik wirkungslos. Wer das Video gesehen hat, wird aber auch verstehen können, was für starke Gefühle es auslösen kann.

Grewe erklärt in einer Stellungnahme, dass der geschlagene Hund schon mehrfach Menschen gebissen hat, in verschiedenen Hundeschulen war und nun eingeschläfert werden sollte.
Er erklärt weiter, dass er, um das Leben eines Hundes zu retten, auch zu solchen Mitteln greift.

Es ist eine moralische Frage, ob das Einwirken mit massiven Methoden erlaubt ist, um das Leben eines Hundes zu retten. Michael Grewe hat diese Frage für sich mit JA beantwortet.

Jenseits der moralischen Frage, stellt sich aber auch noch die Frage, weshalb das massive Einwirken ein Schlag mit dem Fressnapf gegen den Kopf des Hundes sein muss.

Im Film macht der Hund auf mich nicht den Eindruck, als sei er nur mit Schlägen zu beeindrucken. Grewe versprach weitere Videos zu veröffentlichen. Vielleicht zeigt sich der Hund da anders?! Es wäre aber unseriös, wenn ich mir hier ein Urteil erlauben würde.

Ob so ein Schlag das einzige Mittel ist, um das Fehlverhalten mancher Hunde in den Griff zu bekommen, sollten die Menschen diskutieren, die mit aggressiven Hunden arbeiten und entsprechende Erfahrung haben.

Thomas Baumann ist so ein Mensch! Er ist Sachverständiger in Sachsen und hat die nötige Erfahrung in der Arbeit mit aggressiven Hunden.

In seinem Buch “…damit wir uns verstehen“ schreibt Baumann:

Schläge, Tritte oder Stöße passen in keiner Weise in das moderne, ethologisch orientierte Erziehungskonzept guter Hundeausbilder oder –erzieher.

Um extem veranlagte Hunde vor der Euthanasie zu retten, habe ich im Einzelfall auch auf technische Zwangs- und Hilfsmittel wie Krallenhalsband (im Volksmund Stachelwürger), Elektroreizgerät und Beißkorb zurückgegriffen. Und dies ganz sicher nicht, um den Hunden zu schaden. Viel mehr kam und kommt es mir immer darauf an, diesen Extremisten das Leben zu retten. In schätzungsweise neun von zehn Fällen ist mir das auch gelungen. Mit Schlägen hätte ich sicher keinem einzigen Vierbeiner ernsthaft helfen können...
Zwei Sachverständige, keine pauschale Ablehnung von Zwang, die gleiche Motivation aber völlig verschiedene Meinungen, was das Schlagen eines Hundes betrifft.
Grewe sagt in seiner Stellungnahme, dass durch dieses Vorgehen dem Hund geholfen wurde. Baumann sagt, dass er mit Schlägen sicherlich keinem Hund hätte helfen können. Auch hier scheinen Fachleute unterschiedlicher Meinung zu sein!

Die Alternative wäre aber das Einschläfern des Hundes gewesen.
Bedenken wir nur die eventuelle Möglichkeit, dass die Einschätzung von Michael Grewe falsch sein könnte, dann kann der Hund auch jetzt nicht sicher geführt werden. Vielleicht müssen wir einfach realistisch einsehen, dass die Euthanasie das einzige vertretbare Vorgehen hier gewesen wäre!

  • Es ist mir nicht bekannt, ob Michael Grewe vorher Alternativen zum Schlag gesucht und geprüft hat.
  • Es ist mir nicht bekannt, ob man sich im Rahmen der kollegialen Zusammenarbeit, vorher mit unabhängigen Kollegen beraten hat, die hier vielleicht ein anderes Vorgehen befürwortet hätten.
  
Es gibt einige Hundeschulen, die der Meinung sind, dass Hunde nie Stress haben dürfen, Fehlverhalten grundsätzlich ignoriert werden sollte und erwünschtes Verhalten über Futtergabe zu belohnen ist. Einige dieser Hundeschulen setzen dieses Video nun ein, um ihren Kunden zu sagen, dass alle Trainer, die Zwang nicht ablehnen, die Hunde schlagen.
  
Das ist furchtbarer Unsinn und schreckliche Propaganda.
Ich befürchte, dass Canis durch dieses Video einen erheblichen Imageschaden erlitten hat.
Schnell werden nun alle durch Canis ausgebildeten in die Schublade der brutalen Gewalterziehung gesteckt. Zumal Canis bisher nur sehr wenig über Ihr Training mit Hunden veröffentlicht hat und dieses Video nun im Mittelpunkt der Canisarbeit steht. Darüber hinaus hat sich Canis immer werbewirksam als eine “Eliteschule“ für Hundetrainer verkauft. Auch das ist ein Fehler gewesen, denn Hundeerziehung – besonders die Arbeit mit Problemhunden – ist noch weit entfernt davon, eine Elite in Deutschland zu haben.
  
Klappern gehört natürlich zum Handwerk und deshalb sollen solche Anpreisungen auch nicht zu wörtlich genommen werden.
  
Canis ist und bleibt eine gute Möglichkeit, sich ausreichend theoretisches Wissen über Hunde anzueignen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Nicht mehr aber auch nicht weniger!
  
Canis ist kein Qualitätssigel und wahrscheinlich ist dies noch nicht einmal die behördliche Anerkennung der Tierärztekammer.
Es gibt gute und schlechte Hundetrainer, es gibt Fehlentscheidungen und Überforderung in allen Berufen. Ob der Mensch nun sein Wissen aus Büchern und durch die Arbeit auf Hundeplätzen oder dem Helfen in Hundeschulen hat oder durch ein Studium bei Canis spielt da kaum eine Rolle.
Egal, wie viele Fehler Grewe, Rütter, Reinhardt, Baumann, Bloch, Nijboer, Matthews etc. gemacht haben, sind diese Fehler noch lange kein Zeichen dafür, dass deren Schüler die gleichen Fehler machen müssen. Schon deshalb wäre eine Pauschalverurteilung aller Canisschüler falsch.
Wir sind gefordert das Gespräch zu suchen und müssen uns im Zweifel an wissenschaftlichen Fakten orientieren. Über die Fakten hinaus sind wir aber auch verpflichtet, die moralische Diskussion gemeinsam zu führen. Es darf nicht sein, dass Einzelpersonen ihre eigenen moralischen Vorstellungen in der Hundeerziehung zum Standart erklären.
Hundeerziehung ist Tierschutz und deshalb eine gesellschaftliche Aufgabe, die von einer Gemeinschaft getragen werden sollte.
  
Ohne Austausch der unterschiedlichen Erziehungsströmungen, wird es immer wieder zu Problemen kommen. Mit der pauschalen Verurteilung eines Menschen oder einer ganzen Organisation ist ein Austausch aber nicht mehr möglich.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Beutelfrust mit Hund

Vor einigen Tagen zog ich mit meinem Hund durch Wald und Wiesen und sah aus der Entfernung eine Frau, die von ihrem Hund über den Weg gezogen wurde. Als ihr Hund meinen Hund entdeckte, sprang er sofort in die Leine und versuchte durch ständigen Leinenruck, seine Besitzerin zum loslassen der Leine zu bewegen. Mit viel Fingerspitzengefühl fingerte die Frau mit der freien Hand in Ihrer Jackentasche rum und zog ihre Waffe – einen Futterbeutel.

Ihr aufgedrehter Hund merkte davon aber nichts und deshalb gab sie in heller und freundlicher Stimme immer wieder den Hinweis: “Na, schau mal hier! Schauen! Guck mal! Hiiiiiiiiier!“

Ohne Erfolg!

Im großen Abstand voneinander kam ich mit der Hundehalterin ins Gespräch. Sie glaubt fest daran, dass der zweijährige Rüde noch Zeit braucht, damit er auch in solchen Situationen über den Futterbeutel steuerbar ist.

Ihr Hundetrainer sieht das aber anders und hat situationsbezogen durch körperliches Bedrängen oder Stupsen den Hund auch schon mal klare Grenzen gesetzt.

Mittlerweile kann der Hund vom Hundetrainer sicher an andere Hunde vorbei geführt werden. Schön aber hilft der Hundehalterin wenig!

Die Hundehalterin erzählte mir, dass sie ihre Kinder nie geschlagen hätte und auch ihren Hund gewaltfrei erziehen möchte.

Das Gespräch brachte mich zum Nachdenken! Von Schlagen und Gewalt sprach die Hundehalterin, wenn von körperlichen Bedrängen und Stupsen gesprochen wurde. Verzweifelt versuchte sie den Kontakt zum Hund über einen Futterbeutel herzustellen und verglich das mit der Erziehung ihrer Kinder.

Natürlich hat die Halterin schon bemerkt, dass man mit Hunden nicht reden kann, wie mit einem Kind. Deshalb ist es nicht möglich, eine Strafe in einer Situation verbal anzukündigen. “Wenn Du nicht aufhörst ständig an der Leine zu ziehen, gehe ich drei Tage nicht mit Dir raus!“, ist für den Hund eine sinnlose Androhung. Der Futterbeutel war die einzige Krücke, die sie nutzen konnte. Dieser Beutel ist für den Hund aber nur so lange reizvoll, bis ein stärkerer Reiz kommt.

Einige Experten raten, den Reiz des Futterbeutels zu erhöhen. Entweder durch Futterentzug oder durch ein Training. Im letzten Fall soll der Hund so trainiert werden, dass schon der Anblick des Beutels reicht und die gesamte Umwelt wird ausgeblendet. Vergleichbar ist dies mit Menschen, die süchtig sind! Sind diese Methoden wirklich gewaltfreier, als ein Bedrängen des Hundes?

Handfütterung und auch der Einsatz eines Futterbeutels können tolle Werkzeuge sein, wenn der Hundehalter versteht damit umzugehen. Wird der Hund für sein ruhiges Verhalten über den Futterbeutel belohnt oder bekommt der Hund über den Futterbeutel eine Aufgabe, die ihn beschäftigt und auslastet ist alles wunderbar.

In bestimmten Situationen mag auch ein Ablenken mit dem Beutel sinnvoll sein.

Bemerke ich aber, dass ich mit einer Methode keinen Erfolg oder kein dauerhafter Erfolg erzielt werden kann, dann sollte eine andere Methode ausprobiert werden. Ratschläge kann man sich bei Hundetrainern holen.

Solange ein Hund aber keinen Schaden anrichtet oder andere Menschen belästigt, bleibt die Erziehungsmethode aber erst einmal eine Entscheidung der Hundehalter.

Leider passiert es aber auch, dass Hunde, die sich grenzenlos entwickeln dürfen irgendwann, wegen Überforderung der Halter, im Tierheim landen.

Ein unmittelbares “NEIN“, ein strenger Blick oder auch ein körperliches Bedrängen sind für den Hund Signale, die er verstehen kann. Werden darüber hinaus klare Regeln definiert und Tagesabläufe strukturiert, können Hund und Halter weitgehend konfliktfrei zusammen leben.

Dann macht es auch wieder Spaß mit dem Futterbeutel zu spielen oder damit zu trainieren.

Freitag, 31. August 2012

Tierheim Mönchengladbach vom Netz

Das Tierheim Mönchengladbach musste aus technischen Gründen seine Internetseite vom Netz nehmen.

Die Erstellung einer neuen Seite wird einige Zeit beanspruchen.

Damit das Tierheim weiter erreichbar ist, wurde eine Behelfswebseite eingerichtet, die unter der ursprünglichen Webadresse http://www.tierschutz-moenchengladbach.de aufgerufen werden kann.

Hier sollen so schnell wie möglich, alle Vermittlungstiere gelistet werden.

Dienstag, 19. Juni 2012

Tödlicher Unfall im Wolfsgehege

Wolfsexperten halten sich zurück, denn sie wissen, dass sie über das tragische Unglück nichts sagen können. In einem schwedischen Zoo ist eine Tierpflegerin von Wölfen getötet wurden.


Hier sind einige Medienreaktionen:

http://www.fr-online.de/panorama/unglueck-wolfsrudel-toetet-seine-ziehmutter,1472782,16412028.html

http://www.focus.de/panorama/welt/tiere-woelfe-in-schwedischem-tierpark-toeten-waerterin_aid_768783.html

http://www.sueddeutsche.de/panorama/zwischenfall-in-schwedischem-tierpark-wolfsrudel-toetet-waerterin-1.1385718

http://nachrichten.rp-online.de/panorama/wolfsrudel-toetet-tierpflegerin-1.2876709

http://www.bgland24.de/nachrichten/welt/wolf-toetet-waerterin-schwedischem-2357444.html

Ich bin kein Wolfsexperte, denn mein Wissen über Wölfe habe ich alleine aus Büchern. Auch in einigen Büchern wird geschildert, dass Wölfe in der Gefangenschaft Menschen angreifen können. Das sollten wir erst einmal völlig wertfrei annehmen.

Menschen, die ständigen Kontakt zu Wölfen in Gefangenschaft haben, sollten sich dieser Gefahr bewusst sein und müssen mit dem Risiko leben. Wieso aber ein Wolfsgehege zum Streichelzoo gemacht wird und Menschengruppen ohne Sicherung durch diesen künstlichen Lebensraum führen, ist mir schleierhaft.

Die Verantwortlichen sprechen häufig davon, dass so der Bevölkerung die Angst vor dem bösen Wolf genommen werden soll. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass einfach nur mehr Besucher in den Tierpark geholt werden sollen.

Egal welche Motivation der Mensch hat, es schadet dem Wolf, wenn er zukünftig vermenschlicht und glorifiziert wird. Wölfe gehören nicht in den Streichelzoo und sind auch keine Hunde. Sie sind keine Bestien aber auch keine besseren Menschen. Wölfe sind Wölfe, die hoffentlich bald wieder zum deutschen Wild gehören, wie der Hase und das Reh.

Vielleicht kann der schreckliche Unfall in Schweden zum Anlass genommen werden, noch mal über die Haltung von Tieren in Gefangenschaft nachzudenken.

Ich empfehle die Bücher von Günther Bloch und Eli Radinger. Hier werden sehr verständlich das Leben und der Lebensraum des Wolfes näher gebracht. Nebenbei gibt es die Möglichkeit, etwas über uns selbst zu lernen, wenn wir einiges über das Verhalten einer Wolfsgruppe erfahren.

Montag, 18. Juni 2012

Martin Rütter gegen Rasseliste

Martin Rütter nutzt seine Webseite und spricht sich klar gegen Menschen aus, die die potentielle Gefährlichkeit eines Hundes an seiner Rasse festmachen wollen.

Er wählt für ihn ungewöhnlich klare Worte. Ich finde es gut, dass Martin Rütter seine Medienpräsenz sinnvoll einsetzt.

Vielleicht reagieren Medien und Politiker stärker auf "dem Mann aus dem Fernsehen", als auf anerkannte Wissenschaftler, die das Problem schon seit 15 Jahren thematisieren und politisch diskutieren.

Eine Beratung vor dem Hundekauf und ein Hundeführerschein werden von vielen Experten als bessere Lösung genannt.

Auch Rütter sagt: "Schon vor vielen Jahren habe ich ein ausgereiftes Konzept für diesen Hundeführerschein entwickelt.... Bisher hatte die Bundesregierung scheinbar kein ernsthaftes Interesse, dieses Konzept umsetzen zu lassen."

Er ist hier in guter Gesellschaft anderer Hundetrainer, die in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern bereits entsprechende Konzepte ausgearbeitet haben.

Hessen diskutiert schon ernsthaft über eine Änderung bestehender Gesetze:
http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/hessen/hessen-hunde-fuehrerschein-soll-rassenliste-ersetzen-11111708.html

Niedersachsen hat es bereits umgesetzt:
http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Niedersachsen-fuehrt-den-Hundefuehrerschein-ein

Berlin ist auch dabei:
http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1908602/Berliner-muessen-Hundefuehrerschein-machen.html

Wahrscheinlich werden bald weitere Bundesländer, nach Vorbild Niedersachsens, einen Hundeführerschein einführen.

Hier gibt es weitere Informationen zum Hundeführerschein des BHV (Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater e.V.):
http://www.bhv-net.de/index.php?option=com_content&view=article&id=82&catid=48&Itemid=79

http://www.bhv-net.de/frageboegen/

Mittwoch, 13. Juni 2012

Hundemesse in Mönchengladbach

Am 16.06.12 und am 17.06.12 öffnen sich die Türen der Kaiser-Friedrich-Halle für Menschen mit Hund.


Freizeitangebote mit Hund, Tierfotografie, Futter, Tierschutzorganisationen, Fotografen, Physiotherapeuten, Webseitenanbieter, Zeitschriften, Tierkommunikation, Hotels und Tierkrematorien.

Ein sehr bunter Markt!

Besonders interessant wird sicherlich der angekündigte Auftritt der Kreisjägerschaft aus Mönchengladbach. Immer wieder auftretende Auseinandersetzungen zwischen Hundehaltern und Jägerschaft in Mönchengladbach zeigen, dass ein Umdenken und ein sachlicher Umgang mit bestehenden Problemen von beiden Seiten notwendig sind.

Auch die Hundelobby Mönchengladbach ist wieder auf der Hundemesse vertreten. Eine Organisation die, laut eigenen Angaben, 1475 Mitglieder hat. Erklärtes Ziel der Hundelobby ist es, "die Stadt Mönchengladbach so zu gestalten, dass Hund und Mensch weitgehend konfliktfrei miteinander leben können" (Zitat: Webseite hundelobby-mg.de). Was genau die Hundelobby MG in den nächsten Jahren umsetzen möchte, können interessierte Besucher auf der Hundemesse erfragen.

