Montag, 21. Oktober 2013

Erste Ausbildungswoche zur Hundetrainerin

Yvonne Wagner hat ihre Hundetrainerausbildung begonnen.

Die erste Ausbildungswoche war für Yvonne eine Woche voller starker Gefühle. Sie war aufgeregt, neugierig und hatte Angst, die Erwartungen, die an sie gestellt werden nicht zu erfüllen.

Das Erlernte machte sie euphorisch und gleichzeitig war sie frustriert, weil sie erkannt hat, was sie in der Vergangenheit alles falsch gemacht hat.

Die Zweifel bleiben, ob Yvonne den richtigen Weg für sich finden wird.

Gerade diese Verunsicherung hilft aber dabei sich selbst zu hinterfragen und die eigenen Fähigkeiten zu erkennen. Der Weg dahin ist frustrierend und ernüchternd.

Menschen beobachten nicht objektiv. Der Mensch interpretiert seine Wahrnehmung und filtert das Wahrgenommene. Es sind besonders diese Filter, die dazu führen, dass in manchen Hundeschulen alle Hunde grundsätzlich unterbeschäftigt sind und in anderen Hundeschulen beispielsweise alle Hunde ein Dominanzproblem haben. Es sind die Filter des Trainers, die nur wahrnehmbar machen, was er sehen will.

Am Anfang einer Ausbildung steht die Bereitschaft ein Schüler zu werden und den Aussagen des Lehrers zu vertrauen.

In kleinen Schritten wurde in der ersten Ausbildungswoche über Videoaufnahmen das Ausdrucksverhalten verschiedener Hunde analysiert. Die Schüler lernten zu beobachten, was nicht einfach ist, denn der Mensch interpretiert meist, was er sieht. Die Interpretation ist dann bereits eine gefilterte Wahrnehmung.

Für Yvonne war es schmerzhaft, ihren Wahrnehmungsfilter zu verlieren. Ihren eigenen Hund hat sie immer als lebhaft bezeichnet, obwohl er sich nervös und unsicher zeigte und nicht so gehorsam, wie sie immer dachte. Durch die filterlose Bewertung des eigenen Hundes hat Yvonne Wagner sich selbst nun als erste Kundin gewinnen können. (Wahrscheinlich wird sie ihr schwierigster Kunde werden.)

Bei Ihrem Hund will sie Vertrauen aufbauen und Sicherheit vermitteln!
Mit Leckerchen oder Drill ist dieses Ziel nicht erreichbar. Hier geht es um soziale Arbeit – um Beziehungen.

Sich selbst zu erkennen ist voller Gefahren. Durch die fehlenden Filter wird unser soziales Umfeld anders wahrgenommen.
Wir sehen plötzlich, wie andere Menschen mit ihren Hunden umgehen und sind geneigt ungefragt zu belehren. Wie soll aber der Belehrte verstehen, wenn er doch selbst noch eine gefilterte Wahrnehmung hat?

Die hohe Kunst als Berater zu arbeiten liegt darin, die Dinge klar zu erkennen und mit denen erfolgreich zu kommunizieren, die die Dinge noch nicht so klar sehen können.

Kunden wird nicht geholfen, wenn ein “Hundeflüsterer“ nicht mit Menschen umgehen kann. Kunden wird nicht geholfen, wenn der Berater mit Menschen umgehen kann aber den Hund nicht richtig analysiert.

Beste Ergebnisse sind erst erzielbar, wenn beide Fähigkeiten vorhanden sind.

Keine Kommentare: