Mittwoch, 18. September 2013

Stress bei Hunden - eine Schulung für das Tierheim Mönchengladbach

Am 05.09.13 und 06.09.13 habe ich im Auftrag des Tierheims Mönchengladbach am Schulungsmodul 1 der DogWorld Stiftung in Brandenburg teilgenommen.

Schwerpunkte der DogWorld Stiftung ist, die Haltungsbedingungen und Vermittlungschancen der Hunden in Tierheimen zu verbessern.

Beispielsweise sollte die Gruppenhaltung von Tierheimhunden gefördert werden, und die sinnvolle Auslastung der Hunde soll Alltag in deutschen Tierheimen werden.

Eine weitere Aufgabe sieht die Stiftung in der Einrichtung von Hundealtersheimen, in denen ältere Tiere, die durch ihr Alter kaum noch vermittelbar sind, ein hundegerechtes Leben führen können.

In insgesamt acht Schulungsmodulen vermittelt die DogWorld Stiftung Tierheimmitarbeitern und Ehrenamtler nötiges Wissen und leistet dadurch Hilfe zur Selbsthilfe.

Hauptthema im Schulungsmodul 1 ist Stress beim Hund.

Theoretisches Wissen vermittelte Dr. Udo Gansloßer und Thomas Baumann setzte mit allen Teilnehmern die Theorie in die Praxis um.

Im theoretischen Teil wurde über Unterschiede zwischen Angst und Furcht aufgeklärt, der Begriff Stress wurde definiert, Stereotypen, Übersprungshandlungen und Ersatzhandlungen wurden erklärt.

Ein großer und wichtiger Teil war eine Abhandlung über die Hormone, die beim Auftreten von Stress aktiv sind.

Im praktischen Teil wurden unterschiedliche Tierheimhunde von den Seminarteilnehmern unabhängig voneinander unter Testbedingungen beurteilt. Mit Hilfe von Zeitlupenaufnahmen wurde das Ausdrucksverhalten der Hunde analysiert.

Die Bewertungen der Hunde fielen anfangs noch unterschiedlich aus, rückten aber im weiteren Verlauf des Seminars bei den Teilnehmern immer mehr zusammen.


Jeder Teilnehmer sollte nach dem Seminar in der Lage sein, ein standardisiertes Beurteilungsverfahren in seinem Tierheim umzusetzen, durch das die Vermittlungschancen der Hunde steigen und Risiken minimiert werden.

Stresssymptome und mögliche Auslöser können von den Teilnehmern des Moduls nun besser erkannt und durch gezielte Maßnahmen reduziert werden.

Bei der Beratung orientiert sich die DogWorld Stiftung sehr stark an wissenschaftlichen Grundlagen. Ideologien und persönliche Vorstellungen von Tierschutz, die aber fachlich falsch sind, sollten dringend hinterfragt werden. Tierschutz sollte in Deutschland nicht nur emotional bis fanatisch sein, sondern überlegt und fachlich fundiert.

Sicherlich werden Tierschutzeinrichtungen sehr viel Aufklärungsarbeit leisten müssen, wenn sie einige sinnvolle Maßnahme umsetzen, die aber nicht sofort verstanden werden, weil das Fachwissen fehlt.

Ich wünsche mir, dass es zukünftig mehr Tierheime gibt, die das Angebot der DogWord Stiftung nutzen und aktuelles Fachwissen praktischen umsetzen.

Die Gründe darauf zu verzichten sind vielfältig. Personalmangel, fehlende Gelder, keine Zeit für die Umsetzung sind nur einige berechtigte Argumente.

Trotzdem sollte weiter nach Möglichkeiten gesucht werden!

Langfristig ist vorstellbar, dass auch Geldgeber auf solche Bemühungen aufmerksam werden und ein Tierheim nicht ausschließlich nach den Tierschutzfassaden "satt und sauber" beurteilt wird, sondern nach tatsächlichem Tierschutz im Sinne der Tiere.

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Ina und Thomas Baumann

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