Neu auf der Hundemesse vertreten, ist die Interessensgemeinschaft aus Mönchengladbach "Hund ist Hund", die sich für ein Landeshundegesetz in NRW einsetzen, das sich an dem Gesetz Niedersachsens orientiert.

Kritisch sehe ich teilweise die Angebote "Tierkommunikation". Eine Anbieterin schreibt auf Ihrer Webseite, sie benötige nur ein Foto, den Namen und das Geschlecht des Tieres, um eine "Diagnose" zu stellen. Natürlich sollen Anbieter und Kunden ruhig an die Wirksamkeit dieser Methoden glauben. Problematisch wird es nur, wenn Hunde leiden müssen, weil falsche "Diagnosen" gestellt werden. Ich bin der Meinung, ein Tierarzt bzw. Hundetrainer sollten erste Ansprechpartner sein. Darüber hinaus kann ein wenig Esoterik nicht schaden.
Weitere Informationen: http://cms.diehundemesse.de/pages/moenchengladbach-16.17.06.2012.php

Donnerstag, 26. April 2012

Landwirschaftskandal in Mönchengladbach

Stellen Sie sich vor, Sie bringen ein Schild mit der Aufschrift "Privatparkplatz" vor ihrem Haus an und kommen damit in die Zeitung. Die Presse berichtet über die dreisten Autofahrer, die immer wieder ihren Parkplatz benutzen.

Die Vorstellung ist absurd, weil ein solches Thema die Öffentlichkeit nicht interessiert.

Öffentliches Interesse ist scheinbar in Mönchengladbach vorhanden, wenn ein Bauer einige Schilder auf dem Feld aufstellt.

Nun könnte ja der Hinweis, dass hier ein Bauer auf den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft verzichtet oder sich gegen genetisch veränderte Lebensmittel ausspricht, durchaus von öffentlichem Interesse sein.

Es ging aber um die Verunreinigung der Felder durch Hundekot.


Ohne Zweifel, ein persönliches Ärgernis für den Landwirt. Für die Zeitung ist es wahrscheinlich nur ein perfekter Aufhänger, um im Grabenkrieg zwischen Hundehalter und Nichthundehalter für Zündstoff zu sorgen.

Hundekot gehört nicht in Lebens- oder Futtermittel.

Es gibt Gesetze, die das Betreten und Verunreinigen von landwirtschaftlichen Flächen verbieten.

Der Kot des Hundes ist kein Langzeitgift.

Meist wird er, wie das in der Natur üblich ist, sehr schnell biologisch abgebaut. Das "Problem" beschränkt sich also auf die Haufen, die unmittelbar vor der Ernte auf die Felder gebracht werden. Die Konkurrieren aber mit dem Kot anderer Tiere im Wettlauf um die "Verschmutzung" unserer Lebensmittel.

Nicht erst seit EHEC sollten Lebensmittel gewaschen werden, was auch die letzten Spuren möglicher Verunreinigung beseitigen sollte.

Durch Deutschland geistert immer noch das Gerücht, Hundekot im Tierfutter, könne Fehlgeburten bei Rindern auslösen.
Zu diesem Thema hat die Bundestierärztekammer bereits am 15. Mai 2006 die Presseerklärung Streitfall Hundekot herausgegeben.

Hier wird darauf hingewiesen, dass dieses Risiko vielfach überschätzt wird. In der Presseerklärung heißt es:

"Ein geringes Risiko für einen einzelnen Fall eines Rinderaborts besteht danach erst, wenn sich mindestens 87 Hunde während der gesamten Weidesaison auf dem Gründlandareal aufhalten und dort ihren gesamten Kot
absetzen."

Interessante Links über Lebensmittel und Landwirtschaft, die eventuell von öffentlichem Interesse sein könnten aber nicht so sehr polarisieren, wie ein Hundehaufen:

BUND
Viel zu viele Pestizide in der Landwirtschaft


Pestizide in der Landwirtschaft: flächendeckender Gifteinsatz


Mögliche Risiken durch Einsatz von Nanomaterialien in der Landwirtschaft


foodwatch
Klimawirkung der Landwirtschaft in Deutschland
Studie in Auftrag von foodwatch


FAZ
Gespritzt, gedopt, verkümmert


The European Circle
“Wir haben es satt!”
Kritik an deutscher Agrarpolitik

Donnerstag, 19. April 2012

Quotenjagd mit Hundehalter in Mönchengladbach?

Am 05.04.2012 berichtete die RP-Online über einen Vorschlag des Landwirts Reiner Brungs aus Mönchengladbach: Die Jagdgenossenschaft soll Fotos von Hundehaltern machen, deren Hunde wildern oder Saat zerstören.

Dieser Artikel brachte der RP-Online 37 Leserkommentare und der Nachfolgeartikel "Das sagen Leser zur Fotojagd auf Hundehalter" brachte noch einmal 16 Kommentare.
(Stand: 19.04.2012)

Im Vergleich zu den Leserreaktionen auf andere lokale Artikel sind insgesamt 53 Reaktionen wirklich gut.

Sogar das Forum Hundelobby-Mönchengladbach wurde durch diesen Artikel nach langer Zeit wieder etwas belebt.


Für mich ist dieser Artikel ein Sturm im Wasserglas. Hier wird bewusst Wind gesät, um Sturm zu ernten.


Im Grunde genommen, hat der Landwirt Rainer Brungs nur einen Vorschlag gemacht, über den nie ernsthaft diskutiert werden sollte. Es war eventuell nur eine unüberlegte Äußerung, die noch nicht einmal in die Praxis umgesetzt werden kann. Trotzdem wird gerade aus dieser Äußerung eine Überschrift gebastelt, die für den nötigen Sprengstoff sorgt.

