Freitag, 5. Juni 2015

Sensationelle Malinois für nur 250 Euro bei ebay

Ein Modehund wird erschwinglich.

Das Angebot gilt so lange der Vorrat reicht und reicht der Vorrat nicht mehr, wird so schnell wie möglich neu produziert. Auch hier bestimmt die Nachfrage das Angebot und die Nachfrage ist zurzeit hoch.

Die Rassehunde, die bevorzugt als Diensthunde bei Polizei und Militär eingesetzt werden, finden immer mehr Fans. Darunter auch Menschen, die einfach nicht einsehen, weshalb sie enorme Summen beim Züchter zahlen sollen. Es geht ja immer auch billiger!

Auch in Mönchengladbach gibt es Anbieter, die sich auf den Malinoisverkauf über ebay spezialisiert haben und den Markt mit Welpen fluten.

Der erhobene Zeige- oder Mittelfinger hilft da wenig. Zu viele Kunden sind mit den Billigwelpen glücklich und ziehen durch die Landschaft und empfehlen den Anbieter weiter. Der Aufschrei, dass die Hunde alle Verhaltensprobleme haben und krank werden, wird leider ignoriert, weil immer wieder Beispiele gesunder und unproblematischer Hunde vorgezeigt werden.

Was der glückliche Neuhundebesitzer häufig nicht sieht oder nicht sehen will, ist der Schaden, der dadurch angerichtet wird, dass nicht gezielt auf Wesen und Gesundheit gezüchtet wird. Bei zahlreichen Welpen, die jedes Jahr von den Taschengeldvermehrern hergestellt werden, gibt es natürlich auch einige, die stabil sind und auch nicht krank werden. Was geschieht aber mit den restlichen Hunden, die nicht so ein Glücksgriff sind?

In der Regel werden auch diese Hunde vermittelt.

Einige von ihnen werden zur Goldgrube für Tierärzte, andere wandern von Halter zu Halter und viele treffen dann nach kurzer Zeit ihre Geschwister im Tierheim wieder.

Sollte der Züchter dann doch mal einen Welpen nicht vermitteln können, wird sofort überlegt, ob dieser nicht für Nachschub in der Welpenfabrik sorgen könnte. Voraussetzung ist natürlich, dass das Tier keine Probleme macht. Häufig führt das Aggressionsverhalten der Malinois dazu, dass das Tier einfach der Natur übergeben wird und über diesen Weg als Fundtier ins Tierheim kommt. Der Verdacht ist begründet, weil häufiger schon Malinois als Fundtier ins Tierheim kamen, die in der Nähe eines bekannten Wohnzimmerzüchters gefunden wurden.

Das Geschäft mit den Welpen ist natürlich nicht auf den Malinois beschränkt. Hütehunde und Chihuahua sind auch sehr beliebt. Der Malinois landet aber häufiger im Tierheim, weil er nicht nur sportlich ist, was viele suchen, sondern auch sehr impulsiv sein kann. Viele Menschen können damit nicht umgehen. Optisch schön sind die Malinois auf jeden Fall.

Natürlich gibt es auch seriöse Privatanbieter, die beispielsweise Welpen eines ungewollten Wurfes in gute Hände geben wollen oder aus persönlichen Gründen einen Welpen wieder abgeben müssen. Doch leider verstecken sich auch die Geldmacher hinter solchen Geschichten.

Traurige Tatsache ist, dass unseriöse Angebote nicht immer leicht zu erkennen sind.

Schon die Anfrage bei unseriösen Anbietern motiviert zur Zucht.

Der Schaden, der durch solche Anbieter verursacht wird, ist enorm, weil immer mehr "Problemfälle" in die Tierheime kommen, für die es schwierig ist, einen geeigneten Halter zu finden.

Langfristig kann das Problem nur über Wissenvermittlung gelöst werden. Hundehalter vor der Anschaffung zu beraten, ist eine alte und längst überfällig Forderung.

Ich appelliere an Hundeschulen und Tierschutzorganisationen, solche Beratungen anzubieten.

Der zukünftige Hundehalter ist sicher nicht schlecht beraten, wenn er Kleinanzeigen in Tageszeitungen und Internet meidet oder zumindest sehr skeptisch betrachtet.



Montag, 27. April 2015

Piper - Rasse: Malinois / Kategorie: Knallerbse

Sie kam nach ihrer Vermittlung zurück ins Tierheim in Mönchengladbach.

In der kurzen Zeit, in der sie vermittelt war, wurde viel geschmust, viel gelacht, viel erlebt, viel gehofft und viel geweint.

Am Ende konnte ihre Familie nicht noch mehr leisten. Die Rückgabe ins Tierheim wurde für Piper und ihre Menschen traurige Realität.

Für Piper ist das Tierheim aber keine Endstation, sondern eine neue Chance.

Jetzt suchen wir eine neue Familie für eine wunderbare Knallerbse.


Piper ist wie ein kleiner Rennwagen mit gelegentlicher Fehlzündung.
Sie zu führen bedeutet Gas geben und rechtzeitig bremsen. Mit Ruhe und Gefühl. Sie kann von Null auf Hundert und umgekehrt, im Bruchteil einer Sekunde.

Sie ist eine Tänzerin, die der Rhythmus des Lebens auch schon mal aus der Reihe tanzen lässt. Sie braucht einfach einen Tanzpartner, der sie führen kann.

Ihre Gefühle können so stark sein, dass sie ihr bis in die Zähne steigen, was in der Vergangenheit auch schon zu blauen Flecken und beschädigten Kleidungsstücken geführt hat.

Sie liest Bewegungen, sie hört die Flöhe husten und reagiert blitzschnell.



Abwarten ist für sie noch ein Fremdwort.

In vertrauter Umgebung in der Wohnung oder im Garten mit vertrauten Menschen ist Piper entspannt, verschmust und ihrem Alter entsprechend neugierig und verspielt.

Auf Spaziergänge genießt sie das Leben und hat Freude an ihrer scheinbar grenzenlosen Energie.
Piper bedeutet: Rennen, Springen, Wälzen, Buddeln - Hundeleben pur erleben.

Die gelegentliche Fehlzündung und das Tanzen aus der Reihe erfordert allerdings auch das sichere und verantwortungsvolle Führen des Hundes, wenn es die Situation erfordert.

Bei Begegnungen mit fremden Menschen und bei Begegnungen mit fremden Hunden muss Piper kontrolliert werden. Dies bedeutet, dass sie dann an die Leine kommt und einen Maulkorb trägt. Kritisches Verhalten ist erzieherisch zu unterbinden!

Piper wurde sehr gut an einen Maulkorb gewöhnt. Sie trägt ihn völlig entspannt und wenn man ein schönes farbiges Modell kauft, entspannen sich vielleicht auch die Menschen beim Anblick eines Hundes mit Maulkorb.


Im Kontakt mit sicheren Rüden zeigt sich Piper meist etwas zu aufdringlich, sehr verspielt aber völlig sozialverträglich. Sollten sichere und bereits gut erzogene Rüden in der Familie sein, ist eine Mehrhundehaltung mit Piper sehr gut vorstellbar.
Bei unsicheren Hunden hat Piper richtigen Spaß am Pöbeln, was selbstverständlich nicht geduldet werden darf. Bisher hatte sie sich auch im Kontakt mit Weibchen immer wieder rüpelhaft verhalten.

Trainingsziel für Hundebegegnungen ist ein entspanntes Gehen an der Leine.

Piper kann man sehr gut beeindrucken, wenn man ihr verständlich macht, dass ein Verhalten nicht erwünscht ist. Da sie mit ihren 15 kg sehr leicht ist, kann man sie auch noch gut halten, wenn sie sich mal erregt in die Leine hängt.


Was benötigt Piper?

Piper benötigt eine neue Familie, in der die Menschen Spaß an impulsiven Hunden haben.

Piper benötigt KEINE altdeutsche Erziehung, in denen Ausdrücke wie "Dominanz", "Alphawolf", "Rudelführer" usw. das Programm sind.

Piper benötigt KEINE Erziehung, in der ausschließlich zwanglos gearbeitet wird.

Piper benötigt KEINE Erziehungsratgeber aus dem Fernsehen.

Piper benötigt ein konsequentes Unterbinden ihres Fehlverhaltens - aber mit Gefühl für Timing und Intensität.

Piper benötigt eine Schleppleine, eine Führleine, eine Box für die Wohnung und einen Maulkorb in einigen Situationen.

Piper benötigt einen Wasser- und Futternapf, den sie nicht umwerfen kann, denn das ist ein großes Hobby von ihr.

Piper benötigt Schilddrüsenmedikamente und regelmäßige Blutkontrolle, wegen ihrer Schilddrüsenunterfunktion.

Piper benötigt bei Bedarf auch Schmerzmittel wegen einer leichten HD.

Piper benötigt aktuell ca. 2 kg Gewicht mehr auf den Rippen. (Ruhe und Futter)

Piper benötigt eventuell eine weiterführende Betreuung des Halters durch einen guten Trainer oder eine gute Trainerin.

Was benötigt der zukünftige Halter?

Die Bereitschaft Piper unbefangen zu treffen und mit ihr vertraut zu werden.

Die Bereitschaft sich anleiten zu lassen und den Umgang mit Piper zu lernen.

Die Akzeptanz, dass Piper (erst einmal) nicht mit auf die Gartenparty des Freundes gehen kann.

Die Akzeptanz, dass Piper nicht Jedermann und Jederhund Liebling sein wird.

Die nötigen Nerven, um auf die Frage, warum der Hund einen Maulkorb trägt, immer wieder geduldig zu antworten.

Was bekommt ihr zukünftiger Halter?

Intensive Einführung im Umgang mit Piper und langsame Gewöhnung an das Leben mit Piper, durch das Tierheim.

Einen Hund, der das Leben liebt und das auch deutlich zeigt.

Einen Hund, der nicht jeden liebt und das auch deutlich zeigt.


Fakten im Überblick:

Piper

Malinoishündin

Als Fundtier im Alter von ca. 1 Jahr ins Tierheim Mönchengladbach gebracht.
Gescheiterte Vermittlung wegen Verhaltensauffälligkeit.

Jetziges Alter: ca. 2 Jahre

Medikamentös eingestellte Schilddrüsenunterfunktion
Leichte HD links

Fehlende Impulskontrolle. Schnell und impulsiv.
Neigt zur Übersprungshandlung.
Leicht zu beeindrucken, bei richtigem Timing und richtiger Intensität.
Benötigt Ruhe und ruhige Beschäftigung, dosierte Bewegung.
Benötigt situationsbedingt Sicherung mit Leine und Maulkorb und erzieherisches Eingreifen.
Gewöhnung an eine Hundebox im Haus.

Vermittlung erfolgt auf Probe mit Betreuung und Anleitung durch das Tierheim Mönchengladbach.

Gute Auslastung und Beschäftigung für Piper sind mit Sicherheit das “Longieren mit Hund“ und auch die “Objektsuche“ (siehe auch: Thomas Baumann ZOS).

Ernstgemeinte Anfragen bitte an mich: frankgilka@gmail.com

Donnerstag, 5. Februar 2015

Tierheim Krefeld - Eine Stadt will Kosten sparen

Die Stadt Krefeld will Steuergelder sparen und wird deshalb in Zukunft das städtische Tierheim selbst führen.

Der Tierschutzverein, der bisher das Tierheim im Auftrag der Stadt führte, wollte für drei Jahre 939000 Euro haben. Die Stadt hat gerechnet und ist davon überzeugt, dass sie ein Tierheim selbst für 804000 Euro führen können.

Immerhin ein jährliche Steuereinsparung von 45000 Euro!

Ein zusätzlicher Vorteil wäre auch, dass die Mitarbeiter des Tierheims dann Angestellte der Stadt Krefeld sind und als solche sicher mehr Geld bekommen.

Ihr Arbeitsplatz wäre auch sicherer, weil die Stadt immer Gehälter zahlen kann. Die Stadt benötigt kein Geld von tierlieben Spendern. Bei der Stadt läuft alles über Steuern und die kann man im Notfall erhöhen. Notfalls holt man das Geld über eine Erhöhung der Hundesteuer wieder rein. Das geht immer!

Auch wenn die Stadt sich verrechnet hat, braucht sie nicht um Geld zu betteln, wie ein Tierschutzverein.

Verrechnen geht schnell, wenn der Einblick in den Tierheimbetrieb fehlt. Häufig ist es dann nicht so einfach, wie es theoretisch sein sollte.

Nicht selten kommen Fundtiere krank ins Tierheim. Der Besitzer ist nicht mehr auffindbar und die Tiere können erst nach medizinischer Behandlung vermittelt werden. Für verhaltensproblematische Tiere ist es nicht einfach, einen geeigneten neuen Halter zu finden.

Solche Tiere bleiben im Durchschnitt 60 bis 90 Tage im Tierheim. Manche Tiere sogar mehrere Jahre!

Die Kosten für die dauerhafte Unterbringung dieser Tiere sind enorm.

Hat die Stadt Krefeld solche Dinge in ihrer Kalkulation berücksichtigt? Hat die Stadt Krefeld berücksichtigt, dass die tatsächlichen Kosten sehr stark davon abhängen, welche Tiere im Tierheim untergebracht werden müssen? Falls nicht, könnte die mögliche Einsparung eine theoretische Einsparung bleiben.

Eventuell käme der Stadt die artgerechte Versorgung der Tiere sogar teurer, weil sie kaum mit Leuten rechnen kann, die ehrenamtlich arbeiten. Fraglich ist auch, ob die Stadt einen Tierarzt findet, der in einem, rein städtischen Betrieb, für eine Pauschale arbeitet.

Spender und freiwillige Helfer sind wichtige Faktoren, die es erst möglich machen, den Tieren mehr zu bieten, als eine vorübergehende Unterbringung mit medizinischer Betreuung.

Genau an dieser Stelle wird das Geldthema auch zu einem Tierschutzthema.

Tierheime können durch Spenden ein Tier auch dann noch beherbergen, wenn es kaum noch Hoffnung auf erfolgreiche Vermittlung gibt.

Ein Tierheim, das alleine von der Stadt geführt wird, wird sich diesen Luxus nicht leisten können.

Ich kann mir vorstellen, dass der wirtschaftliche Druck langfristig auch Auswirkung auf das Wohlergehen der Tiere hat.

Ohne Tierschutzvereine werden sich Haltungsbedingungen verschlechtern, denn alles was über die Vorschriften hinaus in Tierheimen gemacht wird, gehört nicht zum Aufgabenbereich der Stadt. Zwangsläufig kommt zu einer Minimalversorgung.

Die Vorstellung ist für viele Tierschützer schrecklich! Gerade deshalb versuchen die Vereine häufig ihre Dienstleistung den Städten so günstig wie möglich anzubieten.

Eine Einrichtung, die hunderte Tiere beherbergt, Angestellte hat und von Kosten in Höhe von 300000 Euro spricht ist aber kein Hobby mehr.

Jedes mittelgroße Tierheim muss als Unternehmen gesehen werden und ist auch unternehmerisch zu führen.

Monatliche Kostenkontrolle, ein Geschäftsplan, Umsatzsteigerung, kurzfristigen und langfristigen Einsparmöglichkeiten sollten keine Fremdwörter sein.

Nur Zahlen und Statistiken ermöglichen eine wirtschaftliche Bewertung des Betriebs. Solche Zahlen helfen dann auch den Städten beim Kalkulieren und Planen.

Es ist schrecklich, dass Tierheime häufig nicht wie Unternehmen geführt werden und Dienstleistungen auch nicht ausreichend vergütet werden.

Sparen scheint höchstes Ziel zu sein!

Gebäudearbeiten werden gemieden, aus Papierabfall werden kleine Notizzettel geschnitten, EDV soll immer möglichst billig oder kostenlos sein, Personal wird auf ein Minimum reduziert und bekommt kaum mehr als den Mindestlohn.

Tierheime machen aufwändige Aktionen und freuen sich über 1000 Euro mehr in der Kasse. Ein ermüdender Kampf um das kleine Geld, wenn auf der anderen Seite Kosten in Höhe von 300000 Euro lauern.

Profiteure sind die Städte und Gemeinden, die wie in Krefeld dann auch noch glauben, sie könnten es noch billiger machen.

Als wäre es nicht schon billig genug!

Kaum habe ich die letzten Zeilen geschrieben, lese ich im Internet, dass die Stadt Krefeld zumindest noch einen Monat die Hilfe des Tierschutzvereins in Anspruch nimmt. Zumindest bis zum 28.02.2015 und dann? Dann wird bestimmt wieder gerechnet! Oder?