Nur die Quote sichert das Überleben einer Zeitung und scheinbar auch das Überleben einer Interessensgemeinschaft. Allerdings wird durch solche Diskussionen aber auch ein pauschalisiertest Bild von Hund, Halter, Landwirt und Jäger in die Öffentlichkeit gebracht. Das fördert nicht die gegenseitige Akzeptanz in Mönchengladbach.

Hundekot auf den Wegen und Feldern, Streit um Hundewiesen oder jagende Hunde, sind Themen, die in Mönchengladbach immer wieder gerne wie die Sau durchs Dorf getrieben werden. Oberflächlich und reißerisch, wie es die BILD Zeitung gelehrt hat.

Wenige Worte können eine Volksmeinung bilden, wenn sie von einer Masse schnell verstanden werden und einprägsam sind. Ein solcher Populismus reduziert den Hund nicht selten auf “Lieber Hund“ und “Böser Hund“. Eine beliebte Variante ist: “Lieber Hundehalter“ und “Böser Hundehalter“.

Am Ende sind aber die Hundehalter die Verlierer in Mönchengladbach, wenn solcher Populismus sich in den Köpfen der Menschen breit macht. Ohne ein hohes Fachwissen über Hundeverhalten kann keine Hundepolitik gemacht werden. Dies gilt für die Politiker in unserem Land, wie es auch für Interessensverbände und Vereine gelten sollte.

Vielleicht schaffen wir es ja eine Diskussion über jagende und Felder zerstörende Hunde in Mönchengladbach zu führen ohne die Parteien in Hundefreunde und Hundehasser aufzuteilen?

Ich erwähne bei solchen Diskussionen immer gerne den bereits verstorbenen Dr. Erik Zimen, der als Jäger und Hundefachmann immer beide Seiten betrachten konnte. Er beschrieb mit dem Satz: "Wölfe gehen auf die Jagd - Hunde jagen", sehr gut die verkümmerte Fähigkeit unserer Hunde wirklich jagen zu gehen. Die meisten Hunde sind Pseudojäger. In meinen sieben Jahren als Hundehalter, auf meinen zahlreichen Spaziergängen, bei denen ich schon viele Hunde getroffen habe, erlebte ich kein einziges Mal, wie ein Hund einen wirklichen Jagderfolg hatte.

Selbstverständlich wird es Hunde geben, die auch mal ein Tier bekommen und töten. Doch wie gering ist die Anzahl der durch Hunde getöteten Tiere im Vergleich zu den durch Autos getöteten Tiere? Ich glaube, solche Fälle sind so selten, dass es kaum lohnt darüber ernsthaft zu diskutieren oder sogar tierschutzrelevante Bedenken anzuführen.

Raubtiere gibt es in Deutschland ja nicht erst seit der Rückkehr des Wolfes und Raubtiere sind auch ein Teil der Natur.

Ein bekanntes Argument der Jäger ist die Notwendigkeit der Jagd mit fehlenden natürlichen Feinden zu begründen. Wieso ist die Aufregung denn dann so groß, wenn der Hund als Pseudofeind mal in das Jagdrevier eindringt?

"Eine kleine Hatz sei erlaubt", sagte auch Zimen und überlegte, ob die damit verbundene Unruhe im Revier nicht sogar vorteilhaft sein könnte. Für Rehe und Hasen sollte es doch zum Leben gehören, Ausschau nach Feinden zu halten und sich nicht nur durchfüttern zu lassen, bis im Herbst und Winter der Mensch als Jäger auftritt, um die hohe Population einzudämmen.

Spaziergänge an der Niers (Fluss in MG) im Frühling zeigen, dass sich die Natur von den zahlreichen freilaufenden Hunden auch nicht wirklich stören lässt, denn überall gibt es Nachwuchs.

Diese Argumente sollten aber kein Freibrief für Hundehalter sein, ihre Hunde zur Jagd zu schicken.


Die Gesetze sind hier ziemlich eindeutig. Bei aller Theorie, die sich für die "kleine Hatz" ausspricht, müssen wir auch die Hundedichte in Mönchegnladbach berücksichtigen. Eine Invasion der Pseudojäger ist sicher nicht wünschenswert.

Gerd Gröne-Gormanns, von der Hundelobby Mönchengladbach, empfiehlt im Artikel der Rheinischen Post den sicheren Rückruf des Hundes zu trainieren, jagende Hunde an der Leine zu führen und bringt in diesem Zusammenhang auch noch mal die Hundewiesen ins Thema ein.

Ich befürchte, diese Ratschläge helfen einem Hundehalter, der ein Problem mit seinem ernsthaft jagenden Hund hat nicht weiter.

Den Rückruf bei einem solchen Hund zu trainieren ist kein Kinderspiel und manchmal fast unmöglich.
Das Leben an der Leine bis zur nächsten Hundewiese ist auch keine tierschutzgerechte Alternative! Die Hundewiesen in Mönchengladbach sind zu klein, nicht hundgerecht gestaltet und es fehlt vor allen Dingen eine Umzäunung. Was sollen die Menschen da mit ihren jagenden Hunden?

Ich rate Welpen- und Junghundehaltern sich mit der Schleppleine und den Ratschlägen von Günther Bloch zu beschäftigen. In Blochs Buch "Der Wolf im Hundepelz" ist das Vorgehen gut beschrieben.

Falls der Hund bereits ein wirklicher Jäger ist, sollte eine Hundeschule das Problem zumindest mindern können.

Wir müssen uns aber vom utopischen Gedanken des perfekten Hundes trennen, der jede Regel in allen Lebenslagen befolgt. Es wird immer mal wieder passieren, dass ein Hund mal auf den Rückruf pfeift und lieber mal eine Runde durchs Feld galoppiert. Erik Zimen beschreibt in seinem Buch "Der Hund" sehr schön, wie ihn seine Hunde regelmäßig ausgetrickst haben und er wusste ziemlich viel über das Verhalten und die Erziehung des Hundes.

Falls der sonst wohlerzogene Hund mal ins frische Feld läuft, kann ein Kommando wie “Raus da!“ sehr hilfreich sein. Entgegen der Aussage im Artikel können Hunde lernen, zwischen Weg und Feld zu unterscheiden.

Ist der Hundehalter bemüht seinen Hund vom Acker zu holen und vermeidet auch unkontrolliertes Jagen, dann dürfte es kaum noch ernste Streitigkeiten zwischen Bauern, Jägern und Hundehaltern geben.

In den seltenen Fällen, in denen ein Hund dann doch mal über das Feld läuft, sollten Bauern und Jäger besser zähneknirschend die Faust in der Tasche machen, als nach einem Fotoapparat zu suchen. In einem solchen Fall ist der bemühte Hundehalter sicher selbst schon stinksauer darüber, dass sein Köter nicht gehört hat.

Dienstag, 20. März 2012

Kindererziehung - Umgang mit Hund

Der bekannte englische Hundespezialist Jez Rose bringt Kindern den sicheren Umgang mit Hunden spielerisch bei.

Für Eltern, Schule und Kindergärten bietet er ein Plakat an, auf dem Clarissa den Kindern zeigt, was im Umgang mit Hunden wichtig ist.

Jez Rose gab mir die Erlaubnis sein Plakat zu übersetzen und einzusetzen.

Ich freue mich das Plakat ins Internet bringen zu können.

Nutzen Sie das Plakat, um mit Kinder über Hunde zu reden.


Download:
Wuffen und Knurren(kommerzielle Nutzung ist untersagt, Copyright: Jez Rose)

Machen Sie mit, teilen Sie das Poster und animieren Sie Eltern, Schulen und Kindergärten mit Ihren Kindern über Hunde zu sprechen.





Freitag, 9. März 2012

Mit dem Frühling kommt das Gift

Die Rheinische Post warnt vor Giftködern im Bereich Mönchengladbach Broich.

Eine Familie hatte vergiftetes Fleisch im eigenen Garten gefunden.

Die Hundelobby-Mönchengladbach möchte über solche Giftköderfunde informiert werden, um solche wichtige Informationen an ihre "tausende Mitglieder" weiterzuleiten.

Es kann auch bei der Hundelobby etwas dauern, bis solche Informationen auf die Webseite gebracht wurden oder per Newsletter an die Mitglieder verschickt wurden. Deshalb empfehle ich immer auch die große Internetplattform Giftköder-Radar zu informieren. (Giftköder-Alarm wurde mittlerweile von Giftköder-Radar übernommen)

Es macht keinen Sinn, wenn sich Hundehalter auf vielen kleinen Plattformen informieren müssen.

Schön wäre es, wenn Zeitung und Hundelobby helfen, die zentrale Stelle für Giftköderwarnung bekannter zu machen.

Hund entlaufen in Mönchengladbach

Gestern ist ein franz. Bulldoggen Mix am Alten Markt in Mönchengladbach entlaufen.

Falls Sie den Hund sehen, nutzen Sie hier bitte die Kommentarfunktion. Ich leite die Ortsangabe an die Besitzerin weiter.

Falls Sie den Hund gefunden haben, melden Sie sich bitte im Tierheim Mönchengladbach.

Giftköder in Mönchengladbach

Donnerstag, 23. Februar 2012

Berlin bald ohne Rasseliste?

In Berlin wird bei Pitbull, Staffordshire und Co. eine Gefährlichkeit vermutet.
Das ist in Berlin nicht anders, als in vielen anderen Bundesländern. Hunde bestimmter Rassen müssen erst durch einen Wesenstest beweisen, dass es normale Hunde sind.

Seit Einführung der Rasselisten in Deutschland im Jahr 2000, fordern Hundesachverständige diese Listen wieder zu streichen. Wissenschaftler sind sich weitgehend einig, dass allein aufgrund der Rasse keine Gefährlichkeit angenommen werden kann.

Nach zwölf Jahren ist dieses Wissen nun auch in der Politik angekommen und nun will auch Berlin die Rasseliste abschaffen.

Darüber sind sich die Fraktionen sogar einig.

Das neue Berliner Modell sieht einen Hundeführerschein für alle Hundebesitzer vor, deren Hund größer als 40 cm oder schwerer als 20 kg ist.

Das kann zusätzliches Geld in die Landeskassen bringen, wenn der Hundeführerschein gebührenpflichtig wird. Die Einnahmequelle "Kampfhund" versickert langsam oder stirbt aus. Viele Hunde dieser Rassen sitzen in Tierheimen und mit Nachwuchs ist auch nicht mehr zu rechnen. Überlegungen, die populären Rassen, wie den deutschen Schäferhund als gefährlich zu listen, scheitert an der großen Lobby der Hundehalter und Züchter.

Gegen zusätzliche Einnahmen ist erst einmal nichts Negatives zu sagen, wenn der Hundeführerschein Gefahren minimiert und die Rasselisten wegfallen.

Es kann mit dem neuen Gesetz auch schlimmer für Hund und Halter werden.


In Berlin wird schon von einem allgemeinen Leinenzwang gesprochen. Es gibt aber auch Vorschläge theoretisches Wissen in Kursen mit anschließender Prüfung zu vermitteln.

Davon sollen aber wieder einmal nur die Halter großer Hunde betroffen sein.

Jedes Tier hat aber doch ein grundsätzliches Recht auf einen sachkundigen Besitzer. Da sollte alleine schon der Tierschutzgedanke greifen.

Was die Gefahrenminimierung betrifft, ist nicht verständlich weshalb nur große Hunde als gefährlich gelten sollen.
Besonders Kinder können auch von kleinen Hunden empfindlich verletzt werden. Solche Hundeangriffe sind nur nicht spektakulär genug, um die Titelseite einer Zeitung zu füllen. Vielleicht schafft es aber mal ein schwerer Verkehrsunfall, der von einem Dackel verursacht wurde, neben das nackte Mädchen auf der ersten Seite.

Hat der Halter erst einmal seinen Hund erworben, sind wichtige Entscheidungen bereits getroffen. Die Rasse und die Herkunft des Hundes stehen fest. Je nach Zeitpunkt hat der Hund auch schon seine sensible Phase hinter sich, die fast prägenden Einfluss auf das spätere Verhalten des Hundes hat.

Deshalb finde ich eine Beratung VOR dem Hundekauf sinnvoll. Hier sollte grundlegendes Wissen über Rasse, Zucht, Entwicklung, Erziehung und Haltung des Hundes vermittelt werden.

Bessere Aufklärung durch Medien, Schulen und Kindergärten halte ich auch für wichtig.

Kontrollen, Bußgelder und behördliche Auflagen sollten zusätzlich eingesetzt werden und der Gefahrenminimierung dienen.

Deutschland kann, nach zwölf Jahren, auf eine lange Tradition haarsträubender Hundepolitik zurückblicken:

Wir vermuten pauschal die Gefährlichkeit bestimmter Rassen, obwohl dies wissenschaftlich nicht nachweisbar ist.

Wir verlangen eine Haftpflichtversicherung ausschließlich für die Halter großer Hunde.

Wir verlangen einen Sachkundenachweis ausschließlich für Halter großer Hunde.

Unsere Sachkundenachweise bescheinigen bei manchen "richtigen" Antworten eher das Unwissen des Halters.

Wir verordnen Leinen- und Maulkorbzwang für Hunde bestimmter Rasse.

Wir haben Verfahren geschaffen, die das Wesen und die Gefährlichkeit eines Hundes beurteilen sollen, über die Wissenschaftler nur lachen können.

Wir haben verschiedene Gesetze, Sachkundenachweise, Wesentests und gelistete Rassen in den einzelnen Bundesländern. Rassen, bei denen in NRW pauschal eine Gefährlichkeit vermutet wird, gelten in Sachsen als harmlos. Hunde, die in NRW beim Wesenstest durchfallen, würden in Hessen bestehen. Diese Tatsache alleine zeigt schon, wie willkürlich und grundlagenlos unsere Hundegesetze sind.


Was in Deutschland in den letzten zwölf Jahren mit Hunden veranstaltet wurde, zeigt deutlich die fehlende Sachkunde vieler Politiker. Dies in Kombination mit Beratungsresistenz und politischen Machtkämpfen führte zu dem, mit dem Hundehalter heute leben müssen und was dem Rest der Bevölkerung als Schutz präsentiert wird.

Ich hoffe, es wird sich hier noch einiges ändern.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Homöopathie für Hunde

Globuli heißen die kleinen Süßstoffkügelchen, in denen ein Wirkstoff teilweise so verdünnt wurde, dass selbst Gerichtsmediziner ihn nicht mehr auffinden können. Gerade aber die hoch verdünnten Wirkstoffe sollen besser wirken, als die weniger verdünnten.

Tiernaturheilpraktiker, Hundetrainer aber auch Tierärzte setzen auf die Kraft der Homöopathie. Die Hersteller homöopathischer Mittel haben schon längst den Tiergesundheitsmarkt für sich entdeckt.

Es gibt allerdings auch zahlreiche Skeptiker, die wegen des fehlenden Wirkstoffs von einem reinem Placebo-Effekt sprechen. Placebos sind Medikamente aus der Humanmedizin, die keinen Wirkstoff haben und alleine durch den Glauben des Patienten wirken.

Anhänger der Homöopathie argumentieren häufig, dass gerade bei Tieren ein solcher Placebo-Effekt ausgeschlossen werden kann.

Das ist aber so nicht richtig, denn der Placebo-Effekt wurde auch bei Tieren nachgewiesen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Tierhalter, der einerseits durch stärkere Zuwendung eine tatsächliche Besserung hervorruft und darüber hinaus auch eine Besserung erkennt, die objektiv nicht vorhanden ist.

In einem Doppelblindversuch wurde einer Hundegruppe, die unter Epilepsie litten ein Placebo gegeben und einer weiteren Gruppe ein homöopathisches Mittel. Den Halter war nicht bekannt, ob ihre Tiere mit Placebo oder homöopathisch behandelt wurden. In beiden Gruppen wurden weniger Anfälle gezählt. Eine stärkere Wirkung durch das homöopathische Mittel konnte nicht festgestellt werden.

Eine Beschreibung der Studie


In Norwegen wurden 80 Hunde getestet, die an Hüftgelenkdysplasie litten. Hundehalter aus beiden Gruppen haben auch hier eine Verbesserung erkannt.

Eine Beschreibung der Studie


Weiterführende Links

Alles für die Katz (Zeit Online)


Quarks und Co. (Seite 10)


Science-Based-Medicine

Montag, 23. Januar 2012

Mit Internet zum Gassigehen

Die Web-APP von doggy.heroku.com bietet nach Redistrierung die Vernetzung mit anderen Hundehaltern.

Unterwegs soll der Hundehalter die Position anderer Hundehalter sehen können, um sich zum gemeinsamen Gassigehen zu treffen.

Die WEB-APP bietet darüber hinaus die Möglichkeit Informationen über die eigene Gassirunde zu speichern. Die Wegstrecke wird auf einer Karte eingezeichnet. Die Länge und Dauer des Spaziergangs werden erfasst.

Die Funktionen sind allerdings nur so gut, wie die Ordnungsfähigkeit des eigenen Handys. Mit meinem Handy, dem Samsung Galaxy S plus, hatte ich teilweise starke Abweichungen von meiner tatsächlichen Position.

Zusätzlich bietet die Web-App auch eine Übersicht der Giftköderwarnungen aus der Region und zeigt vermisste Hunde an.

Eine gute Anwendung, die gemeinsame Spaziergänge mit Hund unterstütz, was dem Wohle von Hund und Halter in Deutschland fördern kann.

Ich bin gespannt, wie sich die Webseite in der Praxis bewähren wird.

Aktion: Beratung vor dem Hundekauf

Daniela Schramm vom Hundezentrum-MG fordert alle Hundeschulen auf, eine kostenlose Beratungsstunde für zukünftige Hundehalter anzubieten. Auf ihrer Facebookseite können sich Schulen eintragen, die an dieser Aktion teilnehmen möchten. Obwohl schon fast alle Hundeschulen eine solche kostenlose Beratung im Angebot haben, ist es noch nicht üblich, sich vor dem Kauf eines Hundes intensiv beraten zu lassen. Dabei sorgen Rasse und Herkunft des Hundes schon häufig dafür, dass das Kind schon, vor dem ersten Schritt in eine Hundeschule, im Brunnen ist. Der Niedlichkeitsfaktor kann beim Hundekauf überwältigend sein. Er hat aber auch schon viele Hunde ins Tierheim gebracht. Die Haltung und Erziehung eines Hundes ist mit viel Arbeit verbunden. Ausreichendes Wissen über Verhaltensmerkmale bestimmter Rassen, Krankheiten und Entwicklung des Hundes sollte unbedingt bereits vor der Anschaffung eines Hundes vorhanden sein.

Donnerstag, 19. Januar 2012

Jagende Hunde sind gefährliche Hunde

Wer bisher die Landeshundegesetze ignoriert hat, weil er nicht betroffen war, könnte bald ein böses Erwachen erleben. Es ist möglich, dass bald sehr viele Hunde als gefährlich eingestuft werden müssen. Ein Hund aus Staufenberg (Hessen) wurde als gefährlich eingestuft, weil er ein Reh gejagt hat. Seine Gefährlichkeit konnte auch nicht durch einen bestandenen Wesenstest widerlegt werden. Das zuständige Verwaltungsgericht hat dieses Vorgehen als rechtens bewertet. Für Hundehalter kann das bedeuten, dass der eigene Hund jederzeit als gefährlich eingestuft werden kann, wenn er gelegentlich einen Hasen hetzt. Die Gesetzesgrundlage ist vorhanden. Das Landshundegesetz in NRW schreibt:
(3) Im Einzelfall gefährliche Hunde sind 6. Hunde, die gezeigt haben, dass sie unkontrolliert Wild, Vieh, Katzen oder andere Tiere hetzen, beißen oder reißen
Bei den zahlreichen Hunden, die immer mal wieder zu einer kleinen Jagt aufbrechen, können wir bald zum Gefahrenhundeland werden. Die bestehenden Gesetze müssen nur umgesetzt werden. Der Kämmerer der Stadt Mönchengladbach würde sich freuen, denn jeder gefährliche Hund, bringt 720 EURO Hundesteuer.

Montag, 16. Januar 2012

Freitag der 13. für Hunde in Deutschland

Am Freitag den 13. hat das Zoofachgeschäft Zajac erste Hundewelpen zum Verkauf erhalten.

Der "Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe in Deutschland" hatte sich verpflichtet, keine Hunde in Zoogeschäften zu verkaufen.

Das weltgrößte Zoofachgeschäft Zajac ist kein Mitglied des Verbandes und ignoriert die freiwillige Verpflichtung seiner Mitbewerber, wie er auch die Proteste großer Tierschutzorganisationen ignoriert.

Norbert Zajac weist darauf hin, dass die Welpen gut versorgt werden und das Vorhaben von Ordnungs- und Veterinäramt kontrolliert wird.

Damit ist die Sache für ihn in Ordnung!

Das Problem ist weniger Norbert Zajac, sondern bestehende Gesetze, die Zajac so wenig aufhalten können, wie sie die Hundehändler aufhalten konnten, die schon lange in Deutschland mit Hunden handeln.

Der Gesetzgeber betrachtet nur das unmittelbare Leiden eines Tieres. Ein solches Leid können die Behörden bei Zajac nicht feststellen.

Trotzdem ist Leiden vorprogrammiert, wenn:

*nicht ohne kommerzielle Interessen für einen Welpen der passende Besitzer gesucht werden kann.

*der Züchter keine Rückmeldung über spätere Krankheiten oder Verhaltensauffälligkeiten des Hundes bekommt.

*die Rücknahme des Hundes im Notfall durch den Züchter, nicht gegeben ist.

Volle Tierheime und Rassehunde die unter schweren Erbkrankheiten leiden sind ein Zeichen dafür, dass Zajac nur die Spitze des Problems ist.

Montag, 9. Januar 2012

Den Hund mit dem Handy rufen

Der Hund kommt nicht? Einfach das Handy aus der Tasche geholt und die Smartphone App "Hundepfeife" starten. Unterschiedliche Frequenzen sind einstellbar und auf Tastendruck ruft das Handy den Hund.

Einfacher geht es nicht mehr! Oder? Wer will da noch analog pfeifen?

http://itunes.apple.com/de/app/hundepfeife-gratis/id421793774?mt=8


Sinnvoller erscheint mir da die App von Giftköder-Radar, die Informationen über Giftköderfunde direkt auf dem Handy anzeigt.

http://www.giftkoeder-radar.com/


Nützliche Informationen bietet die App "Hundestrände", für Urlauber mit Hund.

http://www.hundestraende.com/Hundestraende.com/Willkommen_auf_Hundestraende.com.html


Für Ersthelfer liefert die App "Erste Hilfe beim Hund" brauchbare Informationen. Ich halte aber den Besuch eines entsprechenden Erste Hilfe Kurses oder den Kauf eines Buchs für sinnvoller. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur altmodisch!

http://erste-hilfe-hund-app.de/



Ein Blick in die Appstores lohnt sich für Hundehalter! Selbst dann, wenn es einfach nur unterhaltsam ist.